x Roachware: Hintergrundmusik
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Mittwoch, 21. Dezember 2011

Luzifer

Erdenstern: Into the Light

Erdenstern ist bekannt für seine Fantasy-Soundtracks, die bislang hauptsächlich unter dem Namen 'Bibliothek der fantastischen Musik' erschienen sind - ein paar Spezial-Produktionen zu Elyrion, DSA, Cthulhu (Berge des Wahnsinns) und die beiden Radio-Rivendell-Compilationen einmal draußen vor gelassen. Into the Green - the Blue - the Black - the Grey und so weiter, so hießen die Produkte, alle mit einer bestimmten Farbe kombiniert und einem Cover in der entsprechenden Farbe.

Als voriges Jahr Erdenstern ankündigte, mit Into the White sei die letzte CD der Serie erschienen, waren die Fans der Serie traurig, auch weil noch so einige Bereiche nicht abgedeckt waren. Daher wurde eine Umfrage gemacht, und das Ergebnis war, dass Erdenstern noch ein letztes Mal die Bibliothek öffnet, und uns statt in eine Farbe in das Licht schickt: Into the Light ist eine prallgefüllte Doppel-CD mit jeder Menge Rollenspielmusik.


Doppel-CD? Ja, anders als die anderen Teile der Bibliothek der fantastischen Musik ist Into the Light eine Doppel-CD, mit insgesamt vier Themen, die bespielt werden. Bei vier Themen ist verständlich, dass man es nicht bei einer einzigen CD belassen konnte - schon mit zwei Themen pro CD ist der Raum, der auf einer CD verfügbar ist, recht knapp.

Die Themen, die auf der Doppel-CD abgehandelt werden, sind im einzelnen:

Alte Reiche: auf insgesamt 11 Tracks werden hier alte, untergegangene Zivilisationen dargestellt, begonnen bei einem eindeutig ägyptisch angehauchten 'Initially...' bis hin zu dschungelüberwucherten Ruinen und Reliquien wie Obelisken. Die Musik würde sowohl zu Kampagnen, die direkt in dieser Zeit spielen, passen als auch zu Erforschungskampagnen um abenteuerlustige Archäologen.

Imperium des Glaubens nimmt in neun Tracks dann verschiedene Religionen 'aufs Korn'. Hier wird mit verschiedenen Klangeffekten experimentiert, so meine ich an einer Stelle ein Didgeridoo gehört zu haben, auch spielen Orgeln an einigen Stellen eine wichtige Rolle. Alles in allem decken die Stücke aber eine große Bandbreite ab, von eher mittelalterlicher Jahrmarkts- (Kir[ch]mes[s])-Musik über Stücke, die an instrumental unterlegte Gregorianische Choräle gemahnen, bis hin zu schwülstig-orgiastischen Orchester- und Chorwerken. Aber auch der 'Feuer und Schwert'-Fraktion wird hier genüge getan mit einem Kreuzzugs-Stück, das von der Aufstellung der Ritter bis hin zum eigentlichen Kampf alles beinhaltet.

Im Zeitalter des Dampfes geht es um Steampunk. Diese Verbindung von Fantasy und frühtechnischem Zeitalter Auch hier sind neun Tracks dafür zuständig, von einem Basisgefühl bis hin zu Filmen, bei denen man vor dem inneren Auge Flugszenen aus Laputa - Castle in the Sky vor sich sieht, von Musik, die an Fritz Lang's Metropolis denken lassen bis hin zu ´wiederum Armeeszenen in Dampfgetriebenen Tanks ein steampunkiges Gefühl aufkommen zu lassen.

Abgeschlossen wird die Tetralogie durch Endzeit. Wer hier reine kakophonische Klanggebilde erwartet, oder auch Musik, die an Zwölftonmusik gemahnt, wird überrascht sein. Auch hier bleibt Erdenstern dem grundsätzlichen melodiös-instumentalem Stil treu. So würde manches Stück hier auch wieder in die erste Gruppe Alte Reiche passen, vor allem das erste 'Land of the Dawn'. Die weiteren Stücke wiederholen manche musikalischen Themen, besonders auffällig wird das bei den Stücken Black Market und Gang Wars, die sich teilweise sehr ähneln. Schön der Bogen, der in 'They Are Coming' geschlagen wird: Nach einem sehr ruhigen Start entwickelt sich ein düsteres Bedrohungsszenario. Am stärksten actionlastig auf der ganzen Doppel-CD dürfte das vorletzte Stück 'Fight For Survival' sein, bei dem ich unwillkürlich Szenen aus Bubblegum Crisis vor mir sah. 'Some Hope' und das titelgebende 'Into the Light' hingegen schließen den kreis mit Stücken, die wieder auch zur die erstem Gruppe gehören könnten, und bei denen man sich unwillkürlich fragt, ob die untergegangenen Reiche eventuell die aus dem Endzeit-Teil sein könnten.

Gerade die religiösen und steampunkigen Teile sind natürlich nicht für jeden weggelegt, dazu sind die Vorstellungen der Thematiken zu verschieden. Aber für viele, wenn nicht die meisten Runden dürfte auch diese Doppel-CD wieder eine gute Ergänzung sein, um den Spieleabend mit passender Musik zu untermalen, bei der nicht ständig Gespräche aufkommen 'Das ist doch aus dem Folm X. Weißt Du noch, die Szene wo ... ?'.

Mit ca. 24 Euro ist Into the Light zwar mehr als 50% teurer als die anderen Bände der Bibliothek der fantastischen Musik, aber es ist auch doppelt so viel Musik, passend für vier Richtungen, und insofern ist es sicher keine schlechte Wahl.

Was macht Erdenstern jetzt, da die 'Into the...'-Reihe abgeschlossen ist? Nun, zum einen haben sie bereits Soundtracks zu einigen Hörbüchern, Hörspielen etc. gemacht, zum anderen wollen/sollen sie auch den Soundtrack zum Computerspiel zu Rick Future entwickeln. Und sie haben bereits angekündigt, dass sie auch in Zukunft dem Rollenspiel, der Musik und der Rollenspielmusik verbunden bleiben werden. Ich denke, man darf gespannt sein.
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Montag, 17. Januar 2011

Welteisscheibe

Erdenstern: Into the White

Into the White ist die vorletzte CD von Erdenstern aus der 'Library of Fantastic Music', in der bislang alle Scheiben eine Farbe trugen und einem Thema folgten. Wie man bei dem Namen erwarten darf, geht es bei White um Eis und Schnee.

Allerdings ist der Umfang wesentlich größer, als man das eventuell im ersten Moment denken würde. Gerade, da auch die Berge des Wahnsinns soeben von Pegasus neu aufgelegt wurden, denkt man vielleicht automatisch an die arktischen und antarktischen Eiswüsten, übersieht dabei aber, dass das Thema deutlich mehr hergibt. Einmal davon abgesehen, dass man auch auf Hawaii noch Skiurlaub machen kann, gibt es auf unserer Welt viel mehr und variiertere Eis- und Schneegebiete als nur an den Polen.


Und genau das bietet auch die Scheibe. Neben Tracks, bei denen man eindeutig an die Schlittenfahrten der Polarforscher wir Amundsen und Scott erinnert wird, gibt es auch Tracks, bei denen man an ganz andere Gegenden denkt. Der 'Ice Palace' beispielsweise scheint mir eher im Himalaya zu stehen, und die Panflötentöne in 'The Hut' verlagern das Geschehen für mich ähnlich eindeutig in die Anden. Das 'White Realm' wiederum ist zwar von der Gegend her nicht unbedingt genau eingeordnet, bietet aber eher Eindrücke von verschneiten Landschaften und unberührter Natur, aber eben ohne die Einsamkeit und Verzweiflung, die weitab von der Zivilisation und Rettung aufkommen würden. 'First Snow' wiederum kann man sich als Hintergrund einer Szene vorstellen, in dem ein Dorf - sei es im Schwarzwald, im Bornland, im Eiswindtal, in Alba oder wo auch immer - den ersten Schneefall des Jahres feiert.

Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass auf einer früheren CD der Serie ausgiebig von Stimmen gebrauch gemacht worden wäre, was hier allerdings in mehreren Stücken geschieht. Gerade das erste Stück, 'Inuit' gewinnt hierdurch noch, und mach neugierig auf mehr. Der Walzer von 'Snow Queen' - der mich je mehr ich ihn höre, immer mehr an die japanischen Geschichten von der Schneefrau (Yuki-onna) erinnert - würde ohne die Hintergrundstimmen nur halb so verstörend wirken; in der vorliegenden Form muss ich neben der Yuki-onna auch an die Zuckerfee aus dem 'Nussknacker' denken, die nicht ohne Grund auf einer CD 'The X-Themes' zu finden ist... Und das Knurren im Hintergrund von 'Snow Creatures' ist, so sehr das Stück stellenweise an die Kampfstücke von 'Into the Red' erinnert, eine hochwillkommene Erweiterung.

Der Varianz des Themas entsprechend, ist es allerdings so, dass die Musikstücke keine eigene 'Geschichte' erzählen, wie dies bei den anderen CDs der Serie üblich war. Das ist aber kein großer Nachteil, denn wer die CDs für das verwendet, wofür sie eigentlich gedacht sind - also als Hintergrundmusik für eine Rollenspielrunde - wird sowieso die Stücke einzeln nehmen müssen und entsprechende passend einsetzen.

In gewisser Weise ist diese CD natürlich beschränkter einsetzbar als beispielsweise 'Red' oder 'Dark' - Kampf- und Horrorszenen kann man in nahezu jedem Setting einbauen, während die eher fröhlichen Stücke in 'White' weniger zu einem Hellfrost-Abenteuer passen würden, und eine Kampagne auf Tattooine wohl auch wenig mit Eis- und Schnee-Musik anfangen können dürfte. Andererseits gilt ähnliches sicher auch für 'Gold' (orientalisch-indisch) oder 'Gray' (cyberpunkig), und 'White' ist sicherlich weitaus umfassender einsetzbar als nur bei Polarexpeditionen.

Wer die Soundtracks von Erdenstern bereits kennt, sollte sich 'White' nicht entgehen lassen. Als allererste CD ist 'White' sicher nicht die beste Wahl, weil sie eben im Einsatz relativ beschränkt ist, aber wer mit seiner Runde eine Expedition ins ewige Eis oder auch die Tundra und Taiga plant, sollte auch diese CD im Gepäck haben. Mit ca. 15 Euro ist sie auch alles andere als überteuert.

Achja, wer sich bei der Einleitung fragte 'Wieso die vorletzte, Erdenstern kündigte das doch als finale siebte CD an?', dem sei mitgeteilt, dass seit kurzem Erdenstern eine Ideensammlung eröffnet hat für eine wirkliche Abschluss-CD zur Serie. Unter dem Arbeitstitel 'Into the Unknown' sollen Themen aufbereitet werden, die den Hörern noch fehlen, und das im Sinne eines Wunschkonzertes. Im ersten Schritt werden jetzt erst einmal Themen gesammelt. Wem also etwas fehlt: mitmachen!

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