x Roachware: Flamebait
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Dienstag, 17. Januar 2012

Morgen wird es dunkel

SOPA-Blackout

Wie bitte? Politik und Spiele haben nichts miteinander zu tun? Ein Spieleblog sollte sich aus der Politik heraushalten? Ich würde es ja gerne, aber...

Wie vielleicht bekannt ist, ist morgen ein Tag, an dem viele Webseiten gegen die geplanten 'Anti-Piraterie-Gesetze' SOPA und PIPA protestieren, indem sie einen Tag vom Netz gehen. Google. Wikipedia ... es ist eine lange Liste, und viele werden sicherlich überrascht sein, wen sie alles plötzlich nicht mehr erreichen können. Und es nehmen nicht nur die 'Großen' teil, auch viele kleinere Webseiten machen mit. Unter anderem auch Steve Jackson Games (die unter anderem Munchkin herstellen).

In einer Meldung schreibt Steve Jackson höchstselbst:

Wir werden am SOPA-Blackout am Mittwoch teilnehmen und uns hierbei Reddit, Wikipedia und vielen anderen Sites anschließen, die gegen das wirklich dumme Gesetz, das momentan dem Parlament vorliegt, protestieren, und gegen seinen Partner, den "Protect IP Act", der dem Senat vorliegt. (Mir ist klar, dass es nett von mir wäre, wenn ich Phrasen dreschen würde wie 'unangepasst und übermäßig breit', aber da ich kein Politiker bin, finde ich es 'dumm', und nenne es daher auch 'dumm'.)

SJ Games wurde im Laufe der Zeit wiederholt das Opfer von 'Piraten', und wir sind gegen Piraterei. Intellektuelles Eigentum ist Eigentum, und die Leute, die es wegnehmen, sind Diebe. Das rechtfertigt aber nicht die Schaffung eines complexen, dummen Gestzes, das der Regierung drakonische Mächte gibt um unbewiesenen und böswilligen Klagen den Weg frei zu machen. Hier kann man ein Statement der EFF finden, das viele Details enthält.

Wann und wie genau die Seite sich beteiligen wird, ist noch nicht bekannt.

Und in eigener Sache: ich weiss nicht, ob es bei Blogger möglich ist, abwr wenn, dann werde ich versuchen, auch Roachware teilnehmen zu lassen... Ansonsten bleibt es bei den Trauerbalken oben.
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Donnerstag, 15. Dezember 2011

Langeweiler

Der Startspieler-Witz

Bei vielen Spielen scheint es ja wichtig, wer als erster bzw. als letzter in einer Runde ziehen darf. Meist ist das allerdings eher akademisch, weil auf die Länge des Spiels gerechnet, der Vorteil (oder auch Nachteil, je nach Spiel) des ersten Zuges meist vernachlässigbar gering ist. Dennoch, um zu vermeiden, dass schon über diese Frage eine Spielrunde in Streit ausbricht, wird in den meisten Spielregeln eine Regel zur Bestimmung des 'Startspielers' gegeben.

In den meisten Fällem würde es daher also ausreichen, wenn in der Regel etwas stünde wie 'zufällig bestimmen, wer der erste Spieler ist'. Allerdings wird dies in vielen Fällen in den Regeln nicht getan, sondern eine 'alternative' Regel wird gegeben.


Typische Beispiele hierfür sind:

  • wer als letzter Eis gegessen hat
  • wer zuletzt mit der Bahn gefahren ist
  • wer am besten einen Mammuthschrei imitiert
  • wer am unschuldigsten schauen kann
und so weiter...

Viele Spieler haben sich daher bereits als "Defaulteinstellung" darauf eingestellt, diese Floskel in den Regeln zu überlesen. Eine Einstellung, die ich - in den meisten Fällen - nur unterstützen kann. Nicht nur, weil die Bestimmung des Startspielers laut Regel ('rule as written' - RAW) gelegentlich ebenfalls zu Streit führen kann, sondern auch, weil diese Floskel oftmals der einzige Versuch darstellt, in einer Spielregel einen Witz unterzubringen. Ich habe nichts gegen Humor, aber an dieser Stelle wirkt er oftmals gekünstelt und forciert, aber nicht gerade natürlich.

Darum empfehle ich: Einfach 'zufällig bestimmen' ist einfacher, und manchmal deutlich weniger peinlich. Vor allem, wenn das Spiel ansonsten eher knochentrocken daherkommt, verwirrt ein 'witziger' Startspieler-Mechanismus mehr als dass er nützt...
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Mittwoch, 8. Juni 2011

Siezgelegenheit

Flamebait

In einem kleinen Forum nicht weit von hier (ich lasse 'mal die Namen weg, denn wer das Forum kennt, weiss, wovon ich spreche, wer es nicht kennt, hat wahrscheinlich mit den Systemen des Forumsbetreibers doch nichts am Hut) wird 'mal wieder geputzt. Nicht nur, dass die Moderatoren bei Beleidigungen und Flames einschreiten (was ja auch nur gut und richtig ist), nein, auch kleine sprachliche Schnitzer und Kraftausdrücke werden jetzt - teilweise längere Zeit im Nachhinein - durch die Moderatoren editiert.

Einmal abgesehen davon, dass das natürlich erst einmal rein rechtlich fragwürdig ist, auch wenn die neueren Forumsmitglieder seit einiger Zeit beim Registrieren die Regeln gesehen haben, ist die plötzliche Durchsetzung der Regeln in so unerwarteter Weise doch eher kritisch zu sehen. Und wenn die Aussage durch das Weichspülen sinnentstellend verändert wird, könnte das zu üblen Konsequenzen führen.

Sinnentstellend? Man kann durch das Weichspülen auch beleidigend werden. Hier ein rein theoretisches Beispiel: Man nehme nur an, jemand hat geschrieben "Frei nach TicTacToe - Auf die Schnelle wird das hier 'ne Riesenwelle. Ich find das Scheiße". Und die 'weichgespülte Version' endet dann ohne weitere Veränderungen auf "Ich find das gar nicht gut". Was bei entsprechender Regelung (Das S-Wort streichen) ohne weiteres vorkommen kann. Nur muss der Originalposter sich dann später anhören, dass er ja noch nicht mal TicTacToe halbwegs richtig zitieren kann. Kann man da nicht vielleicht sogar eine Gegendarstellung verlangen? (IANAL) 'Durch das Posting wird der Eindruck erweckt, ich könne nicht richtig zitieren. In Wirklichkeit hatte ich aber mit den Worten ... richtig zitiert.' Wer weiss, vielleicht will ja jemand noch Minister werden, und hat Angst, für falsches Zitieren geguttenbergt zu werden...


Was mich aber wirklich amüsierte, war die 'Regelauslegung' "Nichts, was man nicht auch in einem Vorstellungsgespräch sagen würde." 


Was ist daran so amüsant, mögen sich manche fragen - auch ohne nur mit Schlips und Hemd zu posten, wie es in einem anderen Forum geschlussfolgert wurde, kann das nur zu Verwirrung führen. Ich habe in meinem Leben bereits eine Reihe Vorstellungsgespräche mitgemacht, sowohl in Deutschland und den Niederlanden als auch bei den Amerikanischen Streitkräfte in Deutschland. Und alle drei genannten Kreise hatten ganz andere Bedingungen für die Gespräche.


Irgendwie ungewohnt, so eine Siezgelegenheit - denn auch heute noch dürfte es in Deutschland üblich sein, den potentiellen Arbeitgeber bzw. dessen Vertreter zu siezen. In anderen Ländern - tja , in den USA gibt es den Unterschied zwischen Sie und Du nicht, und man redet das Gegenüber so an, wie es sich vorgestellt hat: hat er/sie den Nachnamen verwendet, benutzt man ihn auch, wenn der Vorname zur Vorstellung verwendet wurde, reicht der. In NL ist das 'je' (Du) sogar die Regel, und für ein 'U' (Sie) wird man hierzulande schief angesehen. Aber in Deutschland... Und wenn mir in einem deutschen Forum geasagt wird, dass ich mich wie bei einem Vorstellungsgespräch verhalten solle, muss ich das doch als 'in einem deutschen Vorstellungsgespräch' auslegen, oder nicht? Wobei fraglich ist, ob ich in so einem Forum überhaupt noch posten will, wenn ich weder französische Generäle (Cambronne), noch Deutsche Literaturklassiker (Goethe - nur echt wenn 'im' geleckt wird...), noch bestimmte Bibelstellen (Jes 23,16) zitieren kann, ohne dass mir die Zitate dann abgeändert werden.


Wenigstens ist das eine Regel, die der Poster der Regelauslegung selbst bricht: er redete noch wenige Stunden vorher in einer anderen Diskussion selbst sein Gegenüber mit 'Du' an... Hier klicken um mehr zu lesen...

Montag, 28. März 2011

DSA - Großreinemachen

Zur Zeit überschlagen sich wieder einmal die Meldungen zur Redaktion des Rollenspiels DSA.

Nachdem vor wenigen Tagen bekanntgegeben wurde, dass Uli Lindner und Patric Götz nicht mehr zur DSA-Redaktion gehören, wurde im Laufe des letzten Wochenendes auch der Auszug Thomas Römers aus der Kernredaktion bekanntgegeben. Außerdem wurde bekannt gegeben, dass Alex 'Disaster' Spohr neu zur Redaktion stößt, sowie dass die WunderWerk Online - ein Online-Newsletter zum Schwarzen Auge - eingestellt werde zugunsten der Veröffentlichungen von Einzelartikeln.

Ein ein wenig merkwürdiges Gefühl beschleicht einen schon, wenn man all das hört. Gerade Uli, Patric und (vor allem) Thomas gehören ja für den (halbwegs) Eingeweihten zum festen Inventar von DSA, so dass man sich unwillkürlich fragt, ob das denn gut gehen kann. Da kann auch die Berufung von Alex die Bedenken nur teilweise zerstreuen.

Für DSA scheint seit einiger Zeit der alte chinesische Fluch von den 'interessanten Zeiten' eingetreten zu sein, und man darf wohl gespannt sein, wie das weitergehen wird. Ich persönlich finde den Verlust der drei sehr schade (der Gewinn von Alex hingegen ist sicherlich ein Pluspunkt), und werde gespannt die weitere Entwicklung verfolgen. 'mal sehen, vielleicht ergibt sich ja irgendwann einmal eine Gelegenheit, mit dem einen oder anderen der Gegangenen und gegangen Gewordenen am Rande einer Con oder Börse ein kleines Interview zu führen, und davon an dieser Stelle zu berichten. Mich würde es jedenfalls freuen.

Persönlich wundert mich die Entscheidung doch ein wenig, denn die drei, die jetzt gehen, gehören zu den wenigen DSA-Machern, die auch dem weniger internet-affinen Spieler des Systems ein Begriff sind. Gerade Thomas Römer hat in der Rezeption der heutigen Spieler (wenn ich die Eindrücke auswerte, die ich auf verschiedenen Cons und bei gelegentlichen Besuchen in Deutschen Rollenspielläden erhalte) den Urvater des Schwarzen Auges, Ulrich Kiesow, längst überholt. Und die Liste der in den letzten 12 Monaten ausgeschiedenen liest sich beinahe wie ein Who's Who der Deutschen Rollenspielszene. Ich kann mir nicht so recht vorstellen, dass man jetzt versuchen will, durch 'unbekanntere' Autoren den Eindruck zu erwecken, man sei der Indie-Szene zuzurechnen. Das ist dann doch eine etwas andere Welt...

Ich werde jedenfalls gespannt beobachten, wie es dem zweitältesten deutchen großen Rollenspielsystem in Zukunft ergehen wird.
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Samstag, 19. Dezember 2009

Flamebait

Wie vergrault man seine Fans?

Es gehört mittlerweile zum guten Ton, dass ein Rollenspielverlag ein Forum anbietet, auf dem die Kunden sich über die Produkte unterhalten können. In der Regel gibt es in diesen Foren auch einen sogenannten 'Off Topic'-Teil, der je nach Forum mehr oder weniger intensiv genutzt wird. Beispiele dafür sind hier bei Nackter Stahl (Frostzone / Arcane Codex), hier im offiiellen Pegasusforum, hier im angeschlossenen Cthulhu-Forum, hier bei Prometheus (Savage Worlds, 1W6, Barbaren, Elyrion, Funky Colts, Ratten ...) - sogar im Midgard-Forum findet man einen derartigen Bereich. Die einzige Ausnahme ist das Forum von Feder und Schwert - und in Kürze auch das von Ulisses.

Beinger der schlechten Nachricht war der Forenadmin Ijiro, der gestern, am 18.12., die Nachricht überbrachte, dass 'im Januar' auf eine neue Forenengine umgestiegen werden würde, und im Zuge dieser Maßnahme auch der gesamte Off-Topic-Bereich wegfallen werde. Ziel sei, aus dem Forum ein 'Informationsforum' zu machen.

In der Forenpolitik will Ulisses sich also an Feder & Schwert annähern. Auch wenn ich selber - als Mitglied eben dieses Off-Topic-Bereiches, wenn ich auch regelmäßig in den OnTopic-Foren tätig war - voreingenommen sein mag (deshalb dieses Posting auch als Kommentar unter dem Titel 'Flamebait'), kommt mir das ganze Vorhaben doch sehr ... fraglich vor.

Es ist kein Geheimnis, dass einige Mitgliedern der Führungsetage von Ulisses bereits seit langem den Wunsch hegten, das Off Topic zu schließen - immerhin fand man dort die Leute, die am ehesten sagten, wenn ihnen etwas an neuen Produkten nicht gefiel. Dies wurde aber dann gerne verschleiert hinter Behauptungen wie die, dass es im Off Topic viel mehr Flamewars gebe, was kein gutes Licht auf den Verlag werfe, oder dass die reine Anwesenheit des Off Topics potentielle Benutzer vergraulen würde - u.a. eben wegen der Flamewars, aber auch wegen der familiären Atmosphäre, die dort herrschte, und die sogar einige Beziehungen zwischen Postern zuwege brachte). Ich frage mich allerdings, wie diese beiden Phänomene - viele Flamewars und eine familiär-freundschaftliche Atmosphäre - eigentlich zusammenpassen sollten. Aber zu Flames nachher noch etwas mehr.

Jetzt wird das off Topic also zugemacht - und das mit einer (An)kündigungsfrist von zwei Wochen, denn 'irgendwann im Januar' kann ja bereits der erste sein. Diese Ankündigung kam zu einer Zeit, als die ersten sich bereits in den Weihnachtsurlaub abgemeldet hatten - mit der Option of eine häßliche Überraschung nach Weihnachten. Ob man hoffte, so die Reaktionen 'klein zu halten'?

Die OT'ler von Ulisses - Kummer gewohnt - machten sich jedenfalls sofort daran ... nein, nicht über die Entscheidung Zeter und Mordio zu schreien, sondern eine Alternative zu suchen. Und in diese Diskussion mischte sich dann jemand ein...

Dieser Poster, der seiner eigenen Aussage nach seit einem Jahr bereits im Ulisses-Forum liest, sich aber erst Mitte November angemeldet hat, fand es an der Zeit, in diesem Thread noch einmal nachzutreten. Mit Kommentaren wie "hier wirkt ihr wie, hm, ranziger Kleber und Senkblei" versuchte er wohl, die Temperatur ein wenig weniger winterlich zu machen, was allerdings schnell verpuffte und im Endeffekt ausging wie das Hornberger Schießen. Auch der Versuch, mit der Bemerkung "das DSA Forum wird ein Gewicht von seiner Brust verlieren " weitergehende Kommentare herauszulocken, können nur als wenig erfolgreich betrachtet werden. Wozu aber dieses Trollen?

Es mag daran liegen, dass die (oben bereits erwähnte) Behauptung, das Off Topic sei der Ort, wo es die ganzen Flamewars gebe, keiner näheren Nachprüfung standhält. Der letzte echte Flamewar zwischen OffTopic'lern ist (gefühlt) gut ein Jahr her - es ging ums Rauchen, wenn ich mich recht erinnere - während (ebenfalls gefühlt) in jedem Monat irgendwo im On Topic - meist im Regel und im Hintergrundforum, scheint es - ein neuer Flamewar ausbricht. Da wäre es natürlich schön, wenn man die Argumentation abändern könnte und mit dem Finger zeigen und sagen "Seht mal, der letzte Flamewar war im Off, also muss das 'raus". Man muss gar nicht erst diesen Comic längere Zeit lesen, um ein solches Muster zu vermuten. Was allerdings die Frage aufwirft, um wen es sich bei dem Poster handelt. Honi soit.

Wie auch immer, man will also neue Kunden anziehen, mit einem 'Informationsforum', in dem persönliche Beziehungen verpönt sind. Es ist sicher das Recht von Ulisses, selbst zu bestimmen, wie sie ihr Forum aufziehen und was sie damit erreichen wollen. Allerdings stellt sich mir die Frage, ob man dieses hehre Ziel auch erreichen kann.

Zu einem Informationsforum gehört für mich, dass ich nach kurzer Zeit von offizieller Seite eine Antwort auf meine Fragen erhalten kann. Also nicht nur von anderen Mitkunden, sondern von jemandem, der weiss, was Sache ist, und eine zumindest semi-offizielle Position einnimmt. Mit anderen Worten: ein wenig wie das F&L-Forum (Achtung: dies ist ein Niederländisches Forum). Sogar hier gibt es in jeder Kategorie ein Off-Topic. Was aber viel wichtiger ist: die Redakteure der verschiedenen Zeitschriften lesen regelmäßig mit und antworten auch auf die Fragen. Wer Informationen nötig hat, kann hier tatsächlich davon ausgehen, dass er auch kompetente Antworten erhält. Auch wenn Ulisses kürzlich zwei weitere Redakteure fest angestellt hat, muss ich doch sagen, dass mich eine derartige Qualität im neuen Forum überraschen würde. Aber vielleicht gelingt es Ulisses ja, mich hier positiv zu überraschen.

Was auf jeden Fall passieren wird, ist, dass die Diskussionen im On Topic weniger und langsamer werden. So einige Off-Topic-Poster posten schließlich auch im On Topic, kommen aber hauptsächlich eben fürs Off Topic ins Forum. Der Autor ist ein gutes Beispiel dafür. Wenn das Ulisses-Off-Topic wegfällt, werde ich ziemlich sicher nicht mehr jeden Tag (mehrfach) im Ulisses-Forum einloggen, sondern wahrscheinlich nur noch alle drei, vier Tage oder so. Das werden viele andere aucht tun, wenn sie denn überhaupt noch wiederkommen, nachdem man ihnen indirekt gesagt hat wir wollen Euch nicht, ihr seid sowas von bäh, da ist die Türe. Man beschte: auch die OffTopic'ler haben Ulisses-Produkte gekauft un bespielen diese - ob es DSA, Myranor, WarMachines, Hordes oder sonstwas ist. Einiege dieser personae non gratae sind offizielle Supporter...

Jeder regelmäßige Besucher des Forums wird sich fragen müssen, wann es ihn/sie eventuell ebenfalls treffen könnte. Da die Kritik an den Ulisses-Produkten vor allem von OffTopic'lern ausgesprochen wurde, wird es sicher auch einen abschreckenden Effekt geben, Kritik überhaupt zu äußern - ein Jasagerforum aber hat auf Dauer keine Überlebenschance. Ob man sich die Kritik zu Herzen nimmt oder (zum Beispiel aus anderen Quellen) anderen Informationen einen höheren Stellenwert einräumt, ist eine Sache. Zu hoffen, dass ein Forum, dem man (indirekt) gesagt hat, dass Kritik nicht erwünscht ist, einem sinvolles Feedback liefert, ist jedenfalls eine Hoffnung, die nicht aufgehen kann. Bleibt nur zu hoffen, dass die Annäherung an Feder & Schwert in der Forenpolitik die einzige Annäherung im geschäftlichen Bereich bleibt un nicht auch zu einer Annäherung im Rollenspielumsatz führt. F&S kann schließlich über die Bücher ausgleichen.

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Dienstag, 7. April 2009

Flamebait

Kommentar

Aus gegebenem Anlass, und weil mich mehrere Leute auf der RPC darauf angesprochen haben, werde ich in Zukunft unregelmäßig meinen Senf ungefragt verteilen, zu Themen, die zu diesem Blog passen. Also eher nicht Kommentare zur Finanzpolitik der Indonesischen Regierung oder zu den Hochzeitsriten der Inuit, wenn diese Themen nicht gerade direkten Bezug zu Rollenspielen, Gesellschaftsspielem, Tabletops etc. haben.

Den Auftakt macht ein Ereignis, das am Wochenende die LARP-Welt erschütttert hat. Nicht, weil ich auch LARPer bin (obwohl ich nichts dagegen hätte, wenn ein LARPer LARP-Cons, LARP-Waffen, LARP-Regelwerke, LARP-Kleidung etc. rezensieren würde...), sondern weil die Reaktion auch andre Spielbereiche betrifft. Eine Veranstaltung der Jugendfreizeitstätte Hombruch für Kinder von 7-12 Jahren, die in den Osterferien stattfinden sollte und als 'L.A.R.P.' angekündigt wurde, wurde kurzfristig vom Jugendamt der Stadt Dortmund untersagt - wegen "berechtigten Zweifelkn an der Gewaltfreiheit". Laut einem Bericht im Westen "soll beim Jugendamt ein Brief eingegangen sein, in dem vor LARP gewarnt wurde. (...) Ein Hinweis auf ein 'You Tube'-Video mit einer gespielten Wirtshausrauferei soll dem Brief beigelegen haben. Der Clip, der in Hombruch entstanden sein soll, muss im Jugendamt schlimmste Befürchtungen geweckt haben. Jedenfalls wurde erst das Video aus dem Netz genommen, und dann die Ferienaktion aus dem Programm."

Interessanterweise findet man sogar auf der Website des Jugendamtes selber in der Beschreibung der JFS eine Beschreibung solcher LARPS, in der ausdrücklich auf den kreativen und kooperativen Anteil des LARPs verwiesen wird. Auch wird auf die Internetpräsenz der LARP-Orga Tremonien verlinkt, die durch das Jugendamt 'unterstützt und maßgeblich gefördert' wird. Wenn LARP so gefährlich ist, wieso wird es dann vom Jugendamt überhaupt unterstützt? Und wenn es nicht gefährlich ist, wieso wird dann eine Veranstaltung, die von Fachleuten für 7-12jährige Kinder organisiert wird, verboten? Hier widersprechen die Signale sich entschieden.

Wenn man die Begründung ansieht, müsste man eigentlich erwarten, dass auch Veranstaltungen wie die RPC am letzten Wochenende (wo nicht nur LARPer, sondern auch, oh Schreck, Computerspieler und Pen&Paper-Spieler waren) noch viel gefährlicher sein müssten? Und wie steht es mit Veranstaltungen wie ein Schützenfest, das in manchen Gegenden Deutschlands fast schon automatisch zu einer echten 'zünftigen Wirtshausschlägerei' führt? Obendrein wird dort noch auf einen wehrlosen Holzvogel geschossen - führt das nicht viel mehr zu einer Verrohung der Sitten als das gesellige Miteinander in mittelalterlichen Kostümen? Müssen jetzt die Brauchtumsschützen fürchten, dass donnerstags oder freitags vor dem Schützenfest ihre Veranstaltung plötzlich verboten wird?

Nun, ich glaube, die Sportschützen haben wenig zu befürchten - sie haben eine große Lobby auch unter Industriellen und 'Gutbürgerlichen'. LARPer, Rollenspieler, Computerspieler sind aber noch nicht so weit. Die ältesten unter uns sind mittlerweile in einem Alter, in dem sie eventuell ernst genommen werden können - wer 20 Jahre alt war, als DSA auf den Markt kam, ist mittlerweile mit 45 im 'respektabelen' Bereich angekommen. Dennoch haben Rollenspieler aller Couleur immer noch den Ruf von 'Geeks' oder 'Nerds' - und leider scheinen manche sich auch heute noch in diesem Ruf zu sonnen. Dies gilt zum Teil sogar für die 'gesetzten Jahrgänge'. Dies hilft natürlich nicht dabei, dem Hobby in der Gesellschaft zu einer besseren Rezeption zu verhelfen - und da sollte sich so mancher an die eigene Nase fassen.

Und da das Hobby Rollenspiel in der Öffentlichkeit noch immer als 'seltsam' angesehen wird, und die Teilnehmer als 'leicht verrückt', fällt es natürlich leicht, alles Übel der Welt auf diese Schultern zu schieben. Es ist ja auch viel einfacher, die Schuld zuzuweisen, wenn man selber nicht zur schuldigen Gruppe gehört.

Wenn man die Presse und die Äußerungen der Politiker hört, dann kann man nur schlußfolgern: jeder einzelne Massenmörder und vor allem jeder Amokläufer war ein Computerspieler und ein Rollenspieler. Jemand, der Metal hört, und der nicht zum Establishment gehört. Jeder einzelne, ausnahmslos. Winnenden, Erfurt, Columbine, Volkhofen... Moment mal, Volkhofen?

In Köln-Volkhofen beging der 42jährige Frührentner Walter Seifert am 11. Juni 1964 einen Amoklauf, bei dem er mit einem selbstgebauten Flammenwerfer und einer Lanze seine ehemalige Schule überfiel. Auch seine Tat war eindeutig dem typischen Amoklauf-Schema zuzurechnen. Dennoch dürfte es Probleme bereiten, mit dem Finger auf die üblichen schwarzen Schafe zu zeigen. Die gab es im Jahre 1964 nämlich noch nicht, Das Schwarze Auge kam ziemlich genau 20 Jahre später erst auf den Deutschen Markt. Metal ist erst Anfang der 70er entstanden. 1964 waren es eher die Beatles und Elvis, die mit ihrer Musik "die Jugend verrückt machten". Aber Seifert war nicht einmal ein Jugendlicher.

Wenn man die Amokläufer nebeneinander stellt, gibt es einige Gemeinsamkeiten, die niemand als Auslöser annimmt. Sie haben alle Brot gegessen - so weit ich weiss ausnahmslos. Sie haben alle zumindest hin und wieder Kaffe getrunken. Sie wurden alle von der Umwelt schräg angesehen, teilweise sogar gemobbt - oder hatten zumindest das Gefühl. Sie waren alle Menschen. In den allermeisten Fällen richtete sich der Amoklauf gegen ihre Schule.

Ich glaube, die ersten zwei Punkte wird wohl niemand als Auslöser ansehen. Und auch das 'schräg angesehen werden' ist in sich nur ein sehr schwacher Auslöser - wenn das automatisch zu einem Amoklauf führen würde, wäre die Menschheit wohl schon lange ausgestorben. Sollte die Schule der Auslöser sein, wäre die logische Konsequenz (und eine logischere als das unreflektierte Einprügeln auf LARP, das bislang noch nie in Zusammenhang mit Amokläufen gesehen wurde) die Schließung aller Schulen. Aber außer den Schülern würde das wohl niemand wirklich wollen.

Tja, und wenn man wirklich das Computerspiel oder LARP oder Rollenspiel als Auslöser annehmen wollte, müsste doch auch alle paar Tage jemand durchdrehen.

Im Gegenteil, abgesehen von einer größeren Reihe Diebstähle auf der RatCon - die eben nicht von Congängern ausgeübt worden waren -, habe ich selber bislang keine Gewalttätigkeiten auf Cons mitbekommen, weder auf Cons, auf denen ich war, noch was ich ansonsten so gehört hätte. Man vergleiche das mit Fußballmatches - die Geschichte des Heyselstadions ist leider nur in der Größe eine Ausnahme. Dennoch wird niemand behaupten, dass jemand, nur weil er Fussballfan ist, automatisch auch Randalierer oder gar Amokläufer.

Nein, die Rollenspieler, die ich so kennen gelernt habe, mögen nicht alle mit mir einer Meinung sein, aber ich wäre mehr als überrascht, wenn einer von denen zum Amokläufer würde. Dennoch ist dieses Bild in der Öffentlichkeit vorhanden. Wollten wir nicht etwas unternehmen, damit sich das endlich ändert?

Wenn Kindern Aktivitäten, auf die sie sich längere Zeit gefreut haben, weggenommen werden, hat dies einen wesentlich negativeren Einfluss auf sie als jedes Roollenspiel, vor allem wenn diese Änderung so kurzfristig geschieht wie jetzt in Dortmund. Aber Fingerspitzengefühl scheint heutzutage out zu sein. Aber wenn die Vorbilder und Behörden überreagieren, darf man sich nicht wundern, wenn die, die noch soziales Verhalten lernen, hieraus ebenfalls das Überreagieren lernen. Ich habe auch noch mit 20+ aus dem Rollenspiel soziales Verhalten gelernt - 7-12jährige hätten da noch viel mehr von, und lernen auch noch leichter. Eine vergebene Chance - und das ist mehr als schade.

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