x Roachware: Kommentar
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Dienstag, 17. Januar 2012

Morgen wird es dunkel

SOPA-Blackout

Wie bitte? Politik und Spiele haben nichts miteinander zu tun? Ein Spieleblog sollte sich aus der Politik heraushalten? Ich würde es ja gerne, aber...

Wie vielleicht bekannt ist, ist morgen ein Tag, an dem viele Webseiten gegen die geplanten 'Anti-Piraterie-Gesetze' SOPA und PIPA protestieren, indem sie einen Tag vom Netz gehen. Google. Wikipedia ... es ist eine lange Liste, und viele werden sicherlich überrascht sein, wen sie alles plötzlich nicht mehr erreichen können. Und es nehmen nicht nur die 'Großen' teil, auch viele kleinere Webseiten machen mit. Unter anderem auch Steve Jackson Games (die unter anderem Munchkin herstellen).

In einer Meldung schreibt Steve Jackson höchstselbst:

Wir werden am SOPA-Blackout am Mittwoch teilnehmen und uns hierbei Reddit, Wikipedia und vielen anderen Sites anschließen, die gegen das wirklich dumme Gesetz, das momentan dem Parlament vorliegt, protestieren, und gegen seinen Partner, den "Protect IP Act", der dem Senat vorliegt. (Mir ist klar, dass es nett von mir wäre, wenn ich Phrasen dreschen würde wie 'unangepasst und übermäßig breit', aber da ich kein Politiker bin, finde ich es 'dumm', und nenne es daher auch 'dumm'.)

SJ Games wurde im Laufe der Zeit wiederholt das Opfer von 'Piraten', und wir sind gegen Piraterei. Intellektuelles Eigentum ist Eigentum, und die Leute, die es wegnehmen, sind Diebe. Das rechtfertigt aber nicht die Schaffung eines complexen, dummen Gestzes, das der Regierung drakonische Mächte gibt um unbewiesenen und böswilligen Klagen den Weg frei zu machen. Hier kann man ein Statement der EFF finden, das viele Details enthält.

Wann und wie genau die Seite sich beteiligen wird, ist noch nicht bekannt.

Und in eigener Sache: ich weiss nicht, ob es bei Blogger möglich ist, abwr wenn, dann werde ich versuchen, auch Roachware teilnehmen zu lassen... Ansonsten bleibt es bei den Trauerbalken oben.
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Donnerstag, 15. Dezember 2011

Langeweiler

Der Startspieler-Witz

Bei vielen Spielen scheint es ja wichtig, wer als erster bzw. als letzter in einer Runde ziehen darf. Meist ist das allerdings eher akademisch, weil auf die Länge des Spiels gerechnet, der Vorteil (oder auch Nachteil, je nach Spiel) des ersten Zuges meist vernachlässigbar gering ist. Dennoch, um zu vermeiden, dass schon über diese Frage eine Spielrunde in Streit ausbricht, wird in den meisten Spielregeln eine Regel zur Bestimmung des 'Startspielers' gegeben.

In den meisten Fällem würde es daher also ausreichen, wenn in der Regel etwas stünde wie 'zufällig bestimmen, wer der erste Spieler ist'. Allerdings wird dies in vielen Fällen in den Regeln nicht getan, sondern eine 'alternative' Regel wird gegeben.


Typische Beispiele hierfür sind:

  • wer als letzter Eis gegessen hat
  • wer zuletzt mit der Bahn gefahren ist
  • wer am besten einen Mammuthschrei imitiert
  • wer am unschuldigsten schauen kann
und so weiter...

Viele Spieler haben sich daher bereits als "Defaulteinstellung" darauf eingestellt, diese Floskel in den Regeln zu überlesen. Eine Einstellung, die ich - in den meisten Fällen - nur unterstützen kann. Nicht nur, weil die Bestimmung des Startspielers laut Regel ('rule as written' - RAW) gelegentlich ebenfalls zu Streit führen kann, sondern auch, weil diese Floskel oftmals der einzige Versuch darstellt, in einer Spielregel einen Witz unterzubringen. Ich habe nichts gegen Humor, aber an dieser Stelle wirkt er oftmals gekünstelt und forciert, aber nicht gerade natürlich.

Darum empfehle ich: Einfach 'zufällig bestimmen' ist einfacher, und manchmal deutlich weniger peinlich. Vor allem, wenn das Spiel ansonsten eher knochentrocken daherkommt, verwirrt ein 'witziger' Startspieler-Mechanismus mehr als dass er nützt...
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Mittwoch, 8. Juni 2011

Siezgelegenheit

Flamebait

In einem kleinen Forum nicht weit von hier (ich lasse 'mal die Namen weg, denn wer das Forum kennt, weiss, wovon ich spreche, wer es nicht kennt, hat wahrscheinlich mit den Systemen des Forumsbetreibers doch nichts am Hut) wird 'mal wieder geputzt. Nicht nur, dass die Moderatoren bei Beleidigungen und Flames einschreiten (was ja auch nur gut und richtig ist), nein, auch kleine sprachliche Schnitzer und Kraftausdrücke werden jetzt - teilweise längere Zeit im Nachhinein - durch die Moderatoren editiert.

Einmal abgesehen davon, dass das natürlich erst einmal rein rechtlich fragwürdig ist, auch wenn die neueren Forumsmitglieder seit einiger Zeit beim Registrieren die Regeln gesehen haben, ist die plötzliche Durchsetzung der Regeln in so unerwarteter Weise doch eher kritisch zu sehen. Und wenn die Aussage durch das Weichspülen sinnentstellend verändert wird, könnte das zu üblen Konsequenzen führen.

Sinnentstellend? Man kann durch das Weichspülen auch beleidigend werden. Hier ein rein theoretisches Beispiel: Man nehme nur an, jemand hat geschrieben "Frei nach TicTacToe - Auf die Schnelle wird das hier 'ne Riesenwelle. Ich find das Scheiße". Und die 'weichgespülte Version' endet dann ohne weitere Veränderungen auf "Ich find das gar nicht gut". Was bei entsprechender Regelung (Das S-Wort streichen) ohne weiteres vorkommen kann. Nur muss der Originalposter sich dann später anhören, dass er ja noch nicht mal TicTacToe halbwegs richtig zitieren kann. Kann man da nicht vielleicht sogar eine Gegendarstellung verlangen? (IANAL) 'Durch das Posting wird der Eindruck erweckt, ich könne nicht richtig zitieren. In Wirklichkeit hatte ich aber mit den Worten ... richtig zitiert.' Wer weiss, vielleicht will ja jemand noch Minister werden, und hat Angst, für falsches Zitieren geguttenbergt zu werden...


Was mich aber wirklich amüsierte, war die 'Regelauslegung' "Nichts, was man nicht auch in einem Vorstellungsgespräch sagen würde." 


Was ist daran so amüsant, mögen sich manche fragen - auch ohne nur mit Schlips und Hemd zu posten, wie es in einem anderen Forum geschlussfolgert wurde, kann das nur zu Verwirrung führen. Ich habe in meinem Leben bereits eine Reihe Vorstellungsgespräche mitgemacht, sowohl in Deutschland und den Niederlanden als auch bei den Amerikanischen Streitkräfte in Deutschland. Und alle drei genannten Kreise hatten ganz andere Bedingungen für die Gespräche.


Irgendwie ungewohnt, so eine Siezgelegenheit - denn auch heute noch dürfte es in Deutschland üblich sein, den potentiellen Arbeitgeber bzw. dessen Vertreter zu siezen. In anderen Ländern - tja , in den USA gibt es den Unterschied zwischen Sie und Du nicht, und man redet das Gegenüber so an, wie es sich vorgestellt hat: hat er/sie den Nachnamen verwendet, benutzt man ihn auch, wenn der Vorname zur Vorstellung verwendet wurde, reicht der. In NL ist das 'je' (Du) sogar die Regel, und für ein 'U' (Sie) wird man hierzulande schief angesehen. Aber in Deutschland... Und wenn mir in einem deutschen Forum geasagt wird, dass ich mich wie bei einem Vorstellungsgespräch verhalten solle, muss ich das doch als 'in einem deutschen Vorstellungsgespräch' auslegen, oder nicht? Wobei fraglich ist, ob ich in so einem Forum überhaupt noch posten will, wenn ich weder französische Generäle (Cambronne), noch Deutsche Literaturklassiker (Goethe - nur echt wenn 'im' geleckt wird...), noch bestimmte Bibelstellen (Jes 23,16) zitieren kann, ohne dass mir die Zitate dann abgeändert werden.


Wenigstens ist das eine Regel, die der Poster der Regelauslegung selbst bricht: er redete noch wenige Stunden vorher in einer anderen Diskussion selbst sein Gegenüber mit 'Du' an... Hier klicken um mehr zu lesen...

Mittwoch, 18. Mai 2011

Wartezeiten

Hier ein kleiner 'Rant' abseits der normalen Postings. Als solcher ist dieses Posting für Leute, die News über Spiele oder Rezensionen suchen, vielleicht nicht so interessant, aber für Leute, die Spiele kaufen, oder die Spiele an Journalisten zwecks Rezensionen versenden, ist dies schon wichtig.

Vorige Woche habe ich einen Artikel on-line gekauft. Es ist gar nicht so wichtig, was oder bei wem. Viel interessanter ist, dass der Artikel vorige Woche Freitag bereits an DHL übergeben wurde - und bis heute noch nicht bei mir eingetroffen ist. Wobei 'bei mir' ausdrücklich meine Deutsche Adresse bezeichnet, es geht also nicht um eine Sendung ins (grenznahe) Ausland.


Laut Sendungsverfolgung (Link führt zu selbiger für das Päckchen, es ist nichts wesentliches zu entdecken außer dem aktuellen Status...) der DHL liegt das Päckchen immer noch im Start-Paketzentrum (bzw. ist unterwegs). Sprich: von Neumünster bis Dorsten (laut anderen Sendungen das Ziel-Paketzentrum für Sendungen an mich) benötigt DHL mehr als vier Tage, was auch bei Anrechnung des Wochenendes IMHO ein wenig langsam ist.

Ich habe also einmal bei DHL angerufen. Das Ergebnis: Ja, das sollte so nicht sein, dass das Paket seit Freitag keinen Statusupdate mehr hat. Aber als Empfänger kann ich keinen Nachforschungsauftrag stellen - das kann nur der Absender.

'mal sehen, wann ich die Ware in Empfang nehmen darf.


Was lehrt uns das? Wenn man etwas über DHL verschickt, auch als Absender: nachsehen, was mit dem Teil geschieht. Sollte es termingebunden sein (zum Beispiel, weil es eine Woche vor dem Erstverkaufstag in einer Redaktion eintreffen muss, damit am Erstverkaufstag die Rezension online gehen kann), muss man da erst recht drauf achten...
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Montag, 28. März 2011

DSA - Großreinemachen

Zur Zeit überschlagen sich wieder einmal die Meldungen zur Redaktion des Rollenspiels DSA.

Nachdem vor wenigen Tagen bekanntgegeben wurde, dass Uli Lindner und Patric Götz nicht mehr zur DSA-Redaktion gehören, wurde im Laufe des letzten Wochenendes auch der Auszug Thomas Römers aus der Kernredaktion bekanntgegeben. Außerdem wurde bekannt gegeben, dass Alex 'Disaster' Spohr neu zur Redaktion stößt, sowie dass die WunderWerk Online - ein Online-Newsletter zum Schwarzen Auge - eingestellt werde zugunsten der Veröffentlichungen von Einzelartikeln.

Ein ein wenig merkwürdiges Gefühl beschleicht einen schon, wenn man all das hört. Gerade Uli, Patric und (vor allem) Thomas gehören ja für den (halbwegs) Eingeweihten zum festen Inventar von DSA, so dass man sich unwillkürlich fragt, ob das denn gut gehen kann. Da kann auch die Berufung von Alex die Bedenken nur teilweise zerstreuen.

Für DSA scheint seit einiger Zeit der alte chinesische Fluch von den 'interessanten Zeiten' eingetreten zu sein, und man darf wohl gespannt sein, wie das weitergehen wird. Ich persönlich finde den Verlust der drei sehr schade (der Gewinn von Alex hingegen ist sicherlich ein Pluspunkt), und werde gespannt die weitere Entwicklung verfolgen. 'mal sehen, vielleicht ergibt sich ja irgendwann einmal eine Gelegenheit, mit dem einen oder anderen der Gegangenen und gegangen Gewordenen am Rande einer Con oder Börse ein kleines Interview zu führen, und davon an dieser Stelle zu berichten. Mich würde es jedenfalls freuen.

Persönlich wundert mich die Entscheidung doch ein wenig, denn die drei, die jetzt gehen, gehören zu den wenigen DSA-Machern, die auch dem weniger internet-affinen Spieler des Systems ein Begriff sind. Gerade Thomas Römer hat in der Rezeption der heutigen Spieler (wenn ich die Eindrücke auswerte, die ich auf verschiedenen Cons und bei gelegentlichen Besuchen in Deutschen Rollenspielläden erhalte) den Urvater des Schwarzen Auges, Ulrich Kiesow, längst überholt. Und die Liste der in den letzten 12 Monaten ausgeschiedenen liest sich beinahe wie ein Who's Who der Deutschen Rollenspielszene. Ich kann mir nicht so recht vorstellen, dass man jetzt versuchen will, durch 'unbekanntere' Autoren den Eindruck zu erwecken, man sei der Indie-Szene zuzurechnen. Das ist dann doch eine etwas andere Welt...

Ich werde jedenfalls gespannt beobachten, wie es dem zweitältesten deutchen großen Rollenspielsystem in Zukunft ergehen wird.
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Sonntag, 31. Oktober 2010

Spiel 2010 - Nachbetrachtung


Betrachtungen einer unabhängigen Messebesucherin

Spiel 2010
Die Messe für Spiel und Spaß
von AmiraLee

Es ist Sonntag morgen kurz nach acht. Wie immer eigentlich schon viel zu spät, wenn man um zehn bei Öffnung der Türen zur Spiel da sein möchte, keinen Presseausweis und auch keine Dauerkarte besitzt und auf ein Transportmittel angewiesen ist. Also nichts wie raus aus den Federn, rein in die Klamotten und ab durch die Mitte. Am Ende einer fast einstündigen Fahrt steht dann noch die leidige Parkplatzsuche, mehr oder weniger unterstützt durch einige freundlich winkende Herren in Warnwesten und eine Fahrt mit dem Shuttlebus zum Eingang. Nun, der nächstgelegene Eingang wäre der Eingang Ost gewesen, wo ich mich eigentlich mit einem Freund treffen wollte und daher gerne ausgestiegen wäre. Aber nun was soll ich sagen? Wo mehr als 4 Personen aufeinander treffen greift Murphy´s Gesetz um so besser. Also, der Bus entführte mich zum Eingang Mitte, also raus aus dem Bus, und ab zurück zum Osteingang. Unterm Strich hätte ich auch den Bus Bus sein lassen können und wäre besser gleich vom Auto aus gelaufen. So hätte ich dann wenigstens noch meinen Freund von der Presse getroffen und würde jetzt seinen Artikel lesen, anstatt selbst etwas zu schreiben.

Nun gut, hier soll es ja um die Spiel 2010 gehen und nicht um Murphy´s Gesetz, also...

Abgesehen von den sehr vielen Menschen aller Herren Länder und der sehr geräuschstarken Umgebung war es wieder mal sehr informativ.

Neben sehr vielen neuen und alten Spielen von allen nur erdenklichen bekannten und unbekannten Verlagen konnte man noch die volle Bandbreite sämtlicher europäischer Sprachen und noch einige andere darüber hinaus vernehmen.

So passierte es mir doch tatsächlich, dass ich an einen Stand geriet, der mit einem sehr interessant klingenden Wissensspiel zum Thema Ernährung warb. Als ich dann Interesse bekundete und gerne ein paar Informationen haben wollte fragte der freundliche Verkäufer, ob er denn auch Englisch sprechen könne, da er kein Deutsch spräche. Nun, kein Problem, also alles auf Englisch. Doch kurz darauf wurde mir bewusst, dass es dieses Spiel tatsächlich nur auf eben Englisch gab. Meiner Nachfrage bezüglich einer doch etwas leichter zu spielenden deutschen Version wurde mit dem Hinweis begegnet, dass es dieses Spiel zur Zeit nur in Englisch und Afrikaans gäbe. Da ich von der Spielidee dennoch begeistert bin, werde ich wohl etwas abwerten und dann die netten Leute dieser Firma noch einmal kontaktieren um zu erfahren, ob es mittlerweile vielleicht doch eine deutsche Ausgabe gibt.

Nun, neben den Klassikern der Brett- und Kartenspiele waren auch wieder Comics, Rollenspiele und elektronische Spiele sowie viele Bewegungsspiele vertreten. Viel Spaß machte auch das Ausprobieren einiger Jongliersachen und JoJos, sowie Geschicklichkeitsspiele. Natürlich war es nicht immer leicht die Dinge, die einen interessierten auch ausprobieren zu können, denn an mancher Stelle waren einfach sehr viele Interessierte auf kleinem Raum oder nur wenige Mitarbeiter auf zu viele Besucher. Jedoch bot auch der Spieletrödel eine Möglichkeit recht günstig an das ein oder andere Spiel zu kommen um es dann vielleicht doch lieber zu Hause um stillen Kämmerlein im Kreise von Freunden und Familie intensiv zu testen.
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Montag, 10. Mai 2010

Kundendienst in Digitalien

Games Workshop gegen Warhammer Alliance

Ein wenig kommt man sich wie im FailBlog vor, wenn man eine solche Meldung liest und dann übernimmt...

Was steht da: nun, dass Games Workshop die WarhammerAlliance abmahnt, wegen missbräuchlicher Warenzeichenverwendung, Cybersquatting, Wettbewerbsverzerrung...

Die Alliance ist eine der dienstältesten und wohl auch eine der lebendigsten Communities zu Warhammer Online, und besteht bereits seit 2005. Es ist schon ein wenig seltsam, dass Games Workshop da erst jetzt drauf gekommen sein soll, dass diese Site existiert. Aber es gibt mehr Merkwürdigkeiten zu der Meldung: so behaupte Games Workshop laut dieser Meldung, man habe keine Möglichkeit gefunden, mit den Machern der Alliance in Kontakt zu treten.

Ich bin zugegebenermaßen wahrscheinlich ein wenig mehr 'internet-savvy' als der gemittelte Nutzer, aber es kostete mich genau 5 Sekunden, um den Link 'Contact us' zu finden - davon drei, bis ich meine Maus gefunden hatte, um nach unten zu scrollen, und anderthalbe für das eigentliche Scrollen...

Auch interessant ist der zweite Post in dem dazugehörigen Forumsthread, in dem Shelby Cardozo erzählt, er habe Ende 2005 mit Games Workshop und Mythic Entertainment über das genaue Layout (und über den Disclaimer) gesprochen, und dass Games Workshop damals zufrieden gewesen sei.

Wie kommt es also, dass GW so lange nichts getan hat? Man wusste nicht, dass die Seite bestand? Unwahrscheinlich. Man hat seit damals keinen Kontakt aufnehmen können? Unwahrscheinlich, wenn der Disclaimer abgesprochen wurde. Man hat es vergessen, und hofft, jetzt selber mit der URL Geld machen zu können bzw. die Seite wegzuklagen? Klingt schon eher möglich.

Es bleibt aber abzuwarten, wie dies die Warhammer-Spieler (und es gibt eine nicht zu unterschätzende Schnittmenge zwischen Warhammer-Online-Spielern und Warhammer-Tabletoppen) aufnehmen werden. Damnatus dürfte noch nicht vergessen sein, wenn ich mir manche Kommentare auf Cons anhöre...
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Donnerstag, 1. April 2010

Geschäftssinn

Kurzer Exkurs in Betriebs- und Volkswirtschaft

Ich weiss nicht so recht, wo ich das hier einordnen soll, es würde wohl unter Flamebait fallen. Allerdings ist das Thema nicht direkt meins, und zeigt einige interessante Effekte auf.
Ein wichtiger Punkt der BWL- und VWL-Theorie sind die Preisfindungsmechanismen. Wie entsteht ein Preis auf dem Markt, und welche Faktoren beeinflussen ihn? Markt ist hierbei nicht der Wochenmarkt, sondern die komplette wirtschaftliche Umwelt in der sich Käufer und Verkläufer zusammenfinden. Es geht hierbei auch niocht ums Feilschen und Verhandeln, sondern eher um langfristige Effekte und Theorien. Wenn wenige Leute etwas kaufen, sinkt der Preis, dann sind mehr Leute interesseiert, ist so ein vermuteter Mechanismus. Im Endeffekt pendelt der Preis sich auf einem Niveau ein, das den Herstellungskosten (plus ein kleiner Gewinn) entspricht, sagt die sog. 'objektivistische Wertlehre', oder auf dem, der dem Nutzen des Käufers entspricht (sog. 'subjektivistische Wertlehre'). Aber da gibt es natzürlich noch 'zig Effekte, die dem zuwiderlaufen.


So gibt es den Qualitätsvermutungseffekt ('made in Germany'), der dazu führt, dass der Käufer einen höheren Nutzen annimmt. Oder den Snobeffekt (nur mit Krokodil / Flügelpferd / dreizackigem Stern / wasauchimmer zeigt das Produkt, dass ich etwas besseres bin), der dazu führt, dass ein Mindestpreis erhaltgen bleiben muss, weil sonst die Leute, die das Symbol zum Protzen verwenden, nicht mehr interessiert sind, 'weil es dann ja jeder kaufen kann'. Es gibt das Brotparadoxon, dass b ei steigenden Preisen der Verbrauch an Brot steigt (weil man sich Luxusnahrungsmittel nicht mehr leisten kann und stattdessen auf Grundnahrungsmittel ausweichen muss). Und ... dann gibt es Effekte, die widersetzen sich jedem Verständnis.
Ein Beispiel hierfür ist die iPhone-App Zits & Giggles, ein, sagen wir vorsichtig, Spiel, bei dem man Aknepickel auf dem iPhone ausdrücken soll. Das Spiel wurde in den ersten Monaten für 99 US-Cent verkauft, und fand ein paar Käufer, aber ziemlich wenige. (Vielleicht hat es denselben psychischen Effekt wie das Bubblewrap-Spiel auf dem Computer?) Irgendwann kamen aber dann keine neuen Kunden mehr.
Standard-Marketing empfiehlt, dann zumindest eine Zeitlang den Preis zu senken, um neue Nachfrage zu generieren, aber der Autor, Tommy Refenes, tat genau das Gegenteil: er erhöhte den Preis auf 15 US-Dollar. Das ist, für jeden, der sich nicht mit iPhone-Apps auskennt, ein extrem hoher Preis. Plötzlich kamen neue Kunden, die ersten am Tag der Preiserhlöhung. Ich weiss nicht, ich stehe nicht an meiner Tankstelle zu warten, dass der Treibstoff plötzlich 8 Euro kostet, damit ich dann tanken kann.
Es ging weiter. Der Preis wurde auf 50 Dollar erhöht. Vier Kunden kamen. Als Reaktion programmierte Refenes das Angebot so, dass der Preis weiter stieg, so lange Kunden kamen. Und vergaß es erst einmal wieder. Als er nach einiger Zeit (am Valentinstag) wieder nachsah, war der Preis auf $299 gestiegen, und stieg weiter bis auf $350. und das, obwohl eine der beiden Kundenbesprechungen, die auf der Apps-Seite zu finden waren, ausdrücklich davon sprach, dass das Spiel mit einem Dollar (Startpreis) noch zu teuer war.
Ich will hoffen, dass unsere Spielehersteller hieraus nicht eine Lektion übernehmen. Auf SPielebpreise umgerechnet würde ein normaler Würfel dann 300 Euro kosten können, oder ein Brettspiel für einen vier- bis fünfstelligen Betrag ü+ber die Ladentheke gehen...
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Samstag, 19. Dezember 2009

Flamebait

Wie vergrault man seine Fans?

Es gehört mittlerweile zum guten Ton, dass ein Rollenspielverlag ein Forum anbietet, auf dem die Kunden sich über die Produkte unterhalten können. In der Regel gibt es in diesen Foren auch einen sogenannten 'Off Topic'-Teil, der je nach Forum mehr oder weniger intensiv genutzt wird. Beispiele dafür sind hier bei Nackter Stahl (Frostzone / Arcane Codex), hier im offiiellen Pegasusforum, hier im angeschlossenen Cthulhu-Forum, hier bei Prometheus (Savage Worlds, 1W6, Barbaren, Elyrion, Funky Colts, Ratten ...) - sogar im Midgard-Forum findet man einen derartigen Bereich. Die einzige Ausnahme ist das Forum von Feder und Schwert - und in Kürze auch das von Ulisses.

Beinger der schlechten Nachricht war der Forenadmin Ijiro, der gestern, am 18.12., die Nachricht überbrachte, dass 'im Januar' auf eine neue Forenengine umgestiegen werden würde, und im Zuge dieser Maßnahme auch der gesamte Off-Topic-Bereich wegfallen werde. Ziel sei, aus dem Forum ein 'Informationsforum' zu machen.

In der Forenpolitik will Ulisses sich also an Feder & Schwert annähern. Auch wenn ich selber - als Mitglied eben dieses Off-Topic-Bereiches, wenn ich auch regelmäßig in den OnTopic-Foren tätig war - voreingenommen sein mag (deshalb dieses Posting auch als Kommentar unter dem Titel 'Flamebait'), kommt mir das ganze Vorhaben doch sehr ... fraglich vor.

Es ist kein Geheimnis, dass einige Mitgliedern der Führungsetage von Ulisses bereits seit langem den Wunsch hegten, das Off Topic zu schließen - immerhin fand man dort die Leute, die am ehesten sagten, wenn ihnen etwas an neuen Produkten nicht gefiel. Dies wurde aber dann gerne verschleiert hinter Behauptungen wie die, dass es im Off Topic viel mehr Flamewars gebe, was kein gutes Licht auf den Verlag werfe, oder dass die reine Anwesenheit des Off Topics potentielle Benutzer vergraulen würde - u.a. eben wegen der Flamewars, aber auch wegen der familiären Atmosphäre, die dort herrschte, und die sogar einige Beziehungen zwischen Postern zuwege brachte). Ich frage mich allerdings, wie diese beiden Phänomene - viele Flamewars und eine familiär-freundschaftliche Atmosphäre - eigentlich zusammenpassen sollten. Aber zu Flames nachher noch etwas mehr.

Jetzt wird das off Topic also zugemacht - und das mit einer (An)kündigungsfrist von zwei Wochen, denn 'irgendwann im Januar' kann ja bereits der erste sein. Diese Ankündigung kam zu einer Zeit, als die ersten sich bereits in den Weihnachtsurlaub abgemeldet hatten - mit der Option of eine häßliche Überraschung nach Weihnachten. Ob man hoffte, so die Reaktionen 'klein zu halten'?

Die OT'ler von Ulisses - Kummer gewohnt - machten sich jedenfalls sofort daran ... nein, nicht über die Entscheidung Zeter und Mordio zu schreien, sondern eine Alternative zu suchen. Und in diese Diskussion mischte sich dann jemand ein...

Dieser Poster, der seiner eigenen Aussage nach seit einem Jahr bereits im Ulisses-Forum liest, sich aber erst Mitte November angemeldet hat, fand es an der Zeit, in diesem Thread noch einmal nachzutreten. Mit Kommentaren wie "hier wirkt ihr wie, hm, ranziger Kleber und Senkblei" versuchte er wohl, die Temperatur ein wenig weniger winterlich zu machen, was allerdings schnell verpuffte und im Endeffekt ausging wie das Hornberger Schießen. Auch der Versuch, mit der Bemerkung "das DSA Forum wird ein Gewicht von seiner Brust verlieren " weitergehende Kommentare herauszulocken, können nur als wenig erfolgreich betrachtet werden. Wozu aber dieses Trollen?

Es mag daran liegen, dass die (oben bereits erwähnte) Behauptung, das Off Topic sei der Ort, wo es die ganzen Flamewars gebe, keiner näheren Nachprüfung standhält. Der letzte echte Flamewar zwischen OffTopic'lern ist (gefühlt) gut ein Jahr her - es ging ums Rauchen, wenn ich mich recht erinnere - während (ebenfalls gefühlt) in jedem Monat irgendwo im On Topic - meist im Regel und im Hintergrundforum, scheint es - ein neuer Flamewar ausbricht. Da wäre es natürlich schön, wenn man die Argumentation abändern könnte und mit dem Finger zeigen und sagen "Seht mal, der letzte Flamewar war im Off, also muss das 'raus". Man muss gar nicht erst diesen Comic längere Zeit lesen, um ein solches Muster zu vermuten. Was allerdings die Frage aufwirft, um wen es sich bei dem Poster handelt. Honi soit.

Wie auch immer, man will also neue Kunden anziehen, mit einem 'Informationsforum', in dem persönliche Beziehungen verpönt sind. Es ist sicher das Recht von Ulisses, selbst zu bestimmen, wie sie ihr Forum aufziehen und was sie damit erreichen wollen. Allerdings stellt sich mir die Frage, ob man dieses hehre Ziel auch erreichen kann.

Zu einem Informationsforum gehört für mich, dass ich nach kurzer Zeit von offizieller Seite eine Antwort auf meine Fragen erhalten kann. Also nicht nur von anderen Mitkunden, sondern von jemandem, der weiss, was Sache ist, und eine zumindest semi-offizielle Position einnimmt. Mit anderen Worten: ein wenig wie das F&L-Forum (Achtung: dies ist ein Niederländisches Forum). Sogar hier gibt es in jeder Kategorie ein Off-Topic. Was aber viel wichtiger ist: die Redakteure der verschiedenen Zeitschriften lesen regelmäßig mit und antworten auch auf die Fragen. Wer Informationen nötig hat, kann hier tatsächlich davon ausgehen, dass er auch kompetente Antworten erhält. Auch wenn Ulisses kürzlich zwei weitere Redakteure fest angestellt hat, muss ich doch sagen, dass mich eine derartige Qualität im neuen Forum überraschen würde. Aber vielleicht gelingt es Ulisses ja, mich hier positiv zu überraschen.

Was auf jeden Fall passieren wird, ist, dass die Diskussionen im On Topic weniger und langsamer werden. So einige Off-Topic-Poster posten schließlich auch im On Topic, kommen aber hauptsächlich eben fürs Off Topic ins Forum. Der Autor ist ein gutes Beispiel dafür. Wenn das Ulisses-Off-Topic wegfällt, werde ich ziemlich sicher nicht mehr jeden Tag (mehrfach) im Ulisses-Forum einloggen, sondern wahrscheinlich nur noch alle drei, vier Tage oder so. Das werden viele andere aucht tun, wenn sie denn überhaupt noch wiederkommen, nachdem man ihnen indirekt gesagt hat wir wollen Euch nicht, ihr seid sowas von bäh, da ist die Türe. Man beschte: auch die OffTopic'ler haben Ulisses-Produkte gekauft un bespielen diese - ob es DSA, Myranor, WarMachines, Hordes oder sonstwas ist. Einiege dieser personae non gratae sind offizielle Supporter...

Jeder regelmäßige Besucher des Forums wird sich fragen müssen, wann es ihn/sie eventuell ebenfalls treffen könnte. Da die Kritik an den Ulisses-Produkten vor allem von OffTopic'lern ausgesprochen wurde, wird es sicher auch einen abschreckenden Effekt geben, Kritik überhaupt zu äußern - ein Jasagerforum aber hat auf Dauer keine Überlebenschance. Ob man sich die Kritik zu Herzen nimmt oder (zum Beispiel aus anderen Quellen) anderen Informationen einen höheren Stellenwert einräumt, ist eine Sache. Zu hoffen, dass ein Forum, dem man (indirekt) gesagt hat, dass Kritik nicht erwünscht ist, einem sinvolles Feedback liefert, ist jedenfalls eine Hoffnung, die nicht aufgehen kann. Bleibt nur zu hoffen, dass die Annäherung an Feder & Schwert in der Forenpolitik die einzige Annäherung im geschäftlichen Bereich bleibt un nicht auch zu einer Annäherung im Rollenspielumsatz führt. F&S kann schließlich über die Bücher ausgleichen.

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Freitag, 22. Mai 2009

Flamebait

Grau ist das neue Schwarz

Es scheint heutzutage 'in' zu sein, Rollenspielwelten 'grau' zu machen. Strahlende Helden - ob Spielercharaktere, oder Nichtspielercharaktere als Vorbilder - werden entweder kräftig eingegraut oder entsorgt, damit 'man nicht schwarz-weiß spielt'. In Extremfällen werden Erfolge der Spielerhelden ('Held' im literarischen Sinne) durch Aktionen von NPCs, auf die die Helden keinerlei Einfluss haben, regelmäßig zunichte gemacht.

Wenn es dann zu Diskussionen kommt, und jemand meint, er würde doch gerne auch einen wirklich weißen oder auch einen pechschwarzen NSC sehen, wird ihm sofort vorgeworfen, er wolle reines schwarzweiß haben, und so sei die Welt nun einmal nicht. Dass das 'auch' eben impliziert, dass auf der anderen Seite auch verschiedene Grautöne möglich sein dürfen, wird dann gekonnt übergangen.

Leider ist durch den Verlust der ganz hellen und ganz dunklen Töne, also das Zeichnen der Spielwelt in einem Farbspektrum das die ganze Bandbreite zwischen kräftigdunkelmittelgrau und starkdunkelmittelgrau umfasst (und nichts außerhalb zuläßt, will man sich nicht dem Vorwurf aussetzen, zur Schwarzweißfront zu gehören, die kein Grau zulassen will...) die ganze Angelegenheit ziemich undurchsichtig. Ich gebe einfach 'mal ein Beispiel.

Das Bild hier rechts ist, um es einmal vorsichtig auszudrücken, schwer zu erkennen. Genau genommen sieht man sogar nicht alles, was zu sehen sein könnte. Man kann erahnen, dass ein Text zu lesen ist, und das ist es dann auch. Wer scharfe Augen hat, kann noch den Text entziffern, aber ein wirklich aussagekräftiges Bild sieht anders aus. Vor allem: das eigentliche ild enthält Informationen, die hier beim besten Willen nicht mehr zu erkennen sind.

Ich habe für dieses Bild ein anderes genommen, und in der Bildbearbeitung den Kontrast so weit herabgesetzt, dass eben nur noch ein enges Spektrum Grautöne übrig blieb. (Ich habe wirklich nur den Kontrast geändert, alles andere blieb unverändert.)

Wenn man sich ds Originalbild (hier rechts) ansieht, erkennt man sofort, welche "wichtige Information" verschwunden ist. Dadurch, dass der Kontrast von reinweiß bis pechschwarz geht - aber dennoch graue Zwischentöne möglich sind! - erhält man plötzlich mehr Informationen.

Ähnliches geschieht auch in Rollenspielwelten. Es mag in unserer Welt normal scheinen, dass Steuerhinterzieher nur dann hinter Gitter gehen, wenn sie weniger als einen bestimmten Betrag unterschlagen haben, aber das ist ein Effekt, den man in einer Rollenspielwelt als Autor gut überlegen sollte. Immerhin hat man durch die Wahl des Genres, des Stils undsoweiter eine bestimmte Erwartungshaltung bei den Kunden (Spielern und Lesern) geweckt, die man nicht grundlos enttäuschen sollte. Nichts gegen das gelegentliche bewußte Brechen eines Tropus - wenn das Brechen so alltäglich geworden ist, dass die Spieler überrascht sind, wenn einmal ein Tropus nicht gebrochen wird - wenn das Brechen des Tropus zu einem Stereotyp verkommen ist - wenn die Reaktion der Kunden niht mehr 'Ohje, so ein Sch...' sondern nur noch ein halb-gelangweiltes, halb-resigniertes 'Was haben die denn jetzt schon wieder angestellt?' ist - dann, ja dann ist etwas ganz gehörig in eine Schieflage geraten, gegen die sich die Lage des Finanzmärkte wie ein Rosenbett ausmacht.

Mit der Verwendung eines Genres, mit der Verwendung von Tropen macht man dem Kunden ein implizites Versprechen, dass er sich an bestimmten Richtlinien orientieren kann, um seinen Weg durch die eben nicht reale Welt zu finden. Wenn ich einen Film als Martial-Arts-Comedy ankündige, der aber nach einer halben Stunde furioser Action plötzlich zu einer Liebesschnulze entartet und die Kampfkünste völlig veschwinden, werden die Zuschauer sich (zu Recht) betrogen fühlen, genau wie wenn ich einen Film als Remake von "Und ewig grünt die Heide" ansetze, aber nach zwanzig Minuten Aliens landen und die Landschaft zerstören. Womit ich weder etwas gegen Liebesschnulzen noch gegen Invasions-Science-Fiction sagen will: es wird in diesen Fällen ganz einfach die Erwartung des Kunden, die durch das implizierte Versprechen aufgebaut wurde, enttäuscht.

Die logische Folge für einen Film: Filme dieses Regisseurs - vielleicht sogar des ganzen Verleihs, oder der Produktionsfirma - werden in Zukunft schlechter laufen, weil die Leute misstrausich sind. wenn ds mehrmals geschieht, kann man die Filme irgendwann ebsser sofort auf Video verscherbeln (für 1 Euro pro Film), weil niemand mehr für diese Filme ins Kino gehen wird, oder sich die Filme zum Normalpreis antun wird. Und die Note bei IMDB wird ziemlich tief liegen. Auch wenn es immer ein paar unverwüstliche Fans gibt, die alles entschuldigen, werden sie schnell durch die enttäuschten Kinogänger überstimmt werden.

Die logische Folge für ein Rollenspiel: Das wird viel langsamer gehen, aber ein ähnlicher Effekt wird einsetzen. Man wird vielleicht ein paar neue Kunden gewinnen, die genau diese gebrochenen Tropen cool oder heiss finden, aber man wird nach einiger Zeit eine ganze Reihe Kunden verlieren, die 'sich nicht länger verarschen lassen' wollen. Da aber die Schmerzgrenze bei den Kunden unterschiedlich liegt, wird man zu Beginn vielleicht gar nicht so merken, was da passiert, sondern erst, wenn es zu spät ist. Und auch hier wird es Kritik geben, aber da - anders als zum Beispiel bei IMDB - in Online-Foren zu betimmten Rollenspielen meist vor allem die Fans des Rollenspiels, das das Thema des Forums ist, zusammenkommen, werden Klagen wesentlich schlechter zu hören sein, und man oftmals erst merken , was los ist, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Wer ein Rollenspiel herstellt, wer als Spielleiter Runden anbietet, der verspricht (implizit) den Spielern, dass sie etwas verändern können. Sogar bei Rollenspielen, die so sehr auf das ultimate Versagen der Spielercharaktere ausgerichtet sind wie bei Cthulhu will man als Spieler die Möglichkeit haben (oder zumindest den Eindruck haben), dass man die Situation zum besseren wenden kann. Wenn den Spielern ihre bereits realisierten Erfolgserlebnisse anschließend an der ausgespielten Szene vorbei (also im Plotverlauf ohne Einwirkungsmöglichkeit der Spieler) zunichte gemacht werden, hat man als Spieler beim ersten Mal vielleicht nur ein leichtes Frustgefühl. Wenn das aber öfter geschieht, dass wird der Spieler irgendwann mit seinem Geldbeutel abstimmen und entweder ganz mit dem Hobby aufhören oder zur Konkurrenz gehen. Und die ist, den Indie-Rollenspielen sei gedankt, ziemlich groß.

Nächstes Mal im Flamebait: wie sich das grau-in-grau auf die Motivation der Helden auswirkt.

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Mittwoch, 6. Mai 2009

Der Oberste-5-Stock

Tja, ist schon eine Weile her, dass das 'Top-5-Stöckchen' durch die Blogs gegangen ist, aber jetzt scheint es neu belebt zu sein. Michael "Simia" Masberg hat es mir zugeworfen, und ich will 'mal nicht so sein, wenn es auch schwer ist, die 5 Abenteuer herauszusuchen, die mir persönlich am besten gefallen haben. Immerhin ist diese Liste ziemlich beweglich - ein Abenteuer, das heute drin ist, kann ohne weiteres nächste Woche wieder 'rausgefallen sein, weil ich ein anderees im Augenblick wieder besser finde.

Die Herren von Chorhop

Als Spielleiter wie auch als Spieler ist das Abenteuer sicher eines der besten, die ich je gesehen habe. Es bietet - wenn man von der [i]möglichen[/i] aber nicht notwendigen Ploteisenbahn zu Beginn absieht, ein ziemlich freies Spiel, das die nötige Motivation sowohl für Krämer- und Söldner- wie auch für Ritterseelen bietet, eine interessante Herausforderung und ein denkwürdiges Erlebnis.

Funkenflug

Von Paddy "Swafnir" Fritz, habe ich auf der ersten KingCon bei ihm selbst gespielt. Sicher nicht für jede Gruppe spielbar, aber mir hat es damals sehr viel Spaß gemacht, auch wenn die Gruppe meinen Charakter fast die ganzen Verhandlungen mit den PRAioten hat führen lassen (ein wahrer Eiertanz, denn wir wollten ja nicht, dass bestimmte Dinge bekannt wurden, andererseits wollte ich auch nicht unbedingt gerade einen PRAiosgeweihten anlügen). Schön fand ich vor allem, dass bei diesem Abenteuer die Praiosdiener nicht so stereotyp dargestellt wurden, und man einen gewissen Respekt für sie erwerben konnte - was leider eine Seltenheit ist.

Das Kloster des wahren Glaubens

Ein Abenteuer aus den Pfaden des Lichts. Ist mir vor allem in Erinnerung, weil die Gruppen, die ich hindurch geführt habe, teilweise doch eine ganze Menge über die Götter erfahren haben - und weil so manche Entscheidung schwierig ist: dem Praiosgeweihten die Wahrheit erzählen - was ihm möglicherweise das Herz bricht - oder ihn mildtätig (?) anlügen?

Wenn Kinderaugen staunen

Aus der Anthologie Schwarze Splitter. Hat mir besonders gut gefallen, weil es einmal die Möglichkeiten Orons näher beleuchtete und dabei wegging von den Klischees, aber dennoch sehr stimmig blieb.

Der Strom des Verderbens

Einde der ersten echten Detektivgeschichten als Rollenspielabenteuer, an die ich mich erinnen kann. Zwar spielt man als Spielleiter ein wenig Schaffner bei der Ploteisenbahn, aber die schlimmsten Stellen lassen sich ausbügeln, wenn man seine Spieler kennt.

Sicher mag nicht jeder mit dieser Auswahl übereinstimmen - gerade beim letzten kann ich mir vorstellen, dass der eine oder andere da ganz anmderer Meinung ist.

Aber jetzt nehme ich das Stöckchen und werfe es weiter ... an Wusselpompf

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Dienstag, 7. April 2009

Flamebait

Kommentar

Aus gegebenem Anlass, und weil mich mehrere Leute auf der RPC darauf angesprochen haben, werde ich in Zukunft unregelmäßig meinen Senf ungefragt verteilen, zu Themen, die zu diesem Blog passen. Also eher nicht Kommentare zur Finanzpolitik der Indonesischen Regierung oder zu den Hochzeitsriten der Inuit, wenn diese Themen nicht gerade direkten Bezug zu Rollenspielen, Gesellschaftsspielem, Tabletops etc. haben.

Den Auftakt macht ein Ereignis, das am Wochenende die LARP-Welt erschütttert hat. Nicht, weil ich auch LARPer bin (obwohl ich nichts dagegen hätte, wenn ein LARPer LARP-Cons, LARP-Waffen, LARP-Regelwerke, LARP-Kleidung etc. rezensieren würde...), sondern weil die Reaktion auch andre Spielbereiche betrifft. Eine Veranstaltung der Jugendfreizeitstätte Hombruch für Kinder von 7-12 Jahren, die in den Osterferien stattfinden sollte und als 'L.A.R.P.' angekündigt wurde, wurde kurzfristig vom Jugendamt der Stadt Dortmund untersagt - wegen "berechtigten Zweifelkn an der Gewaltfreiheit". Laut einem Bericht im Westen "soll beim Jugendamt ein Brief eingegangen sein, in dem vor LARP gewarnt wurde. (...) Ein Hinweis auf ein 'You Tube'-Video mit einer gespielten Wirtshausrauferei soll dem Brief beigelegen haben. Der Clip, der in Hombruch entstanden sein soll, muss im Jugendamt schlimmste Befürchtungen geweckt haben. Jedenfalls wurde erst das Video aus dem Netz genommen, und dann die Ferienaktion aus dem Programm."

Interessanterweise findet man sogar auf der Website des Jugendamtes selber in der Beschreibung der JFS eine Beschreibung solcher LARPS, in der ausdrücklich auf den kreativen und kooperativen Anteil des LARPs verwiesen wird. Auch wird auf die Internetpräsenz der LARP-Orga Tremonien verlinkt, die durch das Jugendamt 'unterstützt und maßgeblich gefördert' wird. Wenn LARP so gefährlich ist, wieso wird es dann vom Jugendamt überhaupt unterstützt? Und wenn es nicht gefährlich ist, wieso wird dann eine Veranstaltung, die von Fachleuten für 7-12jährige Kinder organisiert wird, verboten? Hier widersprechen die Signale sich entschieden.

Wenn man die Begründung ansieht, müsste man eigentlich erwarten, dass auch Veranstaltungen wie die RPC am letzten Wochenende (wo nicht nur LARPer, sondern auch, oh Schreck, Computerspieler und Pen&Paper-Spieler waren) noch viel gefährlicher sein müssten? Und wie steht es mit Veranstaltungen wie ein Schützenfest, das in manchen Gegenden Deutschlands fast schon automatisch zu einer echten 'zünftigen Wirtshausschlägerei' führt? Obendrein wird dort noch auf einen wehrlosen Holzvogel geschossen - führt das nicht viel mehr zu einer Verrohung der Sitten als das gesellige Miteinander in mittelalterlichen Kostümen? Müssen jetzt die Brauchtumsschützen fürchten, dass donnerstags oder freitags vor dem Schützenfest ihre Veranstaltung plötzlich verboten wird?

Nun, ich glaube, die Sportschützen haben wenig zu befürchten - sie haben eine große Lobby auch unter Industriellen und 'Gutbürgerlichen'. LARPer, Rollenspieler, Computerspieler sind aber noch nicht so weit. Die ältesten unter uns sind mittlerweile in einem Alter, in dem sie eventuell ernst genommen werden können - wer 20 Jahre alt war, als DSA auf den Markt kam, ist mittlerweile mit 45 im 'respektabelen' Bereich angekommen. Dennoch haben Rollenspieler aller Couleur immer noch den Ruf von 'Geeks' oder 'Nerds' - und leider scheinen manche sich auch heute noch in diesem Ruf zu sonnen. Dies gilt zum Teil sogar für die 'gesetzten Jahrgänge'. Dies hilft natürlich nicht dabei, dem Hobby in der Gesellschaft zu einer besseren Rezeption zu verhelfen - und da sollte sich so mancher an die eigene Nase fassen.

Und da das Hobby Rollenspiel in der Öffentlichkeit noch immer als 'seltsam' angesehen wird, und die Teilnehmer als 'leicht verrückt', fällt es natürlich leicht, alles Übel der Welt auf diese Schultern zu schieben. Es ist ja auch viel einfacher, die Schuld zuzuweisen, wenn man selber nicht zur schuldigen Gruppe gehört.

Wenn man die Presse und die Äußerungen der Politiker hört, dann kann man nur schlußfolgern: jeder einzelne Massenmörder und vor allem jeder Amokläufer war ein Computerspieler und ein Rollenspieler. Jemand, der Metal hört, und der nicht zum Establishment gehört. Jeder einzelne, ausnahmslos. Winnenden, Erfurt, Columbine, Volkhofen... Moment mal, Volkhofen?

In Köln-Volkhofen beging der 42jährige Frührentner Walter Seifert am 11. Juni 1964 einen Amoklauf, bei dem er mit einem selbstgebauten Flammenwerfer und einer Lanze seine ehemalige Schule überfiel. Auch seine Tat war eindeutig dem typischen Amoklauf-Schema zuzurechnen. Dennoch dürfte es Probleme bereiten, mit dem Finger auf die üblichen schwarzen Schafe zu zeigen. Die gab es im Jahre 1964 nämlich noch nicht, Das Schwarze Auge kam ziemlich genau 20 Jahre später erst auf den Deutschen Markt. Metal ist erst Anfang der 70er entstanden. 1964 waren es eher die Beatles und Elvis, die mit ihrer Musik "die Jugend verrückt machten". Aber Seifert war nicht einmal ein Jugendlicher.

Wenn man die Amokläufer nebeneinander stellt, gibt es einige Gemeinsamkeiten, die niemand als Auslöser annimmt. Sie haben alle Brot gegessen - so weit ich weiss ausnahmslos. Sie haben alle zumindest hin und wieder Kaffe getrunken. Sie wurden alle von der Umwelt schräg angesehen, teilweise sogar gemobbt - oder hatten zumindest das Gefühl. Sie waren alle Menschen. In den allermeisten Fällen richtete sich der Amoklauf gegen ihre Schule.

Ich glaube, die ersten zwei Punkte wird wohl niemand als Auslöser ansehen. Und auch das 'schräg angesehen werden' ist in sich nur ein sehr schwacher Auslöser - wenn das automatisch zu einem Amoklauf führen würde, wäre die Menschheit wohl schon lange ausgestorben. Sollte die Schule der Auslöser sein, wäre die logische Konsequenz (und eine logischere als das unreflektierte Einprügeln auf LARP, das bislang noch nie in Zusammenhang mit Amokläufen gesehen wurde) die Schließung aller Schulen. Aber außer den Schülern würde das wohl niemand wirklich wollen.

Tja, und wenn man wirklich das Computerspiel oder LARP oder Rollenspiel als Auslöser annehmen wollte, müsste doch auch alle paar Tage jemand durchdrehen.

Im Gegenteil, abgesehen von einer größeren Reihe Diebstähle auf der RatCon - die eben nicht von Congängern ausgeübt worden waren -, habe ich selber bislang keine Gewalttätigkeiten auf Cons mitbekommen, weder auf Cons, auf denen ich war, noch was ich ansonsten so gehört hätte. Man vergleiche das mit Fußballmatches - die Geschichte des Heyselstadions ist leider nur in der Größe eine Ausnahme. Dennoch wird niemand behaupten, dass jemand, nur weil er Fussballfan ist, automatisch auch Randalierer oder gar Amokläufer.

Nein, die Rollenspieler, die ich so kennen gelernt habe, mögen nicht alle mit mir einer Meinung sein, aber ich wäre mehr als überrascht, wenn einer von denen zum Amokläufer würde. Dennoch ist dieses Bild in der Öffentlichkeit vorhanden. Wollten wir nicht etwas unternehmen, damit sich das endlich ändert?

Wenn Kindern Aktivitäten, auf die sie sich längere Zeit gefreut haben, weggenommen werden, hat dies einen wesentlich negativeren Einfluss auf sie als jedes Roollenspiel, vor allem wenn diese Änderung so kurzfristig geschieht wie jetzt in Dortmund. Aber Fingerspitzengefühl scheint heutzutage out zu sein. Aber wenn die Vorbilder und Behörden überreagieren, darf man sich nicht wundern, wenn die, die noch soziales Verhalten lernen, hieraus ebenfalls das Überreagieren lernen. Ich habe auch noch mit 20+ aus dem Rollenspiel soziales Verhalten gelernt - 7-12jährige hätten da noch viel mehr von, und lernen auch noch leichter. Eine vergebene Chance - und das ist mehr als schade.

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