x Roachware: Elf Freunde (plus eins)

Dienstag, 15. November 2011

Elf Freunde (plus eins)

Fußball-Poker

Heute Abend ist es endlich(?) wieder so weit: Deutschland - Niederlande. Wenn man Gary Lineker glauben darf, steht das Ergebnis ja bereits fest. Und auch anlässlich des letzten Besuches von Königin Beatrix meinte der Auslandskorrespondent des WDR 'Die Holländer haben sich daran gewöhnt: sie spielen den besseren Fußball, und die Deutschen gewinnen'. Vielleicht klappt es ja auch heute wieder.

Wenn nicht, kann es ja nur daran gelegen haben, dass man nicht die ideale Mannschaft auf den Platz gebracht hat. Aber wie schwer es ist, eine gute Mannschaft zusammenzubekommen - vor allem, wenn man nicht wie der Bundestrainer eine Monopolstellung hat und frei wählen kann -, kann man im Spiel Fußballpoker von Funtomas-Spiele erleben. Hier versuchen bis zu vier Spieler, eine möglichst gute Fußbalmannschaft zusammenzustellen.


In der großen quadratischen Dose findet man folgende Teile:

  • 48 Fußballspielerkarten
  • 120 Geldscheine (in vier Farben jeweils 100 Mio €: 1x20 M€, 3 x 10 M€, 6 x 5 M€, 20 x 1 M€
  • ein Spielbrett
  • die Spielregel in Englisch und Deutsch

Die Spielerkarten sind kleine quadratische Karten mit Karikaturen, die Geldscheine haben das Format und Material von normalen Spielkarten. Alles in allem ist das Material von der Qualität her unauffallend – weder besonders gut noch besonders schlecht.

Die Geldscheine in den vier Farben sind für die vier Spieler gedacht: jeder Spieler erhält eine eigene Farbe. In jeder Runde werden vier Spielerkarten aufgedeckt, dann bietet reihum jeder Spieler verdeckt einen Betrag, der im Nachhinein auch nicht mehr verändert werden darf. Wer kein Geld mehr hat, kann auch nichts bieten und muss den letzten übrigbleibenden Spieler nehmen (eine Wahl hat man dann erst wieder, wenn noch jemand sein Geld komplett verbraucht hat).

Anschließend darf sich jeder Spieler – der Meistbietende zuerst – einen der ausliegenden Fußballer nehmen und ihn sofort auf einen der Plätze im Spielfeld legen. Bevorzugt natürlich Stürmer in den Sturm, Verteidiger in die Verteidigung. Die gebotenen Geldscheine sind anschließend weg, es kann auch nicht gewechselt werden. Bei gleichen Geboten hat der Spieler, der als erster auf den Startspieler folgt, die erste Wahl (der Startspieler wechselt natürlich von Runde zu Runde).

Nach 12 Runden sind alle 48 Spieler weg, und es wird gewertet. Hierbei gibt jeder Spieler im Spielfeld die auf ihm angegebenen Punkte, Extrapuinkte gibt es, wenn die Verteidigung komplett mit Verteidigern besetzt ist, das Mittelfeld komplett mit Mittelfeldspielern oder der Sturm komplett mit Stürmern. Das gelingt bei weitem nicht immer: oft werden einem vor allem in der späteren Hälfte des Spiels nur noch Spieler angeboten, die man nicht mehr auf der bevorzugten Position einsetzen kann. Andererseits gibt es Spieler mit dem Vermerk 'Ersatz': diese Spieler können in beliebiger Rolle eingesetzt werden und gelten dann als 'echter' Spieler der entsprechenden Position.

Zuguterletzt ist da noch der 12 Spieler. Beim Fußball sind schließlich maximal elf Spieler einer Mannschaft auf dem Platz. Man kann daher bei den Kaufrunden einen Spieler auf die 'Auswechselposition' legen. Diesen Spieler kann man nach den Kaufrunden, direkt vor der Wertung, gegen einen Feldspieler austauschen und so die Punkte der Spieler auf dem Feld erhöhen oder eine Reihe komplettieren.Den so ausgetauschten Spieler kann man dann nicht mehr weiter austauschen.

Bei Punktegleichstand ist der Spieler besser, der mehr Geld übrig behalten hat. Ist auch das gleich, gewinnt der Spieler mit dem größten einzelnen übriggebliebenen Geldschein.

Bei drei bzw. 2 Spielern wird jeweils eine komplette Mannschaft entfernt, ansonsten läuft das Spiel genauso.

Einem Fußball-Puristen wird auffallen, dass der Mannschaftsaufbau (3-5-2, laut Spielbrett auch als 3-2-3-2 lesbar) heutzutage eher ungewöhnlich ist: die Viererkette in der Abwehr scheint ja heutzutage eher die Norm zu sein, in der deutschen Nationalmannschaft mit einer Doppelsechs. Das sollte aber den Spielgenuss nicht unnötig schmälern.

(Im Endeffekt ist es ein Bid-n-Bluff-Spiel, bei dem man ständig sowohl die eigene Mannschaft im Auge behalten muss als auch die Optionen der Gegner – wobei das Stören der gegnerischen Mannschaftsaufstellung eher nachrangig ist. Wenn man destruktiv (also gegen die anderen Mannschaften) bietet, zerstört man meist in der eigenen Mannschaft mehr als beim Gegner.

Dieses Spiel verändert die Taktik stark, wenn man es mit verschieden vielen Spielern spielt: zu viert will man nicht einmal unbedingt immer das höchste Gebot abgeben, weil häufig genug mehrere gute Spieler in die Auslage kommen. Zu zweit ist es eher ein Mitrechnen, wie viel der Mitspieler bereits ausgegeben hat (und eventuell auch, mit welchen Scheinen), um schätzen zu können, welchen Betrag er womöglich dieses Mal bieten will.

Das Spiel ist vielleicht nicht für den Viel- und semiprofessionellen Spieler gedacht, aber dem Gelegenheitsspieler im Familienrahmen wird es wohl gefallen. Auch als Geschenk für Stammtisch-Bundestrainer und sonstige Fußballfreunde dürfte es sich ganz gut machen.


HerstellerFuntomas-Spiele
AutorRalf Brücker
Spieler 2-4
Denken 7
Glück 5
Geschicklichkeit 0
Preis € 19,95