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Freitag, 24. Oktober 2008

Spieltage - Tag 2

Freitag, Tag 2 der Internationalen Spieltage in Essen. Nach den guten Erfahrungen im letzten jahr mit dieser Planung, habe ich auch dieses Jahr den heutigen Tag für die Hallen 10-12, also vor allem für die großen Platzhirschen unter den Spielegherausgebern. Aber auch hier gibt es ein paar kleine Verlage, die hervorragendes leisten.

Mit mehreren dieser Größen werde ich auch erst am Sonntag sprechen - die Verantwortlichen sind ziemlich ausgebucht. Vor allem Kosmos und Queen fallen hierunter. Aber auch bei manchen Kleinverlagen sind die Verantwortlichen sehr selten anzutreffen. Eventuell fehlende Verlage werde ich dann am Sonntag, dem traditionellen 'Abrundungstag' noch einmal anlaufen.

Übrigens hat heute auch die neue Redakteurin sich zu ersten Mal auf das Messeparkett begeben. Wir werden also demnächst auch neues hören über Spiele wie Yu-Gi-Oh, Monsterpocalypse oder auch Bella Sara...

Unter den kleineren Verlagen ist dieses Jahr auch BeWitched hervorzuheben, deren Spiel Die 3 Gebote die Vorschusslorbeeren, die ihm am Mittwoch gespendet habe, voll zu verdienen scheint. Es machte den Teilnehmern immer sehr viel Spaß, wenn ich am Stand vorbei kam (und das geschah einige Male, denn die Ecke, in der der Stand liegt, ist trotz der Abgelegenheit eine brauchbare Abkürzung, wenn man den Menschenmassen in der Halle aus dem Weg gehen will. Für mich ist das Spiel sicher eines der Highlights dieser Messe.

Ein weiteres Highlight ist auf jeden Fall Powerboats des Niederländischen Verlages Cwali. Corné van Moorssel hat ein Spiel abgeliefert, das sogar in der Topliste der Fairplay auftauchte - eine Liste, in der ausländische Spiele traditionell einen schweren Stand haben.

Viele Spiele wurden von mehreren Verlagen parallel herausgebracht - Lizenzen für die Niederlande, Frankreich, Italien usw. werden immer beliebter, und oftmals werden die Spiele mittlerweile sogar gleichzeitig herausgebracht. Eine sehr positive Entwicklung, die fortgesetzt werden sollte.

Keine solche Mehrfachausgabe, aber trotzdem interessant, ist Strozzi von Rainer Knizia, ein Spiel im Italien der Medici. Ständig sind alle Spieler bei den versuchen, möglichst einträgliche Handelsbeziehungen aufzubauen, beteiligt, so dass sich ein munteres Schiffeverhandeln ergibt. Herausgeber ist Abacus Spiele.

Ich will aber auch nicht unterschlagen, dass ich auch noch kurz in der Rollenspielhalle 6 tätig war. Der Spielleiterschirm von Ulisses ist beinahe schon waffenscheinpflichtig, ich habe noch nie einen so stabilen Spielleiterschirm gesehen. Außerdem konnte ich dort ein Exemplar des Ulisses-Forumsrollenspiels ergattern, bei dem man einen Poster im berüchtigten Ulisses-Forum darstellt. Dieses Projekt, das ursprünglich aus einer "Schnapsidee" des Forums entstanden ist, hat zu einem sehr hübschen, ungewöhnlichen Rollenspiel geführt.

Bevor ich hier über der Tastatur einschlafe - ich bin doch etliche Kilometer herumgerannt -, mache ich lieber Schluss. Ich möchte nur auf etwas hinweisen, das ich heute einigen Verlagen angeboten habe: das Erstverkaufstag-Versprechen. Im Laufe der nächsten Woche werde ich näher erklären, was es damit genau auf sich hat. Es ist auf jeden Fall etwas, was sowohl für die meisten Verlage als auch für die Leser interessant sein dürfte.

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Donnerstag, 23. Oktober 2008

Spieltage - Tag 1

Relativ ruhig sind heute die Internationalen Spieltage in Essen gestartet. Auch dieses Jahr bin ich wieder nicht auf dem 'kürzesten Weg' angekommen, aber das lag dieses Jahr nicht daran, dass ich mich verfahren hätte. Nein, es gibt da mehrere große Baustellen im Kreus DU-Kaiserberg sowie auf der A40 in Essen, so dass mein Navi auf die gute Idee kam, die Staud zu umfahren. Ich wurde auf der A42 bis Bottrop durchgelotst, und dann quer durch essen geschickt. Immerhin was der Verkehr dort recht moderat, so daass ich nur 8 Minuten später ankam als ursprünlich durch mein Navi vorhergesagt, als es von den Staus noch nichts wusste. In den Staus hätte ich lt. navi-Anzeige mehr als 40 Minuten fest gehangen. so dass der 'Umweg' sehr nützlich war.

Die Menschenmengen vor dem Eingang sahen recht überschaubar aus, wenn es auch voller war als letztes Jahr. Denselben Eindruck hatte ich auch drinnen, und ich hörte auch von einigen anderen, dass sie das auch dachten. Es scheint also voran zu gehen.

Ein Wiedersehen gab es mit lange Vermißten. Out of the Box Games ist nach zehn Jahren wieder einmal auf der Spiel vertreten, und zeigte insgesamt sechs neue SPiele: Backseat Drawing ist ein Zeichenspiel, das ein ganz nettes Partyspiel werden könnte. Ninja versus Ninja ist ein kleines, nettes taktisches Brettspiel, in dem zwei Ninja-Clans sich gegenseitig ausspionieren und auseinandernehmen. In 10 Days in Europe versucht man, eine Reise durch Europa zu planen. Rock! ist ein Spiel, das 'schneller ist als sein Name': Das altbekannte Papier-Stein-Schere wird durch ungewöhnliche Illustrationen dargestellt, aber es gewinnt nicht der, der die siegende Kate legt, sondern der, der die siegende Karte benennen kann. Außerdem gibt es noch Cloud 9, mit garantiertem Ballon-Höhenrausch, und MixUp, eine Art "4 gewinnt" mit Farben und Formen.

Funforge, ein neuer Französischer Herausgeber zeigte Illusio. In diesem Spiel versuchen Illusionisten (Zauberkünstler im Varieté) in einem Wettbewerb die besten Illusionen darzubieten.

Der Niederländische Eigenverlag Splln (diesen Buchstabenknäuel spricht man aus wie ein Hamburger 'spellen' lesen würde, als mit s-pitzem s-tein) präsentierte das Spiel Tosti, in dem man ... eben Tostis herstellt. Tostis sind Niederländische überbackene Toasts, man kann sie sich für das Spiel aber auch wie Sandwiches vorstellen.

Der Dänische Verlag Gottick, der voriges Jahr durch Comrade Koba auffiel, bietet dieses Jahr mit Supermarket Psycho ein neues Kartenspiel an, in dem man sich fragt, ob es eigentlich eine gute Idee war, ausgerechnet jetzt einkaufen zu gehen...

Die Redaktion Phantastik zeigte das Spielerhandbuch zu Private Eye, einem Detektivrollenspiel in der Welt von Sherlock Holmes. Es soll komplett kompatibel sein zu Cthulhu by Gaslight, was für interessante Effekte sorgen dürfte, wenn man ein Abenteuer des einen Systems mit einer Runde des anderen spielt.

Der in letzter Zeit eher durch andere Aktivitäten in die Schlagzeilen geratene Verlag Prometheus Games zeigte zum einen den Companion zu Ratten! mit dem Titel Ratten!! (2. Teil, also auch zwei Ausrufezeichen - Pratchett-Kenner werden sich bereits auf den fünften Teil freuen ;) ), zum anderen Opus Anima. Opus Anima ("ein Rollenspiel um grotesken Horror") ist eigentlich ein eigenständiges Projekt, und Prometheus hat eine Lizenz über das Spiel. Der eiugentliche Produzent nennt sich NewQuest Verlag, und ist über die Opus Anima-Homepage zu erreichen.

Wirklich neu bei Ulisses waren eigentlich nur noch die Würfelbecher, die allerdings einen respektabelen Preis kosten. Das nächstneueste ist Der Kult der goldenen Masken, der bereits hier besprochen wurde. Interessant sah auch Monsterpocalypse aus, das aber als Sammelspiel für meine neue Kollegin interessant sein dürfte.

Ein hübsches Goodie, das allerdings keinen echten Nährwert hat, sind Pokerdecks von Flying Buffalo. Sie wurden zur GenCon gemacht, und zeigen auf den Karten Spielverlage, Spielprodukte und Persönlichkeiten.

Allgemein muss ich sagen, dass ich letztes Jahr den Eindruck hatte,d ass LARP-Läden auf dem Rückzug waren. Dieses Jahr dahingegen machten die LARP-Läden ein großes Comeback, und waren wieder massiv auf der Messe vertreten.

So viel für heute, morgen ist auch noch ein Tag. nach meinen üblichen Modus Operandi sind morgen die hallen 10-12 dran, in denen die 'großen' Spieleverlage (aber auch viele kleine, wie Doris und Frank, oder Cwali) zu finden sind. Diese drei Hallen sind traditionell am Wochenende die meistbesuchten...

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In eigener Sache

Roachware erhält Zuwachs. Ab sofort werden hier nicht nur Brett-, Karten- und Rollenspiele besprochen, es gibt nun eine zusätzliche Redakteurin für das Themengebiet Sammelspiele (Sammelkartenspiele, Sammelfigurenspiele etc.): Antje Looman. Damit man unterscheiden kann, wer das einzelne Posting gemacht hat, werden in Zukunft die Postings ein entsprechendes Label erhalten. Es gibt übrigens noch eine dritte Person, die ich gerne irgendwann in der Redaktion begrüßen möchte, aber das könnte noch einige Zeit dauern :-( Hier klicken um mehr zu lesen...

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Spieltage - Tag 0

Heute sind dann wieder die internationalen Spieltage offiziell begonnen mit Pressekonferenz und ersten Kontakten. Leider setzte sich eine Entweicklung fort, die in den letzten zwei jahren oder so angefangen hat: bei der Neuheitenschau waren viele Spielstände verwaist. Richtig schade, denn mit einigen Herstellern hätte ich doch recht gerne ein paar Worte gewechselt, bevor morgen das große Chaos über die Stände hereinbricht. Und als Hersteller wäre mir der Pressekontakt doch recht wichtig - es fiel auf, dass es vor allem die kleineren Verlage waren, die zwar Spiele ausstellten, aber niemanden zur Erklärung abgestellt haben. Die großen Verlage hatten allesamt (meist sogar ziemlich kompetentes) Fachpersonal da. Das Wichtigste an dem 'nullten' Tag war natürlich trotzdem die Neuheitenshow, und was man dort alles sieht. Dieses Jahr hatte ich vor allem den Eindruck, dass sich die guten Spiele massiv in Halle 4 versammelten, es waren auffällig viele kleine Verlage aus Halle 4 mit sehr schönen Spielen zu sehen. Über die meisten dieser Spiele in den nächsten Tagen mehr... In der Pressekonferenz wurde zunächst ein allgemeiner Überblick über die Messe und die Aussteller gegeben. Dieses Jahr sind es ca. 760 Aussteller aus 31 Nationen. "Etwa", weil wie jedes Jahr zum einen noch stets Nachmeldungen kommen, zum anderen, weil auch immer wieder einzelne Verlage doch nicht auftauchen. Aber das ist dann deren Problem. Eine Besonderheit ist wohl dieses Jahr ein großer Korea-Pavillon. Hier präsentieren sich einige Spieleverlage aus Korea, die über einen Wettbewerb, der durch die Koreanische Regierung gefördert wurde, einen Platz in Essen erhalten haben. Angesichts der großen Bedeutung, die Korea (und Japan) in den leztten Jahren sowohl als Produktions- aber auch als Absatzmärkte gewonnen haben, sicher ein sehr wichtiger Stand. Übersicht Hier eine kurze Übersicht über besondere Sachen, die mir ins Auge fielen. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der Würfel ist nicht totzukriegen. Verdes Innovations (12-41) präsentiert den V-Cube 5, den V-Cube 6 und den V-Cube 7. Rubik's Cube in neuer Größe: galt bis vor kurzem noch der 5x5x5-Würfel als das maximale technisch machbare, beweist V-Cubes, dass es noch größer geht. Der 7x7x7-"Würfel" hat gewölbte Flächen, da er ansonsten mechanisch nicht mehr machbar gewesen wäre. Krimsus Krimskramskiste (5-37) präsentierte mit Im Wald da sind die Räuber das erste Brettspiel des Hauses, wobei auffiel, dass das Spiel vierseitige Wüfel verwendet. Sechsseitige hätten lt. Sandfox doch zu große Ergebnisse geliefert. BeWitched-Spiele (11-65) zeigte mit Die 3 Gebote ein interessantes Spiel, das in einigen Mechanismen an Abbott's Eleusis erinnert, aber interaktiver und gleichzeitig freier in der Regel ist. Powerboats von Cwali (12-24) wurde hier ja bereits kurz erwähnt, die abgearbeitete Version sieht sehr schön aus. Vielleicht sieht man Corné dann auch in den nächsten Tagen irgendwann... Fragor Games (9-19) war ebenfalls nur mit einem Spiel, aber nicht in persona vertreten, und zeigte ihr neues Spiel Snow Tails, das recht interessant aussah. Der Heidelberger Spieleverlag (9 - mehrere Stände) zeigte eine ganze Reihe von Neuheiten, von denen mir Schneller als kurz besonders auffiel: ein Schätzspiel im Stile von Anno Domini, wobei aber eine zweidimensionale Auslage entsteht, die sich auch verschieben kann. So kann man, indem man eine Karte in eine Reihe richtig einordnet, trrotzdem in den Spalten Chaos entstehen, und umgedreht. Auch wurde die Neuauflage von Tschach! gezeigt, sowie eine ganze Reihe weiterer Spiele. Nicht nur für Pilger interessant ist El Peregrino, ein Spiel über den berühmten Jakobsweg, dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela von Innovatum (4-306). Ravensburger (11-01) verwendet das 'keiner weiss, welche Figur von wem ist'-System für das Spiel Der Name der Rose, in dem man versucht, seinen eigenen Mönch möglichst unverdächtig agieren zu lassen... Die Redaktion Phantastik (6-94) zeigte das Private Eye-Regelwerk, das im Umfang verdoppelt ist und anscheinend ziemlich kompatibel mit Cthulhu ist. Das Spiel Tosti von Splln (4-311) muss ich mir noch näher ansehen - es sah nett aus, aber mir fehlte wieder einmal der Ansprechpartner. Dies ist nur ein allererster Eindruck, wie üblich für den 'nullten' Tag der Spiel. Mehr, wie ebenfalls üblich, morgen... Hier klicken um mehr zu lesen...

Wiedersehen mit Avestreu

Drakensang: Der Kult der goldenen Masken

Seit dem 1. August wird das Computerspiel Drakensang verkauft. Drakensang basiert auf dem Pen&Paper-Rollenspiel Das schwarze Auge, und verwendet einen stark abgespeckten Satz Fertigkeiten. Zusätzlich gibt es aber auf der DVD auch das DSA-Basisregelwerk als PDF, damit man als Computerspieler eine Chance hat, auch ohne weitere Materialien die Welt am Spieltisch nachzuerleben.

Zu diesem Zweck veröffentlicht Ulisses Spiele jetzt ein Abenteuer, das sich speziell an Rollenspielneulinge richtet, die das Computerrollenspiel kennen. Dabei wird aber großer Wert darauf gelegt, dass man nicht einfach die Abenteuer des Computer-Rollenspiels nachspielt, sondern eigene, neue Abenteuer erlebt.

Dass Der Kult der goldenen Masken etwas besonderes ist, wird schon beim ersten Blick auf das Cover deutlich. Obwohl es ein Softcover ist, hat es nicht die bei Ulisses übliche sepia-monochrome Illustration auf dem Cover, sondern ein Vollfarbbild, das auch im Stil nicht an die üblichen DSA-Cover erinnert. Eine halbnackte Frau mit einer Reihe Kratzwunden, dahinter ein Wesen mit einer goldenen Drachenmaske: Arndt Drechslers Coverbild sieht auf den ersten Blick aus wie eine Gemeinschaftsprpoduktion von Boris Vallejo und Brom. Düster und unheimlich, aber dennoch sieht es sehr gut aus. Das Drakensang-Logo über dem eigentlichen Titel läßt hoffen, dass der Kult nicht das einzige Produkt sein wird.

Der Preis ist, verglichen mit den normalen Softcovern von Ulisses, ein kleines bisschen erhöht: 12 statt 11 Euro. Allerdings wird sofort klar, wie der Preis zustande kommt, wenn man das Heft einmal an beliebiger Stelle öffnet: das ganze Heft ist - wie auch das Basisregelwerk - durchgängig in Farbe gedruckt. Viele der Illustrationen wirken, als kämen sie direkt aus dem Computerspiel, auch wenn der allergrößte Teil nicht aus diesem stammt. Neben vielen neuen Illustrationen wurden auch einige 'Klassiker' eingefärbt und wiederverwendet, wobei jetzt allerdings noch Schatteneffekte hinzu gekommen sind, was die Illustrationen noch lebendiger macht. Auch sind einige Auszüge aus der Karte in die Texte eingestreut, die manchem Spieler des Computerspiel bekannt vorkommen dürften: da das Abenteuer in Avestreu stattfindet - dem Örtchen, in dem Drakensang startete, und das man auch in der Demo ausgiebig bespielen kann - wird auch die Karte Avestreus aus dem Computerspiel wiederverwendet. In den Handouts gibt es übrigens eine komplette Karte der Umgebung, die die Helden auch tatsächlich irgendwann finden klönnen.

Ansonsten gibt es nur sechs vorbereitete Helden als Handouts: eine Moorbrücker Jägerin, einen Angbarer Söldner, eine Streunerin aus Ferdok, eine Magierin aus Elenvina, ein Zwergenkrieger aus Murolosch und eine auelfische Kundschafterin. Da auch der Kult von dem eingeschränkten Fertigkeitensatz des Computerspiels ausgeht, ist die Verwendung dieser Charaktere sogar anzuraten, es gibt aber im Abenteuertext auch Hinweise, wie man das Abenteuer mit dem kompletten (Basis-)Regelsatz spielen kann.

Bis zur Seite 24 wird dann noch das Spiel am Tisch ausführlich erläutert: wie wird gekämpft, wie wird eine Talentprobe abgelegt, welche Zauber und Fertigkeiten stehen in den abgespeckten Regeln zur Verfügung? Mehr als ein Drittel Spielinformation, bevor das Abenteuer überhaupt beginnt: kann das Abenteuer dann überhaupt noch interessant sein, und vom Umfang her akzeptabel?

Das Überraschende: mir kam das Abenteuer gar nicht so kurz vor, obwohl es nur knapp 40 Seiten Umfang hatte, und mit recht großer Schrift geschrieben war. Sicher, ein 'großes' Abenteuer wie Masken der Macht hat heutzutage viel mehr Text und Inhalt, aber wenn man es mit den allerersten Abenteuern des schwarzen Auges vergleicht (Schiff der verlorenen Seelen, zum Beispiel), dürfte es meiner Einschätzung nach nicht schlechter dastehen. Für jemand, der bislang nur Computer-'Rollenspiele' kennt und die Spieltisch-Version zum ersten Mal ausprobieren will, dürfte das Format besser sein: man kann das Abenteuer in einem Abend ausspielen, oder es über zwei Abende verteilen.

Worum geht es in dem Abenteuer eigentlich? Ohne zu spoilern, kann soviel gesagt werden: Avestreu bietet noch eine ganze Menge Abenteuerstoff, auch wenn nach dem Besuch in Drakensang alles aufgelöst scheint. Man kann einen eigenen Abenteuerschauplatz betreten, der an einer Stelle legt, wo man sich vielleicht bei Drakensang schon gefragt hat, ob es da vielleicht noch weiter gehen soll. Und man begegnet einigen bekannten Figuren aus dem Computerspiel wieder: nicht nur Wolfi, Jäger Kautzenstein, Berwin und Grantel, und die anderen Avestreuer, sondern auch einer Figur, die schon im Computerrollenspiel eher geheimnisvoll erschien. Mehr soll hier nicht gesagt werden. Man darf im Dunkelforst einen Vermißten suchen, einen Überfall abwehren und die Hintergründe dieses Überfalls aufklären. Dabei kommen dann auch die goldenen Masken des Titels zum Einsatz.

Das Abenteuer ist sehr schön beschrieben, und sehr stimmungsvoll. Auch werden viele gute (und einige weniger gute) Tipps gegeben, wie man das Abenteuer umsetzen kann. Grundsätzlich ist auch die Aventurische Welt gut umgesetzt - Computerspieler wird überraschen, dass es auch in Aventurien die Nacht und den Schlaf gibt -, wenn man von einem dummen Patzer absieht: bei der Kennenlernrunde der Charaktere im Avestreuer Lokal "Scharfes Schwert" wird komplett übersehen, dass Elfen mit Gebrautem und Gebranntem so ihre Probleme haben. Es wird sogar ausdrücklich vorgeschlagen, dass Wirt Thalion der Elfe einen Krug frisches Ferdoker spendieren könnte... Elfen sollten eigentlich sowohl mit dem Ferdoker als auch mit der angebotenen Milch und dem Brot sehr unzufrieden sein.

Wenn man von diesem Ausrutscher absieht, ist das Abenteuer allerdings sehr schön, und meiner Meinung nach hervorragend geeignet um Spieler, die vom Computerspiel her kommen, das Pen&Paper-Rollenspiel nahezubringen. Und wenn man eine neue Runde startet, ist der Kult sicher auch ein nettes Einsteigsabenteuer.

HerstellerUlisses Spiele

Autor

Mark Wachholz

Spieler

2-6, RPG

Denken

n/a

Glück

n/a

Geschicklichkeit

n/a

Preis ca.

12 € (Buchpreisbindung)

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Montag, 20. Oktober 2008

Suche nach Hilfe

Obdachlos

Eigentlich sollte dieses Spiel bereits vorige Woche zum Blog Action Day besprochen werden. Aber obwohl das Päckchen lt. Poststempel mehr als rechtzeitig abgeschickt worden war, erreichte es mich erst nach weit über einer Woche am letzten Samstag. Es wäre schön, wenn ein Laufzettel daran gehangen hätte, wo das Päckchen so lange festsaß, denn von Donnerstag dem 9. Oktober in Wien bis Samstag den 18. Oktober am Niederrhein, das ist schon eine besondere Leistung.

Armut hat viele Gesichter, aber die Obdachlosigkeit ist immer noch eines der markantesten, und im Bewußtsein des Publikums vornanstehend. Es gibt viele Institutionen und Organisationen, die Obdachlosen helfen, ihr tägliches Leben zu meistern, aber schon die Existenz dieser Organisationen und was sie eigentlich tun, wird vielfach nicht mehr wahrgenommen. Dies ist schade, denn ein wenig Aufmerksamkeit würde bereits einen großen Schritt für viele dieser Einrichtungen bedeuten.

Der Arbeiter Samariterbund Wien hat, um die Aufmerksamkeit für Hilforganisationen zu erhöhen, mit Hilfe des Verlages Piatnik ein Spiel mit dem Namen ObdachLOS herausgebracht. In diesem Spiel versucht man, als Obdachloser die nötige Hilfe in sechs wesentlichen teilbereichen des täglichen Lebens zu erhalten.

Das Spiel ist äußerlich eher verstaubt, die Deckelillustration erinnerte mich an die Spiele der '50er und '60er Jahre des letzten Jahrhunderts. Dies ist schade, denn der Eindruck, der hiermit erweckt wird - der eines altbacken-verzopften Lehrspiels mit erhobenem Zeigefinger - stimmt so gar nicht mit dem Inhalt überein: der ist modern aufgemacht, und auch das Spiel ist alles andere als schulmeisterlich.

In der Dose findet man

  • - ein Spielbrett mit 24 Feldern in einem Rundkurs
  • - 7 Spielfiguren: einen klassischen, weißen Pöppel (die 'Glücksfee', sowie sechs größere, klotzige Pöppel
  • - 30 rote Plastikchips wie zum Flohhüpfen, die 'Notgroschen'
  • - 36 Bewegungskarten mit den Zahlen 1 bis 6, jeweils sechs mal vorhanden
  • - 72 weitere Karten: Bereichs-, Aktions und Ereigniskarten.
Das erste, was auffällt, ist das Fehlen eines Würfels.

Der Spielplan ist so aufgebaut, dass jeweils auf drei Bereichsfelder eines Bereichs (Betreutes Wohnen, Servicestellen, Essensausgabe, Medizinische Betreuung, Kleiderausgabe, Infozentren) ein Bonusfeld folgt, dann drei Felder des nächsten Bereichs usw. Ausnahme ist das Startfeld (LOS), das die Position eines Bonusfeldes einnimmt. Es gibt also fünf Bonusfelder.

Zum Spielbeginn werden die Bewegungskarten, die auch einen anderen Kartenrücken haben, gemischt, jeder Spieler erhält drei Karten. Die Bereichskarten (sieben je Bereich) werden aus- und nach Bereichen sortiert. Anschließend werden je zwei Karten jedes Bereichs unter die Ereignis- und Aktionskarten gemischt. Von diesem Stapel kommen dann jeweils 7 Karten aus dem gemischten Ereignis- und Aktionsstapel zu den einzelnen Bereichsstapels gegeben und diese auch noch einmal gut gemischt. Jeder Bereichsstapel wird dann zu den entsprechenden Bereichsfeldern auf das Spielfeld gelegt.

Spielziel ist es, eine Bereichskarte jeden Gebietes zu sammeln. Durch die Mischung zum Spielbeginn ist es natürlich wahrscheinlicher, dass man Karten eines Bereichs aus dem entsprechenden Bereichsstapel zieht, aber man kann auch anderswo fündig werden.

Ein Zug besteht immer aus drei Teilschritten:

Zunächst spielt man eine Bewegungskarte aus der Hand und zieht eine neue Karte. Die eigene Spielfigur wird entsprechend viele Leerfelder (!) vorgesetzt. Man zählt hierbei also die durch Mitspieler besetzten Felder nicht mit, und landet auf einem leeren Feld.

Anschließend zieht man die Glücksfee in Gegenrichtung genausoviele Felder weit. Hierbei werden besetzte Felder allerdings mitgezählt, und die Glücksfee kann auch auf einem besetzten Feld landen. Wenn sie das tut, schenkt sie dem Spieler einen Notgroschen - zu Spielbeginn hat man zwei, und man darf nur maximal fünf haben.

Zuguterletzt zieht man eine Karte des Bereiches, in dem man gelandet ist. Zieht man hierbei eine Bereichskarte eines Bereiches, von dem man noch keine hat, legt man diese offen vor sich aus. Hat man bereits eine Karte des Bereichs, wird sie verdeckt unter den Stapel zurückgelegt. Eine Ereigniskarte muss sofort aufgedeckt werden und betrifft alle Spieler. Eine Aktionskarte wird auf die Hand genommen und darf in einem späteren Zug verwendet werden.

(Leider sind die Spielregeln hier etwas ungenau: in den Regeln steht, dass die Aktionskarten zusätzlich zu der Bewegungskarte gespielt werden können, auf einigen Karten steht aber, dass sie anstatt der Bewegungskarte gespielt werden. Auch wird nicht klar, ob man in letzterem Fall dennoch eine neue Bewegungskarte zieht, so dass man dann mit vier Bewegungskarten weiter machen würde.)

Auf Bonusfeldern darf man von einem der beiden benachbarten Bereichen eine Karte ziehen, oder beliebig viele Bewegungskarten tauschen.

Ausgespielte Ereignis- und Aktionskarten kommen auf einen Ablagestapel, ausgespielte Bewegungskarten auf einen anderen. In der Spielregel wird nicht auf die Möglichkeit eingegangen, was passiert, wenn einer der Stapel verbraucht wird (was in den Testspielen auch nicht geschah - wir waren immer vorher fertig), aber mir scheint 'dann gewinnt keiner' eine recht gute Lösung.

Achja, die Notgroschen. Hiermit kann man wahlweise einen Doppelzug ausführen oder eine zweite Karte vom selben Bereichsstapel ziehen.

Die Kartenaufmachung ist recht gut: auf den Bereichskarten sind Fotos aus den Einrichtungen sowie eine Angabe der Hilfseinrichtung mit der Wiener Adresse. Auf den Ereignis- und Aktionskarten steht unten unter dem Titel 'Wer hätte das gedacht' eine kurze Information zu den verschiedensten Hilfseinrichtungen im Wiener Land. Alles wenig aufdringlich, aber dennoch eingängig. Das Ziel, dioe Spieler für die Probleme des Obdachlosen zu sensibilisieren und über die Hilfsangebote zu informieren wird meiner Meinung nach hervorragend erreicht - die automatische Ablehnungshaltung, die bei allzu aufdringlichen Reklameaktionen erreicht wird, wird hier geschickt vermieden.

Das Material macht einen guten Eindruck, es wirkt auch weitaus moderner und ansprechender als die Spieleschachtel. Auch die Spielmechanismen sind erfrischend anders, es geht bei diesem Spiel nicht um die x-te Gänsebord- oder Mensch-ärgere-Dich-nicht-Variante, sondern um ein recht eigenständiges Spiel. Man berechnet ständig, wo die Glücksfee landen wird, ob man sich ihr in den Weg werfen kann, in welchen Stapeln die Chance auf eine Bereichskarte noch gut ist, und so weiter. Der Glücksfaktor, der durch die Karten eingeführt wurde, wird hierdurch überraschend (und angenehm) klein gehalten.

Das Spiel kann direkt vom Arbeiter Samariter Bund Wien über die Webseite bezogen werden, ind Spielwarenläden habe ich es nicht gefunden. Es ist mit einer halben Stunde sehr schnell vorbei, aber reizt, es mehrmals zu spielen. Es ist seinen Preis sicherlich wert - und eine gute Tat tut man damit auch noch, weil der Reinerlös der Obdachlosenhilfe zugute kommt.

Hersteller

Piatnik

Herausgeber

Arbeiter Samariter Bund Wien

Autor

Gerhard E. Kodys, 4FunWorx

Spieler

2-6

Denken

7

Glück

7

Geschicklichkeit

0

Preis ca

18 € plus Versand - Webshop
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Freitag, 17. Oktober 2008

Neues von D&D

Seit Denstag kann man bei Wizards of the Coast Abonnent werden für den D&D Insider. Für einen monatlichen Beitrag von $ 4,95 (Jahresabo) bis $ 7,95 (Monatsabo) kann man über die Webseite von Wizards den Dragon und den Dungeon lesen, sowie am Monatsende herunterladen. Außerdem gibt es eine Reihe elektronischer Programmhilfen. Ob sich das wirklich rechnet, muss jeder für sich selbst ausmachen, es dürfte asuf jeden Fall nur für D&D-Spieler interessant sein. Außerdem verschreckt WotC Autoren mit einer Konkurrenzklausel. Das heißt: wer etwas bei WotC veröffentlicht, darf eine gewisse Zeitlang nichts bei Konkurrenten veröffentlichen. Ich bin kein Rechtsanwalt, erst recht kein Amerikanischer, und kann daher auch nichts darüber sagen, ob diese Klausel wirksam oder nichtig ist - das dürfte sogar in den USA unterschiedlich bewertet werden. Wenn sie aber effektiv ist, werden whl einige große namen, die hauptberuflich freelancen, ihr Auskommen bei anderen Firmen suchen, ungeachtet der guten Bezahlung die Wizards anbietet. Am wenigsten abschrecken dürfte es Schrfeiber, die nur ein einziges Modul - Abenteuer, Regelergänzung oder was auch immer - haben und nicht damit rechnen, noch jemals eine zweite Sache anbieten zu können.Variationen sind wichtig, aber ob das der richtige Weg st, dafür zu sorgen? In den kommentaren zu ober verlinktem Blogeintrag zur Kopnmkurrenzklausel steht noch ein interessantes Gerücht, aber mehr ist es noch nicht: WotC soll die D&D-Abteilung bereits stark geschrumpft haben, mit dem Zeil sie binnen kurzem komplett aufzulösen. Wenn da mehr dran ist, werden wir dnn ja wohl noch interessante Zeiten erwarten dürfen. Hier klicken um mehr zu lesen...