x Roachware: Kribbel Krabbel

Mittwoch, 5. Januar 2011

Kribbel Krabbel

Bugs

Ein Insektenschwarm macht die Nachbarschaft unsicher, stürzt sich auf die verschiedenen Gärten, wird immer größer und zieht weiter. Alle Gartenbesitzer wollen natürlich, dass ihr Garten verschont wird, und tun ihr bestes, um den Schwarm den lieben Nachbarn auf den Hals zu hetzen.

So ungefähr könnte man die 'Story' von Bugs beschreiben, einem kleinen Kartenspiel der Kanadischen Spieleschmiede Valley Games Inc. Man darf diesen Herausgeber allerdings nicht verwechseln mit valleygames.com - letzteres ist eine Webseite, auf der gegen Bezahlung Flash-Computerspiele gespielt werden können. Valley Games Inc. hingegen ist ein 'klassischer' Herausgeber von Brett- und Kartenspielen. Bugs ist eben ein solches Kartenspiel.


Das Spiel kommt in einer festan Kartonschachtel daher, die das Format hat, das man mittlerweile für Kartenspiele als 'Standardformat' bezeichnen würde. In der Verpackung findet sich neben der Spielregel (in Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Niederländisch, Italienisch und zwei chinesischen Versionen) nur das Kartendeck, das aus 54 stabilen plastifizierten Karten besteht.

Die meisten Karten zeigen ein Insekt mit einem Zahlenwert - es gibt genau 9 große Schaben (Punktwert 1), 8 Ohrwürmer (2), 7 Raubfliegen (3), 6 Sandlaufkäfer (4), 5 Rossameisen (5), 4 Ameisenlöwen (6), 3 Wespen (7), 2 Springspinnen (8) und eine Gottesanbeterin (9). Außerdem gibt es drei Netze, dreimal ein Insektenspray, einen Kammerjäger und zwei Karten 'Massenvermehrung'.

Das Spiel erinnert ein wenig an den 'Großen Dalmuti'. Es werden 'Stiche' ausgespielt, in die jeder Spieler, wenn er an der Reihe ist, Karten einspielen kann. Hierfür verwendet er entweder Insekten derselben Sorte wie sie der vorige Spieler ausgespielt hat - womit sich der Schwarm vergrößert - oder er spielt eine Gruppe gleicher neuer Insekten aus, die vom Punktewert größer sein muss als der bereits im Stich befindliche Schwarm. Ersatzweise kann man auch mit den drei Sonderkarten das Unheil noch einmal abwenden: mit den Netzen leitet man den Schwarm unverändert an den nächsten Spieler weiter, mit dem Insektenspray schickt man ihn zurück auf den vorherigen Spieler (dreht also die Spielrichtung um). Der Kammerjäger setzt die aktuelle Schwarmgröße auf Null - wobei der existierende Schwarm allerdings auf dem Tisch bleibt. Wer auch das nicht tun will oder kann, stattdessen auch den Schwarm auf die Hand nehmen und einen neuen Schwarm beginnen. Achja, die 'Massenvermehrung' kann wie ein Joker in jede Insektengruppe, die ausgespielt wird, aufgenommen werden und zählt dann wie ein Insekt dieser Art.

Die Sonderkarten (Netz, Spray, Kammerjäger, Massenvermehrung) werden allerdings nicht mit auf die Hand aufgenommen, sondern kommen auf den Ablagestapel.

Ablagestapel? Ja, denn wer eine Insektensorte komplett auf seiner Hand findet, darf diese Gruppe ebenso komplett auf den Ablagestapel entsorgen. Hierduch werden es im Laufe der Zeit immer weniger Insekten, die die Nachbarschaft noch unsicher machen können - und irgendwann spielt jemand seine letzte Karte aus, und beendet damit die aktuelle Runde siegreich. Alle anderen Spieler erhalten je einen Minuspunkt für jede Karte, die sie noch auf der Hand haben. Nach sechs Runden wird zusammengezählt: wer die wenigsten Punkte hat, hat gewonnen.

Auch diese Spielregel enthält wieder eine pseudo-witzige Bestimmung des Startspielers: Wer zuetzt auf ein Insekt getreten ist. Leider ist das nicht der einzige Designfehler, auch wenn sie nicht so gravierend sind.

Unschön war, dass eine wichtige Regel (das Vernichten von kompletten Insektengruppen) in der Spielregel als 'Spezialregel' eerwähnt wird - was durch die Überschrift den Eindruck erweckt, dass es sich hierbei um eine Optionale Regel handelt. Ohne dieses Entsorgen endet eine Runde aber nie, weil es einem Spieler nie möglich ist, alle Karten abzulegen.

Der letzte Design-'bug' wurde von einer Mitspielerin festgestellt, die Linkshänderin ist: die Karten sind leider so entworfen, dass die Werte nur von Rechtshändern gut gelesen werden können. Zahlen in allen vier Ecken wären schön gewesen.

Eine nette Zufügung zu den Regeln sind die kurzen Beschreibungen der neun Tierarten, die auf den Karten abgebildet sind. Zwar sehr kurz, dürften sie für manchen dennoch die erste nähere Bekanntschaft mit manchen der Tiere bedeuten.

Das Spiel an sich ist, wie auch der bereits genannte Dalmuti, ein schnelles, einfaches Kartenspiel, das auch Gelegenheitsspielern gut gefallen dürfte. Für fortgeschrittene Spieler ist es vielleicht ein wenig zu flach, aber als kleines Zwischendurchspiel auf einer Party tut es auch da gute Dienste. Und der Preis macht es auch für jeden erschwinglich.

HerstellerValley Games Inc.
AutorKeith Meyers
Spieler3-6
Denken6
Glück5
Geschicklichkeit0
Preis ca.13 €