x Roachware

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Hier kommt die Maus

MausDas Quizspiel mit der Maus Die Sendung mit der Maus ist ein Dauerbrenner des WDR, nicht zuletzt weil sie eine gekonnte Mischung von Kinderunterhaltung und Wissen vermittelt. Es gibt bereits viele Zuschauer der 2. Generation, und es sieht nicht so aus als würde die Maus schwächeln. Auf der Kielwelle der berühmten Sendung sind zahlreiche Nachfolgeprodukte gestartet worden, u.a. eine Quizshow (Frag doch mal die Maus) und eine Reihe 'Kinderspiele'. Neben dem unvermeidlichen Maus-Memory wurde vor ein paar Jahren auch das Quizspiel mit der Maus herausgebracht, Herausgeber war Schmidt Spiele. Das Spielmaterial war bereits interessant: ein einfacher Rundkurs mit Spezialfeldern, Standard-Holzspielsteine ... und Fragekarten und Aufgaben, die bereits beim Ansehen auffielen. Durch Würfeln und Ziehen versucht man, als erster eine komplette Runde abzulegen, wobei die von den Feldern ausgelösten Aufgaben wesentlich zum Erfolg des Spielers beitragen. Diese Aufgaben sind bunt gemischt. Da gibt es einfache Würfelwetten (wer würfelt höher, Ping-Pong), aber auch anspruchsvollere Aufgaben. So gibt es Quizfragen ("Wie viele Zähne hat ein Moskito?"), auf die zuerst die Mitspieler eine Antwort anbieten müssen, worauf der Spieler, der eigentlich an der Reihe ist, schätzen muss, ob die richtige Antwort höher, niedriger oder genau die angegebene ist. Wenn also die Mitspieler bei o.g. Frage '30' sagen (sie kennen die Antwort auch nicht), und der Spieler sagt 'mehr', hat er recht. Maus 2 Außerdem gibt es verwirrend gezeichnete Bilder mit bspw. vielen 1en, 2en, 3en und so weiter durcheinander, und die Aufgabe ist es zu schätzen, wie viedle 2en sich auf den Bild befinden. Die Aufgabenkarten geben hier die korrekte Antwort an, so dass man nicht mühsam nachzählen muss. Selber nachzählen muss man aber bei einer Kimspiel-Aufgabe: drei, vier Karten mit einem Haus mit Garten im Maus-Stil werden ein paar Sekunden lang gezeigt, anschließend verdeckt, dann kommt die Frage. "Wie viele Fenster waren zu sehen?" oder "Wie viele Äpfel hingen in den Bäumen?" Leider ist das Spiel mittlerweile nicht mehr in Produktion, aber man kann es noch mit Glück im Handel finden. Es ist zwar kein Spiel mit viel Tiefgang, aber gerade für Familien sehr gut geeignet, da die Chancen ziemlich gleich verteilt sind - und das ohne dass das Spiel zu sehr vom Glück abhinge. Der Nachfolger heißt genau wie die Abendshow "Frag doch mal die Maus", und ist wesentlich mehr quizmäßig angehaucht.

Hersteller

Schmidt Spiele

Webseite

http://www.schmidtspiele.de/

Sprache d. Spiels

Deutsch

Spieler

2-6

Denken

7

Glück

7

Geschicklichkeit

0

Preis ca.

17 € (OOP)

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Dienstag, 16. Oktober 2007

Neu bei Ulisses

So langsam kommt die Spiel immer näher, heute und morgen bauen die Aussteller auf, morgen ist Pressekonferenz und Neuheitenschau. Vorweg hat Ulisses allerdings heute seinen Fans noch einmal genau gesagt, was denn auf der Messe brandneu sein wird. "Silent Pat" Patric Götz schrieb im Ulisses-Forum, dass die folgenden Sachen da sein würden:

  • Wege des Schwerts
  • Wege des Schwerts, limitierte + signierte Version eine sehr schöne Version, sagt The Roach hierzu
  • Efferds Wogen
  • Tödliche Tiefen
  • Iron Kingdoms - Charakterhandbuch
  • Urban Wars - Regelbuch
  • Kingsburg (Fantasy Brettspiel)
Ausserdem sollen noch ein paar Kleinigkeiten erhältlich sein: Wege des Schwerts Poster (A0), Tödliche Tiefen Poster (A0), DSA Götterwürfel. Schließlich für die Miniaturenliebhaber ein paar Neuheiten von Privateer Press und Gale Force 9, die regulär erst etwas später erscheinen sowie die beiden "Extreme" Warbeasts für HORDES und das Modell des Grinders. Die neuen Dungeon Crawl Classics werden nicht dabei sein, die kommen wahrscheinlich nächste Woche. Für mich ist natürlich zur Rezension Kingsburg interessant, zum Spielen (und evtl zur Besprechung) auch die anderen Sachen. Ab morgen bin ich dann auch in Essen, ich werde zwar versuchen, trotzdem Rezensionen zu posten, aber das könnte in den nächsten vier, fünf Tagen etwas knapp werden. Nach der Spiel geht es aber sicher im alten Rhythmus weiter, versprochen. Hier klicken um mehr zu lesen...

Montag, 15. Oktober 2007

Ein Hundeleben

Dog Eat Dog

Heute ist bekanntlich Blog Action Day, ein Tag an dem Blogs aus aller Welt Aufmerksamkeit wecken und etwas tun wollen für die Umwelt. Sei es, dass sie einen Teil ihrer Werbeeinnahmen spenden, sei es, dass sie im Rahmen ihres Blogthemas etwas zum Thema Umwelt posten.

Es wäre natürlich leicht, irgendein 08/15-Spiel zum Umweltschutz zu nehmen, das ich irgendwo auf einer Webseite gefunden habe. Aber stattdessen habe ich einen echten Leckerbissen. Ein Spiel, das ich vor einigen Jahren bereits für den Nimwegener Spieleclub Casus Belli besprochen habe.

Aus Amerika kommt das Spiel Dog Eat Dog, das mit seinem Thema nicht nur eine bitterschwarze Wirtschaftssatire ist, sondern auch gleichzeitig die Auswirkungen des ungezügelten industriellen Raubbaus in de Natur darstellt. Um zu gewinnen, muss man die Umwelt ausnutzen, und wenn möglich die schädlichen Auswirkungen für sich selbst niedrig halten.

Leider ist das nicht so leicht wie es klingt. Auf jedem der 16 Produktionsfelder des Spielbrettes können Rohstoffe produziert werden, diese Rohstoffe in Fertigprodukte gewandelt und diese schließlich wieder verkauft. Aber jeder Produktionsschritt schafft auch Abfälle, die die Qualität der Felder verändert.

Zu Beginn ist die Landschaft in der Mitte des Spielfeldes noch eine Idylle, mit Wäldern, Bächen, Tieren etc. In dieser Landschaft gibt es aber auch Bodenschätze, und die gilt es auszubeuten. Hierbei hat man dann die Wahl, ob man aus einem Feld einen Rohstoff holt (was die Natur minimal belastet, aber eben auch die Produktion verlangsamt) oder zwei, womit die Natur stärker belastet würde, was einem aber auch mehr Geld einbringt.

Wenn die Landschaft zu sehr verschmutzt ist, verändert sie sich (das Feld auf dem Spielbrett wird durch eine Kachel belegt, die dieselbe Landschaft zeigt, aber schon etwas verschmutzt). Bei weiterer Verschmutzung wird sie schließlich noch 'unnatürlicher', und das Ende (eine andere Abdeckkachel) ist dann eine echte Industrieruine.

Man kann natürlich auch versuchen, den Müll den lieben Mitspielern aufs Auge zu drücken, oder sich mit seiner Firma auf das Verarbeiten von Müll spezialisieren, was den Nachteil hat, dass man zum Spielbeginn hinterherhinkt, und dann später eine große Aufholjagd starten muss.

Es geht aber nicht einfach nur darum, dass die Firma, die man leitet, das Geld erlangt; nein, das Geld muss der geneigte Manager auf seinem eigenen Schweizer Bankkonto haben. Und das heißt natürlich, es dem eigenen Unternehmen zu entziehen (der Staatsanwalt sagt auch 'Unterschlagung' dazu...)

Neben dieser Produktionsmechanik hat man auch die Chance, Politiker zu bestechen, Mitspieler bei der Polizei anzuzeigen, und was der konkurrenzbelebenden Maßnahmen mehr sind.

Wer nach etwa ein bis zwei Stunden die magische Grenze von 150 Millionen Dollar erreicht hat, kann sich zur Ruhe setzen ­- der erste, dem dies gelingt, ist der Sieger des Spiels.

Das Spielmaterial ist reichhaltig und schön. Die Schritte vom Idyll zur Ruine sind auf den Spielplanstücken hervorragend abgebildet, und man erschrickt, wenn man sieht, wie die Landschaft sich verändert. Die Möglichkeit, eine Recycling-Firma zu führen, die von den Abfällen der anderen lebt, ist auch interessant, und eine nette Idee.

Über die Spielanleitung kann man geteilter Meinung sein. Sie ist geschrieben als ein Manager-Handbuch für die ″Rinky Dink Corporation″ (″Mickrige Firma″), in dem in zynischem Ton beschrieben wird, welche Möglichkeiten man hat und wie die Regeln funktionieren. Es gibt Leute, die sie daher für schwerverständlich halten, ich hatte allerdings keine Probleme damit und fand den Zynismus erfrischend.

Das Spiel selber bietet nicht allzuviel Raum für eigene Taktiken, vieles ist ganz einfach vorgegeben. Dennoch ist es ohne weiteres ein guter Ersatz für die Standard-Monopolyrunde, wenn die Verwandtschaft zu Besuch kommt, und kann das Spiel auch gut ersetzen.

Herausgeber des Spiels ist (war?) Q.E.D. Games aus New York. Ich habe die Firma auf dem Internet nicht zurückgefunden, und frage mich, ob es sie überhaupt noch gibt. Das Spiel wird auf jeden Fall auch in Deutschland (und mit Deutscher Spielregel) noch verkauft. Wenn jemand Informationen hat über das Schicksal von Q.E.D. Games, bitte melden!

Hersteller

Q.E.D. Games (Schicksal unbekannt, scheint nicht mehr zu existieren)

Autor

Evan Jones

Sprache d. Spiels

Englisch, Dt. Spielanleitung

Spieler

2-5

Denken

5

Glück

6

Geschicklichkeit

0

Preis ca.

45 $

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Freitag, 12. Oktober 2007

Gold, Schnaps und Frauen

Boom Town

Im Wilden Westen ging es anscheinend nur um eines: um Gold, und wie man an selbiges kam. Face 2 Face Games, ein Amerikanischer Spieleverlag, entführt die Spieler in die Welt der Goldminen, Saloons und des Dynamits.

Für meine Rezension lag mir übrigens die Amerikanische Ausgabe von Face 2 Face Games vor, die Deutsche Ausgabe von pro Ludo soll lt. Angabe von Pro Ludo selbst materialmäßig etc. identisch gewesen sein. Leider ist die Deutsche Version nicht mehr im Druck, die Amerikanische Versoin ist allerdings immer noch erhältlich.

Wenn man das Spiel öffnet, ist die erste Reaktion gemischt: neben schön gestalteten Spielkarten und hölzernen Markierungssteinen und Figuren finden sich auch zwei Würfel und Plastikchips, die bestenfalls als US-Standard gelten können. Die Spielregel jedoch entschädigt dan wieder für vielen, liebevoll illustriert, ausführlich und verständlich ist sie schon – wenn man nicht versehentlich von den fünf mitgelieferten Versionen die Japanische oder Chinesische Version erwischt hat. Aber keine Bange: es liegt auch eine Deutsche und eine Englische Version bei.

Boom Town ist ein Versteigerungsspiel. Es werden so viele Karten ausgelegt wie Spieler teilnehmen, und dann wird um das Recht geboten, als erster eine von den angebotenen Karten wählen zu dürfen. Mit diesen Karten kann man dann Goldminen bauen, Saloons eröffnen, Ereignisse erleben, Dynamit erwerben (mit dem man gegnerische und eigene Minen, Saloons etc. wieder dem Erdboden gleich machen kann) etc.

Das gebotene Geld geht nicht an die Bank, sondern an den Spieler rechts vom Versteigerungsgewinner, der die Hälfte des Geldes einbehält und den Rest wieder nach rechts weitergibt etc. Somit wird der Nachteil, dass man in einer Runde als letzter wählen kann, ein wenig ausgeglichen dadurch, dass man in der folgenden Runde mehr Geld zur Verfügung hat. Ein interessanter Mechanismus, den man gerne öfter in Spielen sehen würde.

Die Minen werden eröffnet, wer die Mehrheit (mindestens zwei) Minen in einer Stadt hält – angezeigt durch die Kartenfarbe –, erhält die Bürgermeisterfigur. Baut anschliessend ein anderer Spieler ebenfalls eine Mine in dieser Stadt, muss er dem Bürgermeister so viele Goldstücke bezahlen, wie dieser Minen eröffnet hat. Wenn man also in seiner eigenen Stadt eine Mine eröffnet, sichert man zwar seine eigene Position als Bürgermeister, verdient so aber nichts mehr an der Mine.

Jede Mine kann am Ende einer Runde – wenn alle Karten gewählt sind – Ertrag bringen. Hierfür wird gewürfelt, und einige Minen bringen Erträge entsprechend den Nuggets darauf. Natürlich zahlen die selteneren Zahlen besser aus, wenn sie einmal getroffen werden, richtig kritisch wird es aber bei einigen Minen, die bei häufigen Zahlen immer noch gut auszahlen: die sind nämlich einsturzgefährdet, und wenn der Würfel schlecht fällt, verschwinden sie wieder.

Ausserdem gibt es am Spielende von jeder Mine noch einmal Ertrag, so dass vor allem gegen Ende eine Mine mit niedriger Würfelchance und hohen Ertrag interessanter sein kann als eine Mine, die oft auszahlt.

Ein Saloon gibt Einnahmen von Minen, die anderen gehören, mit Bardamen sogar doppelt – da wird manch einer sich überlegen, eine wenig zahlende Mine explosiv stillzulegen, da ein Goldfund im Saloon mehr kostet als er in der Mine gebracht hat.

Zusätzlich gibt es noch Ereigniskarten, die verschiedenste Dinge möglich machen, so dass man sich ständig überlegen muss, ob man es sich leisten kann, in dieser Runde spät zu wählen, oder ob man die Investition auf eine frühe Wahl machen muss.

Bei Spielende – je nach Spielerzahl nach 12 bis 20 Runden – gibt es wie gesagt noch eine Auszahlung aller Minen, ausserdem erhält man noch einmal fünf Punkte für jeden Bürgermeister. Wer die meisten Punkte hat, hat gewonnen.

BoomTown bietet viel Action, es ist durch die Karten und Mitspieler jedesmal wieder anders. Wenn man seine Karte Wählt ist in der Regel immer die Frage, was man jetzt am besten gebrauchen kann, denn alle Karten sind irgendwie brauchbar. Die Spieler belauern sich als gegenseitig, kassieren, bomben sich aus den Minen und Saloons und berauben einander. Beste Wild-West-Manieren also. Im Endeffekt lebt das Spiel ebensosehr vom Glück (dass man genau die Karten wählen kann, die man braucht) wie vom Können.

Die einzige Änderung, die ich an dem Spiel anbringe, sind die Verwendung von anderen Spielchips zur Zählung (Pokerchips sehen nicht nur besser aus, sie sind auch Stimmungsvoller) und anderen Würfeln. Ansonsten ist das Spiel sehr nett zu spielen, und hat enen hohen Wiederspielwert.

Produzent

Face 2 Face Games

Autor
Bruno Faidutti, Bruno Cathala

Spieler

3-5

Denken

7

Glück

6

Geschicklichkeit

0

Preis

23$

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Donnerstag, 11. Oktober 2007

Neues von Cwali

Der Niederländische Spieleverlag Cwali von Corné van Moorsel hat für die Spiel mit Gipsy King ein neues Spiel angekündigt, das lt. eigener Aussage suchterzeugend sein und Lächeln auslösen kann.
Die Bilder auf der Webseite zum Spiel sehen auf jeden Fall schon einmal interessant aus. Eine Verpackung im Retro-Chic der 50er Jahre, wenn man der Abbildung glauben kann, mit hölzernen Wohnwagen, die auf der Webseite noch in "Rohform" - also unbemalt - zu sehen sind. Ob die Verpackung tatsächlich so "Retro"-aussieht, wie es auf der Webseite scheint, muss sich aber erst noch herausstellen.
Das Spiel wird auf der Messe vom Herausgeber für 24 Euro verkauft werden. Im Kaufpreis ist ein zusätzliches Zweipersonenspiel mit dem Namen Territories enthalten, das auch getrennt für 9 Euro verkauft werden soll. Damit käme der Effektivpreis für Gipsy King auf 15 Euro.
Des weiteren kündigte Cwali an, die Neuerscheinung des letzten Jahres, Factory Fun, auszuverkaufen. Lt. eigenen Angaben hat Cwali noch etwa 150 Exemplare, die in Essen für 24 Euro verkauft werden sollen. Angesichts des Spiels könnte es sein, dass das Spiel noch Donnerstag (oder gar schon Mittwoch, zum Pressetag?) weg sein dürfte. Eine neue Ausgabe ist zur Zeit noch nicht geplant.
Außerdem soll eine Reihe von Spielen (Aloha, Ahoy, Subulata, SeaSim) zu stark reduzierten preisen angeboten werden.
Cwali steht auf der Messe in Halle 12 auf Stand 12-24
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Mittwoch, 10. Oktober 2007

Immer kleiner

Flaschenteufel Basierend auf der Novelle The Bottle Imp von Robert Louis Stevenson (den die meisten wohl eher als den Autor der Schatzinsel kennen), hat der Bambus Spieleverlag dieses kleine Kartenspiel herausgebracht. In der Novelle geht es um eine Flasche in der ein Flaschenteufel sitzt. Dieser Teufel sorgt dafür, dass man ein hervorragendes Leben genießen kann, aber wenn man stirbt und immer noch Besitzer der Flasche ist, fährt die Seele in die Hölle. Leider kann die Flasche einem nicht gestohlen werden, und man darf sie nur für weniger Geld weiterverkaufen (nicht verschenken) als wofür man sie erworben hat. Und ja, natürlich ist die Flasche unzerstörbar. Wie in der Novelle geht es auch in dem Spiel darum, daß der Wert der Flasche mit dem Flaschenteufel sinkt, bis zuletzt derjenige, der am wenigsten dafür gegeben hat, auf ihm sitzen bleibt.

Insgesamt besteht das Spiel aus 37 (Spiel-)Karten, 3 Übersichtskarten, einer Holzflasche, und zwei Heften: eines mit der Spielregel, und eines mit der namengebenden Novelle von R.L. Stevenson; sowohl Spielregel als auch Novelle sind sowohl in Deutsch als auch Englisch dabei, und auch einige Karten sind mit Textauszügen aus der Novelle bedruckt, die dann ebenfalls in Deutsch und Englisch sind. Die übrigen Karten haben Illustrationen, die zur Novelle passen. Alles in allem ist die Aufmachung wirklich gut und ansprechend.

Von den 37 Karten (mit den Zahlen 1-37) werden 36 (die Zahlen 1-18 und 20-37) gemischt und verteilt. Die 19 kommt als “Anfangspreis” in die Mitte und wird mit der Flasche besetzt. Anschließend kann jeder Spieler noch drei Karten seiner Hand loswerden und erhält zwei, die die Mitspieler nicht mögen: je eine Karte wird mit dem linken und rechten Nachbarn getauscht, die dritte Karte geht in einen sog. “Teufelsstich”, den der “Verlierer” der Runde erhält.

Anschließend wird ein einfaches Stichspiel gespielt, das allerdings einige heimtückische Mechanismen enthält.

Die Basisregeln sind ganz normal: Farbe (es gibt drei Farben, jede Farbe 12mal) bedienen, wer nicht bedienen kann, kann eine beliebige Karte ausspielen. Allerdings hat die Farbe auf die Frage, wer den Stich macht, keinen weiteren Einfluß. Den Stich macht nämlich

a) wenn alle Karten höher sind als der aktuelle Preis der Flasche: der Spieler, der die höchste Karte legte

b) wenn nur eine Karte niedriger ist als der aktuelle Preis der Flasche: der Spieler, der diese kleine Karte legte

c) wenn mehrere Spieler Karten ausspielen, die unter dem aktuellen Preis der Flasche liegen: derjenige dieser Spieler, der die höchste Karte (die aber unter dem Preis der Flasche liegt) ausgespielt hat. Beispiel: Bei Spielbeginn werden die Karten 21, 15, 9 und 32 gespielt. Da der Flaschenpreis bei Spielbeginn 19 ist, sind die 21 und die 32 zu hoch, von den niedrigeren Karten gewinnt die 15.

Der Spieler, der in den Fällen b) und c) den Stich machte, erhält außerdem die Flasche, deren Preis auf den seiner Karte absinkt (er stellt die Flasche, um dies anzuzeigen, auf die offene Karte vor sich ab -- und hofft, dass er die Flasche wieder los wird, bevor das Spiel endet). Der Preis sinkt auch, wenn der Flaschenbesitzer einen weiteren Stich nach b) oder c) macht.

Am Ende einer Runde erhält jeder Spieler Punkte, die auf den Karten angegeben werden, je nach Karte 1 bis 6. Hierbei haben höhere Nummern tendenziell auch höhere Punktwerte. Nur der Spieler, der auf dem Flaschenteufel sitzen geblieben ist, erhält kleine Pluspunkte, sondern die Punkte aus dem “Teufelsstich” als Minuspunkte.

Spielende ist nach Vereinbarung nach x Runden, oder bei Erreichen von x Punkten.

Die Taktik im Spiel ist recht komplex, da es ohne weiteres geschehen kann, daß man in einem Dreipersonenspiel mit einer 11 oder einer 10 auf der Flasche sitzen bleibt, wenn die Mitspieler ihre Karten sinnvoll abwerfen und/oder den Teufelsstich entsprechend füllen. Das Abwägen, ob man es riskieren kann, die Flasche mit einer bestimmten Zahl zu übernehmen, ist einer der wesentlichen Punkte des Spiels. Hierbei ist es sicherlich hilfreich, wenn man weiß, welche Karten noch im Spiel sein müßten (man weiß zumindest zwei Karten der Mitspieler, nämlich die, die man selbst abgegeben hat. Auch muß man bedenken, daß Karten mit Werten um die 15 im Laufe des Spiels schwächer werden, da sie hohe Karten nur so lange stechen können wie der Preis der Flasche nicht unter ihren Wert gesunken ist.

Interessant ist auch, daß die hohen Karten hohe Punktwerte haben, obwohl sie gleichzeitig auch noch so stark erscheinen. Man darf aber nicht vergessen, daß eine hohe Karte jederzeit von einer niedrigen (unter dem Flaschenpreis liegenden) Karte gestochen werden kann. Hohe Karten werden also im Spielverlauf, durch den fallenden Flaschenpreis, stärker.

Bluffen, die Mitspieler ärgern, und taktisch agieren kommen hier in einer interessanten Mischung zusammen. 12 Euro mag viel erscheinen für ein Spiel, aber die Verarbeitung und das Mitliefern der Novelle machen den Preis m.E. allemal in Ordnung.

Wer es ausprobieren will, kann es gegen drei Computergegner auch online versuchen

Hersteller

Bambus Spieleverlag

Autor

Günter Cornett

Sprache d. Spiels

Deutsch / Englisch

Spieler

2-4

Denken

7

Glück

6

Geschicklichkeit

0

Preis

12 €

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Eine Woche noch

Heute in einer Woche ist die Pressekonferenz zu den Internationalen Spieltagen Spiel 2007. Sicher keine Überraschung, wenn man sich für das Thema interessiert. Was aber sehr interessant ist, ist für den "Normal-Besucher" eine PDF-Datei mit Tipps für den Besucher der Spiel. Hier findet man alles, was man vorher wissen und/oder bedenken sollte, von den Eintrittspreisen bis zum Hinweis, daß das richtige Schuhwerk (an den Füßen!) wesentlich zum Spielvergnügen beitragen. Nur mit den Kommentaren zum Essen kann ich nicht völlig übereinstimmen. Die Preise waren mir in den letzten ein, zwei Jahren einigermaßen erträglich erschienen (wenn auch sicherlich immer noch über MacDonalds-Niveau), und auch die Qualität war akzeptabel. Aber ich würde auch eher empfehlen, sein eigenes Essen mitzubringen, da man die bessere Auswahl hat. Auch sind die Stände oftmals ziemlich überlaufen... Eine Spielebesprechung wird es heute auch noch geben, aber die wird erst heute abend erscheinen. Hier klicken um mehr zu lesen...