x Roachware: Spiel - Tag 2

Freitag, 23. Oktober 2009

Spiel - Tag 2

Die 'Großen'

Heute war also der zweite Tag der Internationalen Spieltage. Im Gegensattz zu den letzten Jahren, in denen ich an diesem Tag durch die Hallen mit den kleineren Herausgebern gegangen bin (4, 5, 8, 9), habe ich dieses Jahr diesen Tag für die drei Hallen mit den 'Großen' (10, 11 und 12) reserviert. Das für morgen befürchtete Chaos (traditionell sind diese Hallen ja samstags und sonntags nur im Schneckentempo begehbar) hat mich zu dieser Umsetlluing veranlasst.

Auffällig war, dass auch hier einer der 'ganz Großen' durch Abwesenheit glänzte. Aber während Games Workshop seine Präsenz in Halle 6 komplett gestrichen hat, was dem verfügbaren Platz nur gut getan hat, ist Hasbro wenigstens mit einem Mini-Stand in Halle 9 vertreten. Dennoch ein wenig verwunderlich. Dafür machte sich auf dem Platz, der bislang Hasbro zur Verfügung stand, heuer Asmodée breit, sowie die zahlreichen Verlage (vornehmlich französischer Provenienz), die durch Asmodée in Deutschland vertreten werden.

Schmidt Spiele (zu denen auch Drei Magier und Hans im Glück gehören) hat wie üblich eine ganze Reihe Neuheiten an Bord. Interessant zum Solospiel sah Flip it aus, ein 3x3-Schiebepuzzle im Stil des klassischen 14-15-Puzzle von Sam Loyd ... bei dem statt Plättchen Würfel verschoben werden, die auf den Seiten unterschiedliche Symbole tragen. Da sich durch geschicktes Drehen und Schieben der Würfel eine Unmenge Möglichkeiten eröffnen, dürfte der Spielspaß lange andauern. Zum Spield es Jahres Dominion gibt es sowhl eine - auch selbständig spielbare, aber auch mit dem ersten Dominion kombinierbare zweite Edition "Die Intrige", sowie mit Seaside eine Erweiterung, die wiederum mit jedem der beiden Basisspiele kombiniert werden kann. Bei Car(d)cassonne wird das bekannte Prinzip um Gebietsausbau und -rekombination mit Karten realisiert - und mit, wie üblich, neuen, veränderten Regeln, die das Spiel wieder interessant machen. In Egizia versuchen sich bis zu vier Baumeister in einem taktischen Aufbauspiel als Architekten im Tal der Könige. Ein eher schnelles Spiel ist hingegen Würfel-Ligretto bei dem ein Würfel eine zusätzliche Rolle spielt.

Über schnelle Spiele gesprochen: nachdem out Of The Box letztes Jahr bereits höchstpersönlich vor Ort war, war ich angenehm überrascht, dass sie dieses Jahr wieder den weiten Weg aus den USA auf sich genommen haben, um ihre Spiele zu präsentieren. Auch wenn John Kovalic wieder nicht dabei war (der Nachwuchs scheint ihn wohl zu sehr zu beanspruchen), hatten man doch eine Reihe interessanter, schneller Spiele im Gepäck, die das Spielsystem von Ligretto nachahmen, aber gleichzeitig einiges Querdenken erfordern - so einfach wie bei Ligrette wird es einem hier nicht gemacht, seine Karten los zu werden. Sowohl Run Wild als auch 7 ATE 9 und Super Circles kommen in denselben Metalldosen, in denen auch schon Rock die Leute zum Querdenken animierte.

The Game Master hatte mit Amsterdam ein interessantes taktisches Spiel um die Touristenströme in der Stadt im Angebot.

Amigo hatte nicht nur die bekannten Kartenspiele im Rucksack, sondern mit Albion auch ein Spiel um die Besatzung Englands durch das Römische Reich. Auch vom anderen Brettspiel von Amigo gab es Exemplare - es versuchten auch einige Spieler, die Flucht von Atlantis in Lebensgröße nachzuspielen.

Bei Jumbo fiel vor allem Das Haus Anubis auf. Auf einem Spielplan, der jedesmal anders zusammengesetzt werden kann, erleben die Spieler Abenteuer ähnlich denen, die in der Fernsehserie auf Nick zu sehen sind (und die nachgespielte Episoden der original Niederländischen Erfolgsserie Het Huis Anubis sind).

Hiku-Spiele hatte ein paar kleine Neuheiten im Angebot - bei diesen Spielen reicht es dem Fan bereits zu wissen, dass auch sie wieder aus den bekannten Materialien bestehen (Lederbeutel, Halbedelsteine), und dass Orthogo, Hau wech! und so weiter wieder ganz nett aussehen.

Queen Games hat unter anderem mit Colonia ein strategisches Bauspiel um Köln im Angebot, und mit Cable Car ein Bauspiel um die besonderen Straßenbahnen un San Francisco, das nicht von ungefähr an das alte Metro erinnert. Schon allein das Spielbrett ist allerdings eine Augenweide.

Bitte nicht übel nahmen, dass ich von den beiden großen 'Sammlern' Asmodée und Huch & Friends keine Übersicht mache - in beiden Fällen wäre die Liste so lang, dass ich morgen noch daran säße :) Auch hier gab es wieder viel Schönes zu entdecken.

AbacusSpiele hatte in Zusammenarbeit mit dV games Gonzaga, ein Politikspiel um die Macht in Europa in der Zwit vom 13. bis zum 18. Jahrhundert. Auch kann man von letzteren wieder den Preisträger von Lucca, Turandot, erhalten.

Dies waren, wie üblich, nur die Sachen, die am meiten ins Auge gefallen sind. Wie in allen Hallen gibt es aber noch viel mehr Interessantes zu entdecken. Wer also noch zweifelt: auch an den traditionell 'volleren' Tagen Samstag und Sonntag lohnt der Besuch sich noch, und das Fehlen von Games Workshop und Hasbro scheint auf den Platz pro Besucher einen guten Einfluss zu haben.