x Roachware

Mittwoch, 18. Mai 2011

Wartezeiten

Hier ein kleiner 'Rant' abseits der normalen Postings. Als solcher ist dieses Posting für Leute, die News über Spiele oder Rezensionen suchen, vielleicht nicht so interessant, aber für Leute, die Spiele kaufen, oder die Spiele an Journalisten zwecks Rezensionen versenden, ist dies schon wichtig.

Vorige Woche habe ich einen Artikel on-line gekauft. Es ist gar nicht so wichtig, was oder bei wem. Viel interessanter ist, dass der Artikel vorige Woche Freitag bereits an DHL übergeben wurde - und bis heute noch nicht bei mir eingetroffen ist. Wobei 'bei mir' ausdrücklich meine Deutsche Adresse bezeichnet, es geht also nicht um eine Sendung ins (grenznahe) Ausland.


Laut Sendungsverfolgung (Link führt zu selbiger für das Päckchen, es ist nichts wesentliches zu entdecken außer dem aktuellen Status...) der DHL liegt das Päckchen immer noch im Start-Paketzentrum (bzw. ist unterwegs). Sprich: von Neumünster bis Dorsten (laut anderen Sendungen das Ziel-Paketzentrum für Sendungen an mich) benötigt DHL mehr als vier Tage, was auch bei Anrechnung des Wochenendes IMHO ein wenig langsam ist.

Ich habe also einmal bei DHL angerufen. Das Ergebnis: Ja, das sollte so nicht sein, dass das Paket seit Freitag keinen Statusupdate mehr hat. Aber als Empfänger kann ich keinen Nachforschungsauftrag stellen - das kann nur der Absender.

'mal sehen, wann ich die Ware in Empfang nehmen darf.


Was lehrt uns das? Wenn man etwas über DHL verschickt, auch als Absender: nachsehen, was mit dem Teil geschieht. Sollte es termingebunden sein (zum Beispiel, weil es eine Woche vor dem Erstverkaufstag in einer Redaktion eintreffen muss, damit am Erstverkaufstag die Rezension online gehen kann), muss man da erst recht drauf achten...
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Freitag, 13. Mai 2011

RPC-News

Die Neuigkeiten von der RPC

Vorweg: Dieser Artikel wird nicht nur Nachrichten enthalten, sondern bunt hineingemengt auch Kommentar. Ich werde aber versuchen, meine Kommentare als solche kenntlich zu machen. Dennoch ist eine saubere Trennung mMn nicht sinnvoll möglich, so dass ich diesen Weg beschreiten muss.

Und noch etwas: einige Punkte sind bereits im Vorlauf zur RPC bekannt geworden, was mich aber nicht hindert, sie hier zu erwähnen, weil sie hier in einen größeren Zusammenhang gestellt werden können. Einige sind wirklich interessant, und geben zu Spekulationen Anlaß. Viele dieser Punkt habe ich auch - da ich mich nun einmal nicht teilen kann um an allen Workshops teilzunehmen und dennoch mit allen Ausstellern sprechen zu können - von anderen erfahren. Meinen Informanten daher auf diesem Wege Dank.

Wie ich bereits schrieb, ist wohl die größte Veränderung, dass die Rechte am Schwarzen Auge, die bislang bei der Significant GbR lagen, vollständig (soweit möglich) an Ulisses übergegangen sind. Das heißt, dass nunmehr auch Lizenzen für Computerspiele, Filme und so weiter nicht mehr "außerhalb" von Ulisses, und damit nur unter indirekter Kontrolle lagen, nunmehr direkt durch Ulisses verwaltet und vergeben werden.


Dies wird der Konsistenz der Welt des schwarzen Auges sicherlich nicht schaden. Allerdings: inwieweit Ulisses bei der Vergabe von Lizenzen großzügiger, oder auch restriktiver sein wird als Significant, wird man noch abwarten müssen. Internetprojekte dürften es allerdings - angesichts der bekannten Internetaversion im Hause Ulisses (man beachte auch den ersten Kommentar) - schon etwas schwerer haben. Bestehende Lizenzen sollen jedenfalls laut einer späteren "Korrektur" durch Geschäftsführer Markus Plötz nicht angetastet werden.

Auch das Label FanPro, unter dem die Romane bisher erschienen sind, wird es weiterhin geben, wenn auch in neuer Hand: die Romane werden in Zukunft ebenfalls direkt von Ulisses herausgebracht.

Eine weitere Veränderung ist für das Supportteam von Ulisses angekündigt: die "Halbgötter in Rot" werden wohl in Zukunft eher in grün-schwarz herumlaufen: das Alveraniars-Team soll wohl aufgelöst werden und in das "normale" Supporter-Team integriert werden. 'mal sehen, wie viele von den wenigen noch verbleibenden Alveraniaren diese Herabstufung ohne Murren akzeptieren. Allzu groß war der Kreis ja schon nicht mehr, nachdem einige der wichtigsten Leistungsträger des Teams (zumindest in der Außenwirkung) bereits gegangen waren.

Damit ist dann wohl auch das Ende abzusehen von der Aktion "Bringe Deinen Helden ins offizielle Aventurien", in der man einen Helden, der fünfmal in einem offiziellen Alveraniars-Abenteuer bei fünf verschiedenen Alveraniaren gespielt worden war (wofür es dann auch fünf Stempel gab), über Nennung in einem Botenartikel oder Abenteuer "offiziell" machen lassen konnte. Stattdessen sollen in Zukunft mehr Ergebnisse von offiziellen Runden auf Cons in die aktuelle Geschichtsschreibung einfließen, einschließlich der Nennung von Spielerheldennamen. Wie das klappen wird, wenn mehrere Gruppen dasselbe Abenteuer spielen - man darf, denke ich, gespannt sein. Den Beginn machen soll hierfür das MPA auf der RatCon, aus dem einzelne gespielte Helden sich im Aventurischen Boten o.ä. wiederfinden können dürften.

Außerdem soll als 'umwälzende Neuerung' eine Kundenbefragung gemacht werden. Diese wurde als etwas Umwälzendes angekündigt, etwas, was es noch nie gegeben habe. Nun, ich kann mich an mindestens zwei Umfragen erinnern, die im Laufe der Jahre bereits gemacht wurden, vielleicht sind es ja die Details, in denen man die Neuerungen sieht. So soll jeder Teilnehmer (und natürlich nur eine Teilnahme pro Person soll zulässig sein) ein exklusives Abenteuer erhalten, das nicht anders erhältlich sein soll.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Kommentar aus dem Hause Ulisses, dass man genauer planen können wolle, der in auffallendem Gegensatz zu entsprechenden Kommentaren auf der RatCon ("Wir haben da eine gut funktionierende Kristallkugel") steht.

Uhrwerk und Prometheus


Der Kahlschlag, der zur Zeit im Hause DSA gepflegt wird, dürfte sich eher gut auf die Produkte von Uhrwerk auswirken - das Projekt, das ursprünglich als "Hobbyprojekt" vom damaligen Ulisses-Mitverantwortlichem Patric Götz aufgerichtet wurde, nimmt inzwischen so viel Zeit in Beschlag, dass er sich komplett aus dem Hause Ulisses zurückgezogen hat. Allem Anschein nach besteht die einzige Verbindung zwischen den beiden Firmen heute noch im "Westkontinent" Myranor. Und bei Uhrwerk tauchen dann auch eine ganze Menge Leute wieder auf, die bei Ulisses mehr oder weniger freiwillig gegangen (worden) sind.

Uli Lindner beispielsweise, der seine Tätigkeit bei Ulisses mit dem Band zur lange verzögerten Lichtsucher-Kampagne abschließen will, steht bei Uhrwerk bereits mit den Hufen zu scharren für einen Abenteuerband um myranische Gaukler (Arbeitstitel Vagabunden), sowie für, anscheinend mehrere, Anthologien zum Codex Monstrorum.

Uhrwerk hat sich auch anderweitig Unterstützung an Land gezogen: der Verlag arbeitet zusammen mit Prometheus Games, die eine kleine Ecke in der Uhrwerk-Ecke des Ulisses-Standes für sich hatten. Prometheus verkaufte nicht nur die bereits bekannten Produkte, sondern auch neu das 'Fantasy Kompendium' für Savage Worlds - und für das SciFi-Rollenspiel Nova ein Abenteuer, das eine Einsteigerversion für das System beinhalten soll und durch Downloadabenteuer in eine kleine Kampagne ausgeweitet werden soll.

Weitere


Pegasus war mit einer ganzen Reihe Neuheiten am Start: die 3. Ausgabe des Spielerhandbuchs, die 2. Ausgabe von Cthulhu Now!, Munchkin Zombies, Fronteinsatz für Shadowrun, und zuguterletzt noch Thunderstone: Doomgate. Da ich selber Pegasus-Supporter bin, werde ich wohl 'mal sehen müssen, was ich meinem Mitredakteur aufladen kann. Leider fiel die Werwölfe-Megarunde aus, die für die Nacht angesetzt war. Die wird man dann aber mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auf der NordCon nachholen können.

13Mann zeigte ein neues System: Aborea (ohne 'r'!) ist wie auch einige andere Neuheiten der RPC speziell für den Anfänger gedacht, und verzichtet ausdrücklich auf das 'pen&paper' im Namen, sondern nennt sich ein 'Tischrollenspiel'. Die Pakete sind gut gefüllt: neben den Regelwerken sind auch eine kleine Karte eines Dorfes sowie eine riesige Karte mit einem Teil der Kampagnenwelt dabei - sowie zwei W10 (wenn man Glück hat: mir wurde eine Dose gereicht 'Mach mal auf, die RPC ist gerade begonnen, wir haben noch keine offene Dose zum Zeigen' - und prompt fehlten in der Dose die Würfel. Die anderen Dosen schienen aber korrekt gefüllt zu sein.

Die Mantikore hatten auch ein paar Neuheiten. Vor allem ist natürlich das "Mehrspielerbuch" zu Einsamer Wolf bemerkenswert, mit dem man Abenteuer in der Welt der Soloabenteuer von Joe Dever erleben kann. Außerdem gab es mit Drachen über Larm ein Abenteuer für Labyrinth Lord. Außerdem wurden bereits Proberunden angeboten für die - mittlerweile für Anfang Juni angekündigte - neue Ausgabe von Paranoia auf Deutsch.

Zu den Space Pirates gab es eine Erweiterung, klischeemäßig waren zu den Piraten dann natürlich die Space-Ninja dran. Das Space-Pirates-Buch gab es als Hardcover, das man auch zusammen mit den Space-Ninjas, einer Karte der Abenteuergegend und einem Button in einer Pizzadose als extrem limitierte Ausgabe (die 'Jonas Wagner'-Edition, von der nur rund 15 Exemplare existieren) erwerben konnte.

Die Redaktion Phantastik hatte zwar nichts neues vor Ort, kündigte aber für den Herbst ein neues Abenteuer für Private Eye an.

Überhaupt nicht gesichtet wurden einige andere. Am auffälligsten war es wohl bei Nackter Stahl, die auch auf der letzten FeenCon durch Abwesenheit geglänzt hatten.

Eine Besprechung der RPC als solcher folgt in den nächsten Tagen. Hier klicken um mehr zu lesen...

Sonntag, 8. Mai 2011

Verbindung gesucht

Bamogo

Spiele, bei denen man die gegenüberliegenden Seiten eines Spielplanes verbinden muss, gibt es viele. Die bekanntesten dürften wohl Twix, ConHex und Atoll sein, aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Ergo muss man schon eine neue Idee bringen, um mit einem Verbindungsspiel noch einen Hund hinter dem Ofern hevorzulocken- oder ganz besonderes Material bieten.

Beim Stichwort 'besonderes Material' fällt einem natürlich sofort HiKu-Spiele ein, die kleine Spiele mit Spielbrettern in Form von Lederbeuteln und Spielsteine in Form von kleinen (Halbedel-)Steinen produzieren. Leider sind aber die meisten Verbindungsspiele auch relativ groß, was das Material betrifft, was die Preise für so ein Spiel in die Höhe treibt. Deshalb hat HiKu beide Anreize kombiniert - besonderes Spielmaterial und ein ungewöhnliches Spielprinzip. Das Ergebnis: Bamogo, das wohl nur zufälligerweise den Namen mit einem für Nizza spielenden Fußballer teilt.


Die Hiku-typische kleine Dose aus durchsichtigem klaren Kunststoff enthält ein 'ganz normales' HiKu-Spiel:


  • ein Lederbeutel mit aufgedrucktem Spielplan
  • eine kurze Spielregel auf einem schmalen Papierstreifen
  • 16 Spielsteine aus Halbedelsteinen, in drei Farben (zweimal fünf und einmal sechs Spielsteine)

Das Spielbrett besteht ganz einfach aus einem Quadrat aus 4 mal 4 Feldern (Kreisen) - verglichen mit den Spielbrettern anderer Konnektions-Spiele klein und übersichtlich, sollte man meinen.

Wie bei HiKu üblich, sind die Farben der Steine nicht immer gleich - wer auf einem Stand auf einer Messe wie den Internationalen Spieltagen ein HiKu-Spiel kauft, kann meist (wenn die Zeit erlaubt) aussuchen, welche Farben zum Spiel gehören sollen.

Zu Spielbeginn werden die Steine in Zweiergruppen aufgeteilt, einem festen Schema folgend. Die Reihenfolge ist vorgegeben, wobei fast alle Zweiergruppen aus zwei verschiedenen Steinen bestehen. Variation ebsteht nur darin, dass eben zwei Farben fünfmal vorhanden sind, und ausgetauscht werden könnten. Die Spieler einigen sich, wer eine vertikale und wer eine horizontale Verbindung machen soll - grundsätzlich ist egal, wer was nimmt.

Wer am Zug ist, führt eine von zwei Aktionen aus. Man kann


  • das nächste Steinpaar in der Reihe auf das Spielfeld legen, wobei die beiden Steine auf zwei nebeneinanderliegenden Feldern landen müssen. Wenn bei fortgeschrittenem Spiel keine nebeneinanderliegenden Felder mehr frei sind, kann man die letzten Paare (jeweils eines) auf zwei beliebige freie Felder legen. Oder man kann
  • zwei nebeneinander liegende verschiedenfarbige Steine gegeneinander austauschen. Hierbei darf ein Tausch, den der andere Spieler in seinem letzten Zug gemacht hat, nicht sofort wieder ungeschehen gemacht werden.

Ziel ist es, eine Verbindung der beiden Seiten, die man vorher abgesprochen hat, mit Steinen einer Farbe zu erreichen. Wer am Ende seines eigenen Zuges diese Verbindung auf dem Spielfeld stehen hat, hat gewonnen. Daraus folgert: wenn man eine Verbindung für den Gegner erstellt, hat der noch nicht gewonnen - er muss die Verbindung bei seinem eigenen Zug bestehen lassen, was nicht allzu schwer sein dürfte, wenn er sie gesehen hat.

Das ganze wirkt einfach, und übersichtlich, ist es aber nicht. Es ist schon schwer, zu überblicken, welche Möglichkeiten der Gegner nach einem eigenen Zug ggfs. hat um seine Verbindung anzulegen - mehrere Züge im Voraus wird das schnell sehr unübersichtlich. Gerade während der Phase, in der Steine gesetzt werden können, ist der Entscheidungsbaum unheimlich breit - und mit 25 möglichen Zügen bei vollbesetztem Feld ist er immer noch ziemlich unübersichtlich.

Bamogo ist also, wie so viele Spiele von HiKu, ein ausgezeichnter Hirnverzwirner. Wer solche kleinen, fordernden Spiele mag, wird hiermit sicher keinen Fehlgriff tun. Und wer ein Mitbringsel für jemanden sucht, der solche Spiele mag...




HerstellerHiKu Spiele
AutorPeer Sylvester
Spieler 2
Denken 10
Glück 0
Geschicklichkeit 0
Preis € 10,00
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Samstag, 7. Mai 2011

Randale, Proteste, Chaoten

RPC-Neuigkeiten

Heute ist bekanntlich der erste Tag der RPC Germany, der "Role-Playing Convention" in Köln.

Schon im Vorfeld war angekündigt worden, dass Ulisses auf der RPC eine größere, bedeutende Ankündigung zu machen hätte, und so war natürlich jeder gespannt, was es denn sein könne - wenn man denn erst einmal die Messe erreicht hatte. Das stellte sich dieses Jahr für viele als schwieriger heraus als man dachte.


Zum einen war ein Teil des Kölner Rings gesperrt - nach Bauarbeiten sollten zwei Behelfsbrücken abgebaut werden, wofür dann der Nordteil des Kölner Rings gesperrt wurde: von Samstagmorgen bis Sonntagabend.

Zum zweiten war an der Messe ein massives Polizeiaufgebot zu sehen - sogar Sondereinsatzgruppen aus Süddeutschland wurden gesichtet. Allerdings war nicht die RPC der Anlass, sondern die im Titel genannten Randalierer und Chaoten. Das Bündnis 'Pro NRW' hatte zu einer Kundgebung aufgerufen, und gemeinhin der politischen Gegenseite zugehörige Kreise hatten eine Gegendemo organisiert. Verständlich, dass die Herren in Grün-Weiss bzw. Blau-Weiss (je nach Alter der Uniformen bzw. Dienstwagen) da erhöhte Alarmbereitschaft zeitigten.

Neben - eher kleineren - Behinderungen des Bahnverkehrs war aber in der Messe nichts von den Demonstrationen zu merken. So konnten dann die Workshops grundsätzlich ungestört stattfinden, unter anderem auch der, in dem Ulisses die Überraschung bekanntgeben wollte.

Diese Überraschung sieht wie folgt aus: Ulisses hat die Rechte am Warenzeichen Das Schwarze Auge und alle Produktionsrechte erworben. Im Endeffekt bedeutet das, dass alle Lizenprodukte in Zukunft durch Ulisses lizenziert werden müssen. Inwieweit das Auswirkungen auf den früheren Ableger Uhrwerk - der sich inzwischen weitgehend von Ulisses abgenabelt hat - haben wird, wird man noch sehen müssen.

Außerdem wurde heute abend der RPC-Award, ein Publikumspreis in verschiedenen Kategorien, vergeben. Die Preisträger hierbei sind:

  • im Bereich Literatur und Comics: Anerican Vampire I
  • im Bereich LARP: Rucksack mit Rahmen, Truhe & Decke von Epic Armory
  • im Bereich Tabletop und Miniaturen: Hordes Primal Mk II von Ulisses
  • im Bereich Gesellschaftsspiele: Thunderstone von Pegasus
  • im Bereich P&P RPG: Die Dunkle-Zeiten-Box von Ulisses
  • im Bereich PC & Computergames: Mass Effect 2 von electronic arts

Außerdem gab es ein paar Jurypreise: Schneller als der Tod von Hörvelag, Quest - Zeit der Helden, Drakensang Online, Einsamer Wolf Rollenspiel von Manticore, Cursed Crusade von dtp.

Eine ausführliche Besprechung der RPC als solche kommt dann in den nächsten Tagen :)
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Freitag, 6. Mai 2011

Pandora lässt grüßen

O'PenzedoR!

Mancher hätt' schon gern entdeckt – was so hinter Türen steckt... Nun, das denken sich wohl auch die 5 Zauberschüler, um die es bei "O'PenzedoR" geht. Der Titel gibt schon lautmalerisch zum Besten, was die Spieler tun, was sie vom Hintergrund eigentlich nicht tun sollten, aber das kennt man ja – Zauberschüler, Neugier, und dann etwas verbotenes...

Worum also geht es? Nun, die Spieler versuchen sich zu beweisen, daß sie mittlerweile genug gelernt haben, um auf magische Art und Weise mit diversen "Problemen", insbesondere solchen, die hinter mysteriösen Türen in der Zauberakademie lauern, fertigzuwerden. Diese Probleme können fünferlei Form annehmen – feurig, eisig, steinig, luftig oder waldig sozusagen – und dummerweise kommt jeder der fünf Schüler genau mit einer Sorte Problem klar. Wenn also der passende Schüler gerade anwesend ist – prima, Gefahr gebannt, wenn nicht, gibt’s im wahrsten Sinne des Wortes eins auf den Hut. Und irgendwann – dann sind nämlich die Lebenspunkte alle – fällt der dann wohl runter, und der Spieler ist raus (kann aber ironischerweise trotzdem noch gewinnen).


Nun fragt man sich, wie bekommt man den jeweils passenden Zauberschüler dazu, daß er einem hilft? Nun, das ist ein wenig zufällig – die werden nämlich durch Karten repräsentiert. Davon hat man zunächst fünf, und man muß sie passend zu den Hindernissen hinter den Türen ablegen. Neue Karten bekommt man nur, wenn andere Spieler an einer Tür scheitern (was deren Zug übrigens nicht beendet). Das sieht zunächst ein wenig nach Glücksspiel aus, ist es auch zu Anfang, aber es wird doch taktischer – es sind ja von allen fünf "Elementen" gleich viele Karten vorhanden, und somit kann man schon überlegen, ob man wohl die passenden Bannkarten hat um weiterzuzocken odernicht – eine Tür die Runde muß geöffnet werden, jede weitere ist "freiwillig", aber Punkte gibt es jeweils für erfolgreich gebannte Türen. Außerdem gibt es noch Symbole auf den Türkarten, die das Spiel ein wenig turbulenter gestalten. Einmal pro Spiel kann man seine Kartenhand komplett austauschen – lohnenswert, wenn man viele Bannkarten hat, die man wohl sowieso nicht brauchen wird, weil sie von der falschen Sorte sind (weil die schon "aufgebraucht" ist).

Insgesamt eigentlich ein recht einfaches Spielprinzip, was auch Kinder schnell verstehen. Kann auch gut mal "zwischendurch" gespielt werden, wenn die Regeln (auf englisch und französisch vorhanden) einmal klar sind, geht auch eine Fünf-Spieler-Runde schnell über die Bühne. Als Material gibt es 5 W8 als "Lebenspunktezähler", Punktecounter aus Pappe sowie die Tür- und Bannkarten – und deren Artwork ist eigentlich das, was ammeisten an "O'PenzedoR" heraussticht. Die fünf verschiedenen Zauberschüler sind wirklich sehr liebevoll und niedlich gestaltet (Artwork von Pierô, sicherlich von manch anderem Spiel aus dem französischen Raum bekannt, z.B. Ghost Stories); das führte schon beim Testspielen dazu, daß wir den fünf Charakteren einfach mal Namen verpaßt haben – so zaubern bei uns Yuki (Luft), Fred (Stein), Nadja (Eis), Waldo (Pflanze) und Sven (wieso auch immer, Feuer) in der Gegend herum.

Insgesamt also ein niedliches und auch kindertaugliches Spiel für zwischendurch, das vielleicht ein wenig teuer ist – wobei Pavillon Noir auch Spielepakete zu Kombipreisen anbietet. Spaß macht es aber schon, vor allem, wenn man eben keine Zeit für einen "Abendfüller" hat.


HerstellerEditions Pavillons Noir
AutorCédric Joint
Spieler 3-5
Denken 4
Glück 5
Geschicklichkeit 0
Preis € 22,00

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Dienstag, 3. Mai 2011

Eisenbahn in Asien

Heredium: Menschen Göttern gleich

Nachdem 13 Mann mit Heredium 2008 mal ein weiteres Genre und ein ganz frisches System ins Programm genommen hat (das offenbar eine etwas andere Klientel ansprechen möchte als die anderen beiden "Haussysteme", Rolemaster und Traveller – ein begrüßenswerter Schritt meiner Meinung nach), liegt nun mit Menschen Göttern gleich das erste echte Abenteuer für dieses Setting vor.

Wer Heredium noch nicht kennt, dem sei gesagt: Das Setting spielt auf der Erde, allerdings postapokalyptisch, und die Überbleibsel der Menschheit, oder das was aus ihnen geworden ist, haben sich nicht nur gegenseitig als "Probleme".


Nun stehe ich mal wieder vor dem Problem, eine Rollenspielabenteuerrezi zu schreiben, ohne potentiellen Spielern allzuviel vom Plot zu verraten. Ich werd's versuchen, also beschwert euch bitte nicht, wenn es stellenweise mal schwammig klingt, aber das ist eine Rezi, kein Spoiler. Das Szenario ist in sich dreigeteilt, und startet zunächst in Temora, genauer in Hirohito City, der einzigen "High-Tech-Metropole" die überhaupt noch existiert. Die Aufhänger für die Charaktere, um in den Plot zu kommen, können unterschiedlich sein – hier finde ich es eigentlich gut, daß kein so starrer Kurs gefahren wird, und es auch möglich ist, mit Charakteren zu spielen, die nicht aus Temora stammen (was sonst beim Heredium-Setting schwierig erscheinen mag, aber es gibt gute Ansätze, warum auch z.B. Debellatoren, Raging Bulls etc. über den Plot stolpern könnten).

Je nachdem auf welchem Weg werden die Ermittlungen die Charaktere ggfs. aus ganz unterschiedlichen Gründen zu einer eher bizarren Szenerie führen – der erste Teil ist eher ein "Ermittler"-Teil, und die Spieler suchen wahlweise nach vermißten Personen, Stoff oder was auch immer. An sich gute Ideen führen hier leider ein wenig zu Railroading, was ein erfahrener, wortgewandter Spielleiter vielleicht kaschieren kann, eine unerfahrene Gruppe vielleicht nicht merkt – aber auf jeden Fall erfordert es ein wenig Arbeit. Über kurz oder lang führen die Ermittlungen jedenfalls zum "Aufhänger" für den zweiten Teil – der aus der Stadt herausführt, in eine reichlich lebensfeindliche Umgebung, oder – cineastisch ausgedrückt – von Blade Runner nach Mad Max.

Der Vergleich mit besagtem Film kommt nicht von ungefähr – es geht auf Vehikeln durch eine Art lebensfeindliche Wüste, und die Hindernisse sind ganz unterschiedlicher Natur. Hier genaueres zu verraten, wäre natürlich wieder ein Spoiler, und dementsprechend lasse ich das, aber auch hier fällt einem auf, daß der Teil relativ "gerailroadet" rüberkommt – die Reihenfolge der Ereignisse ist schon ziemlich zwingend, und es sind auch genug "Leitplanken" enthalten, um auch Spieler, die mal "abbiegen" wollen, wieder auf die (und zur Not vielleicht zur?) Strecke zu bringen.

Positiv hingegen fällt die relativ offene Gestaltung des Finales aus: Der Autor will nicht vorschreiben, zu welchem Showdown es kommen soll – das sollen vielmehr der SL und die Aktionn der Charaktere entscheiden, und die haben gewissermaßen die Wahl, ob sie lieber Sieben Samurai, Resident Evil, Enemey Mine oder Mad Max meets Running Man spielen wollen – oder noch etwas anderes. Diese Vergleiche sind nicht von ungefähr, weil sie doch recht gut die jeweilige Stimmung der Finalideen widerspiegeln, und damit sind nicht mal alle Ansätze ausgereizt (allerdings sind diese vier zumindest soweit ausformuliert, andere Ideen sind nur angedeutet). Hier ist sicherlich einige Arbeit des SL erforderlich, schon was eine gewisse Anpassung an die Spielgruppe angeht, aber das ist es sicherlich wert, schon weil die Railroad hier komplett verschwunden ist.

Hieraus nun ein Gesamtfazit zu ziehen ist schwer – man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, daß der Autor nicht so recht entscheiden wollte, ob er ein sehr gerailroadetes Abenteuer "für Einsteiger" liefern möchte, oder ob er lieber mehr Ansätze zum Selberweiterspinnen geliefert hätte (wie es am Ende wirkt). Das ganze ist irgendwie ein Kompromiß geworden, und nicht mal ein schlechter, obwohl ich das Abenteuer nicht unbedingt als so "einsteigertauglich" einordnen würde. Da erwähnt wird, daß es durchaus mit Startcharakteren spielbar sein soll, möchte ich mal dagegenhalten, daß ich diese Aussage insofern für sehr gwagt halte, als daß die Opposition mir dafür als (zu) stark erscheint. Das Heredium-Setting ist sicherlich hart, aber was da – sogar an "Futter"-NSCs – aufgefahren wird, ist durchaus in der Lage, "Starter" einfach aus den Latschen zu pusten, also ist entweder etwas Anpassungsarbeit oder entsprechendes "Würfeln hinterm Schirm" vom SL nötig. Der Plot an sich gefällt mir aber sehr gut, paßt prima ins Setting, und kann sicherlich dazu dienen, neue Spieler an die Spielwelt von Heredium heranzuführen.

Was ich ein wenig vermisse – und das obwohl es bei Heredium im Grundregelwerk ja Templates gibt – sind trotzdem eine Handvoll Beispielcharaktere, mit denen man das Abenteuer so vom Fleck weg spielen kann. Platz genug dafür wäre gewesen – denn 2 Seiten Werbung für Traveller und 3 für Rolemaster müssen wirklich nicht sein (zumal ich die Mehrzahl der Heredium-Spieler nicht gerade im üblichen Spielerumfeld dieser Systeme vermute). Trotzdem summa summarum ein gut gemachter Abenteuerband: erfordert meines Erachtens zwar etwas mehr SL-Arbeit als man auf den ersten Blick denken mag, ist es aber wert.

Hersteller13Mann
AutorDaniel Meyer
Spieler RPG
Denken RPG
Glück RPG
Geschicklichkeit RPG
Preis 14,95 €
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Montag, 2. Mai 2011

Tretstart

Kickstarter ist eine interessante Sache. Wer ein Projekt nicht alleine stemmen kann, kann hier Hilfe anfragen von wildfremden Internetnutzern. Wenn genug von diesen sich bereit erklären, ein bestimmtes finanzielles Ziel zu zahlen, mit dem das Projekt dann durchgezogen werden kann, haben alle etwas davon - die Einzahler, weil sie ihr Projekt realisiert sehen, und die Projekterfinder, weil sie nicht in Vorlage treten mussten mit dem Risiko, dass hinterher niemand das Produkt kauft.

Eines dieser Produkte bei Kickstarter firmiert zur Zeit unter dem Namen Eldritch Skies. Es handelt sich hierbei um ein SciFi-Setting für das Unisystem, das stark im Cthulhu-Mythos von Lovecraft verankert ist.

Da ich selber für das Cthulhu-Team von Pegasus Supporter bin, ist Eldritch Skies natürlich für mich persönlich interessant. Aber dennoch möchte ich es jedem Interessierten ans Herz legen: auch wenn das Projekt zur Zeit voll bezahlt ist, können bis zum Projektschluss am 12. Mai (kurz nach Mittag Deutscher Zeit) noch immer Einzahler abspringen, womit das Projekt nicht als gesichert gelten kann. Und: es ist natürlich nicht sicher, zu welchem Preis man das Produkt hinterher eventuell bei den einschlägigen Dealern erwerben können wird... Hier klicken um mehr zu lesen...