x Roachware: Hieb- und stichfest besiegelt

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Hieb- und stichfest besiegelt

Wizard Extreme

Wizard an sich ist ja schon fast ein eher alter (Zauber)Hut – ein mehr oder minder klassisces Stichspiel. Was also ist nun in der Schachtel, die sich da nun "Wizard Extreme" nennt?

Nun, auf jeden Fall sind mal wieder Karten drin – und diese haben wieder sehr schöne – und neue – Motive zu bieten. Im Gegensatz zum "klassischen" Wizard gibt es hier 5 Kartenfarben – ein ganzer Satz besteht nur aus Zauberern und ist somit immer Trumpf. Und es werden grundsätzlich alle Karten verteilt – das heißt, man spielt je nach Spieleranzahl mit 45, 60 oder 75 Karten.

Das macht das Spiel natürlich etwas berechenbarer – und das muss es auch sein, denn bei Wizard Extreme soll man nicht nur vorhersagen, wieviele Stiche man bekommt, sondern auch, in welcher Farbe diese Stiche sein werden. Entsprechend nimmt man nachdem man seine Karten angesehen hat die entsprechende Anzahl farbiger Siegel – sollte die "gewünschte" Farbe schon vergriffen sein, nimmt man diese einem Spieler weg und gibt diesem dafür ein Fragezeichen, womit ein "beliebiger" Stich angesagt ist.

Während des Spieles wirft man dann mit jedem Stich, den man macht, die entsprechende Siegelfarbe wieder in die Mitte – sollte man einen Stich bekommen, den man gar nicht wollte (also kein Siegel dafür hat), bekommt man ein schwarzes Strafsiegel. Am Ende der Runde möchte man möglichst keine Siegel haben – alles, was man dann noch hat, sind Minuspunkte.

Klingt nicht wahnsinnig kompliziert, ist es auch nicht; allerdings macht die Trumpffarbe (rot) das ganze schon mal wieder interessanter – und die Möglichkeit für einen Spieler, den schwarzen Magier zu nehmen. Dieser bringt zwar automatisch Minuspunkte, aber dafür hat man dann das Ziel, den Gegnern noch mehr davon zu servieren – bei entsprechendem Kartenblatt zumindest eine Alternative.

Was zuerst wirklich simpel aussieht, kann durchaus raffinierter werden, als man zuerst denkt – immerhin ist es schon interessant, wer welche Farbe ausspielt; wenn man nicht trumpfen will (oder noch schlimmer – kann), kommt man vielleicht gar nicht mit allen seinen Karten zum Anspiel, insofern sollte man schon recht genau überlegen, welche Stiche man wohl bekommt. Insofern ist Wizard Extreme sicher eine ganze Ecke taktischer als das einfache Wizard.

Kommen wir mal zur Spielausstattung: Die Karten sind wie schon beim Original Wizard sehr schön gestaltet (Lob an den Grafiker!), und mischen sich gut. Die Marker sind okay, der Schwarzmagier – nun, hat seinen Standfuß leider schon verloren. Das Haupt"problem" des Spiels ist nämlich offenbar die Verpackung – alles fliegt durcheinander, und die Amigo-Schachtel hält nicht gerade so gut zu, wie man hofft – Kartendurcheinander ist ja nicht weiter schlimm, aber mittlerweile habe ich für die Marker einen Ziplock-Beutel eingeplant, nachdem ich sie mehrmals – außerhalb der Schachtel – aus meinem Spielekoffer fischen konnte. Klar, ein eher kleines Ärgernis, aber so wisst ihr wenigstens, dass ihr ein entsprechendes Behältnis einplanen könnt – und vielleicht noch ein Gummiband, damit die Schachtel zu bleibt.

Insgesamt gefällt mir Wizard Extreme etwas besser als das klassische Wizard – es ist zwar schon Glück dabei, aber weniger, und die Siegel geben dem eigentlich einfachen Spiel schon einen neuen Dreh. Kann man auf jeden Fall gut "zwischendurch" spielen, und nimmt auch wenig Platz im Gepäck weg.


HerstellerAmigo Spiele
AutorStefan Dorra
Spieler3-5
Denken5
Glück4
Geschicklichkeit0
Preis ca.6,99 €