x Roachware: Brotzeit

Mittwoch, 18. August 2010

Brotzeit

Ted Alspach's Beer & Pretzels

Ein 'Beer&Pretzels'- Spiel in Amerika ist nicht ein 'German Game'. Letztere bezeichnen Spiele wie Carcassonne, Die Siedler von Catan, Gonzaga oder auch Infinite City - auch wenn diese Spiele nicht unbedingt aus Deutschland kommen. Es handelt sich hierbei um 'ernsthafte' Spiele, die meist 45 - 120 Mionuten dauern, und bei denen es mehr auf Taktik und Strategie ankommt denn auf Glück und Geschicklichkeit. Ein Beer&Pretzels-Spiel dahingegen ist meist schnell abgehandelt, erfordert eher weniger Denke, dafür aber um so mehr Glück und/oder Geschicklichkeit. Das gilt auch für das Beer&Pretzels-Spiel mit dem Namen ... Beer & Pretzels.

Beer & Pretzels erscheint im Verlag Bézier Games, und folgt der Definition eines Beer&Pretzels-Spiels genau. Man wirft Bierdeckel auf einen Tisch, und je nachdem, wie diese am Ende liegen, gewinnt man mehr oder weniger Geld. Schnell, leicht zu erlernen, und erfordert kein großes Nachdenken.


Das Spielmaterial besteht aus den folgenden Bestandteilen:

  • eine dicke Kordel (Gesamtlänge ca. 2 Meter), die zu einem Ring zusammengebunden wurde
  • 25 Untersetzer und 5 'Servietten' in fünf Farben (rosa, gelb, grün, blau und grau)
  • 80 Münzen (40 silberfarben und 40 goldfarben, als 1- und 5-Dollar-Münzen
  • eine Spielregel

Die Münzen sind einfache Plastikscheiben, wie die Scheiben zum Flohhüpfen. Sie haben also keine weitere Verzierungen. Die Kordel besteht aus einem dicken, geflochtenern gelben Band, daessen Enden mit einer Metalllasche zusammengehalten werden. Die Untersetzer und die Servietten bestehen aus dicker Pappe und müssen vor dem ersten Spiel 'ausgepöppelt' werden, was aber (auch, weil die Teile ziemlich groß sind - 8,5 cm Seitenlänge bzw. Durchmesser) ohne große Kriegsversetzten abgeht.

Die Spielregel passt ohne allzu viel Stauchen auf eine 18 × 27 cm große Seite - sie ist zweiseitig gedruckt, die Rückseite ist auf Englisch. Hier erkennt man sofort, dass das Spiel nicht allzu ernst sein soll, denn die Regel ist bereits flott zu lesen und ziemlich witzig gehalten. 'Englisch ist wie Chemie, nämlich kaum zu verstehen' ...

Das Band wird auf die Spielfläche gelegt, wobei die genaue Form unerheblich ist, da sie für alle Spieler gleichermaßen gilt. Dann werfen reihum die Spieler jeweils einen ihrer Untersetzer mit dem Ziel, diese wenn möglich innerhalb des durch das Band angezeigten Gebietes landen zu lassen. Wichtig sind die Symbole, die hierbei auf den Untersetzern zu sehen sind: es gibt einen Untersetzer mit vier kleinen Keksen zu je 1$, einen mit zwei Salzstangenkreuzen zu je 2$, einen mit einer harten Brezel zu 3$, einen mit einer 'weichen Brezel' zu 4$, und einen mit einem Bierkrug (×2). Nur Symbole, die komplett zu sehe sind, werden gewertet. Damit das nicht allzu viele werden, werfen die Spieler als letztes noch ihre 'Servietten' (quadratische Untersetzer), um noch Symbole der Mitspieler abzudecken.

Jedes komplett sichtbare Symbol gibt den genannten Betrag als Gewinn - wenn der Untersetzer entweder in dem durch das Band gekennzeichneten Bereich liegt, das Band berührt, oder Bierdeckel berührt, die wiederum das Band berühren - was auch durch mehrere Bierdeckel geschehen kann. Ein komplett sichtbarer Bierkrug verdoppelt den restlichen Gewinn, wenn welcher zu finden ist. Maximal können also in einer Runde 30$ gewonnen werden.

Das Begrenzungsband darf während des Spiels natürlich durch geworfene Untersetzer bewogen werden - oder auch, wie die Spielregel angibt, durch Sturmwinde, auf den Tisch springende Katzen oder bösartige Anwendung von Telekinese.

Wer nach einer bestimmten Anzahl Runden (empfohlen werden so viele Runden wie Spieler teilnehmen) das meiste Geld hat, hat gewonnen. Gleichstände, egal an welcher Position, sollen durch Kommentare wie 'wie langweilig' kommentiert werden.

Es wird auch in den Spielregeln dringend davon abgeraten, echte Brezen oder Bierkrüge (womöglich noch gefüllte) zu werfen.

Das ganze Spiel spielt sich ebenso leicht und locker wie die Spielregel sich liest. Es ist nicht ganz ohne Taktik - werfe ich erst die mehr Geld bringenden großen Brezen - die wahrschienlich sowieso abgedeckt werden - oder die einer Brezen, von denen hofentlich eine überlebt, und hoffe ich, dass die großen am Ende nicht mehr abgedeckt werden? Dennoch ist Geschicklichkeit ein deutlich größerer Faktor. Das macht aber auch einem Grobmotoriker meist nichts aus, denn es ist ziemlich schnell, und unterhaltsam. Mit - je nach Spieleranzahl - einer Spieldauer von 5 - 20 Minuten ist es auch schnell beendet - genau das richtige um auszuspielen, wer am Spielabend den Abwasch machen muss oder die nächste Runde zahlt.

Hersteller Bézier Games
Autor Ted Alspach
Spieler 2-5
Denken 3
Glück 5
Geschicklichkeit 10
Preis ca. 16,17 € (bei Amazon)